Best Practices für die IT-Sicherheit in Unternehmen 8 Schritte zur effizienten Cybersecurity-Strategie

Ein Gastbeitrag von Stefan Fleckenstein 4 min Lesedauer

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Cyberangriffe können verheerende Auswirkungen haben. Eine umfassende Präventionsstrategie ist für Unternehmen daher unabdingbar. Für die Wahl der richtigen Maßnahmen zum Schutz vor den wachsenden Bedrohungen im digitalen Raum hilft ein strategisches Vorgehen.

Dieser Beitrag stellt Richtlinien für eine kluge und umfassende strategische Vorgehensweise vor, die Unternehmen dabei helfen, sich vor den wachsenden Bedrohungen im digitalen Raum wirksam zu schützen.(Bild:  ipopba - stock.adobe.com)
Dieser Beitrag stellt Richtlinien für eine kluge und umfassende strategische Vorgehensweise vor, die Unternehmen dabei helfen, sich vor den wachsenden Bedrohungen im digitalen Raum wirksam zu schützen.
(Bild: ipopba - stock.adobe.com)

Cyberangriffe nehmen ständig zu und werden – etwa durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz – zudem immer raffinierter. Und auch die Bedrohungslage wird zunehmend unübersichtlicher: Doch ganz gleich, ob es sich um Wirtschaftsspionage, Erpressung oder Sabotage handelt – Unternehmen müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Es ist deshalb unerlässlich, eine ganzheitliche Cybersecurity-Strategie zu verfolgen, die technologische und prozessuale Aspekte umfasst, jedoch auch das menschliche Handeln berücksichtigt. Im Folgenden werden Richtlinien für eine kluge und umfassende strategische Vorgehensweise vorgestellt, die Unternehmen dabei helfen, sich vor den wachsenden Bedrohungen im digitalen Raum wirksam zu schützen.

1. Bedrohungs- und Risikoanalyse

Eine umfassende Risikobewertung bildet die Basis für jede erfolgreiche Cybersicherheitsstrategie. Dabei gilt es zunächst abzuschätzen, welche Angreifer infrage kommen, was das Ziel eines Angriffs sein könnte und wie sich eine Attacke bewerkstelligen ließe. Zudem sollten die Wahrscheinlichkeit der unterschiedlichen Angriffsmöglichkeiten sowie die potenziellen Auswirkungen mit ins Kalkül genommen werden. Daraus lässt sich ableiten, wie viel Aufwand ein Unternehmen vernünftigerweise in die Schutzmaßnahmen stecken sollte und welche Prioritäten zu setzen sind. Im Rahmen einer Risikoanalyse ist es übrigens nicht sinnvoll, auf Anhieb absolute Sicherheit anzustreben. Vielmehr sollten IT-Verantwortliche zunächst die größten Bedrohungen identifizieren und sich im Anschluss sukzessive weiteren Risiken zuwenden.

2. Netzwerk- und Cloud-Sicherheit

Viele Unternehmen setzen nach wie vor On-Premise-Lösungen ein, andere Unternehmen vertrauen mittlerweile auf Cloud-Dienste oder nutzen eine Hybrid-Strategie. Für alle Modelle sind grundsätzlich die gleichen Maßnahmen zur Absicherung wichtig. Neben einer guten Segmentierung der Netzwerke sind Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme (IDS) und Security Information and Event Management (SIEM) obligatorisch, um den Datenverkehr zu überwachen und ungewöhnliche Aktivitäten zu entdecken. Auch regelmäßige Penetrationstests und Vulnerability-Scans sind wichtig, um mögliche Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.

Bei Cloud-Diensten ist die Beachtung des Shared-Responsibility-Modells wichtig. Die Cloud-Computing-Anbieter gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard für die Bereiche, in denen sie verantwortlich sind. Für die vom Unternehmen konfigurierten Dienste ist dieses aber selbst verantwortlich und muss selbst Fehlkonfigurationen ausschließen.

3. Endgerätesicherheit

Gerade durch die wachsende Beliebtheit von hybriden Arbeitsmodellen werden mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets häufig Ziel von Angriffen. Ein effektives Mobile Device-Management kann zur Sicherheit von mobilen Geräten maßgeblich beitragen. Doch auch Computer, die im Homeoffice sowohl für private als auch für berufliche Zwecke genutzt werden, stellen ein häufig nicht ausreichend geschütztes Einfallstor für Cyber-Attacken dar. Der Einsatz von Antivirus-Software und die Einschränkung von Administratorrechten sind deshalb unverzichtbare Maßnahmen.

4. Software-Aktualisierung und regelmäßige Sicherheitsüberwachung

Die regelmäßige Aktualisierung von Betriebssystemen, Anwendungen und Sicherheitssoftware ist das wohl einfachste und wirksamste Mittel, um Schwachstellen zu schließen und vor Angriffen zu schützen. Ein automatisiertes Patch-Management-System kann hier gewährleisten, dass Sicherheits-Updates nicht übersehen und rasch implementiert werden. Eine kontinuierliche Überwachung aller Netzwerke und Systeme ist zudem essentiell, um Anomalien frühzeitig zu erkennen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Kleine oder mittlere Unternehmen können dafür ohne großen Aufwand externe Managed-Security-Services beanspruchen, die die Netzwerke effizient überwachen.

5. Zugriffskontrolle und Identitätsmanagement

Der Einsatz von starken Authentifizierungsinstrumenten, allen voran die Multifaktor-Authentifizierung, ist elementar, um den Zugang zu sensiblen Systemen wirksam zu schützen. Wichtig ist auch ein durchdachtes und aktuell gehaltenes Berechtigungs-Management: Benutzer sollten nur die Berechtigungen erhalten, die für ihren Aufgabenbereich unbedingt erforderlich sind.

6. Datensicherheit und Verschlüsselung

Eine konsequente Datensicherungspolitik sowie klar strukturierte Backup- und Wiederherstellungspläne gewährleisten, dass auch im Falle von Datenverlusten die Handlungsfähigkeit von Unternehmen schnell wieder hergestellt wird. Zudem sollten sensible Daten sowohl während der Übertragung als auch im Ruhezustand stets verschlüsselt sein. Auf diese Weise lässt sich (zumindest weitestgehend) sicherstellen, dass entwendete Daten von den Angreifern nicht gelesen werden können.

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7. Business Continuity Management

Selbst mit einer ausgeklügelten Sicherheitsstrategie lässt sich ein Angriff nie vollständig ausschließen. Ein gut durchdachter Incident-Response-Plan ermöglicht es, die betroffenen Daten und Systeme unverzüglich wiederherzustellen und eine Fortführung des Geschäftsbetriebes zu gewährleisten. Darin sollten Zuständigkeiten, Kommunikationswege sowie die ersten zu ergreifenden Maßnahmen im Vorfeld klar festgehalten sein. Mit einem Test der Durchführung des Plans erkennt man mögliche Probleme und die Verantwortlichen können ihre Rollen einüben. Der Plan sollte zudem regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, um sicherzustellen, dass er der aktuellen Bedrohungslage entspricht.

8. Mitarbeiter-Sensibilisierung

Cybersecurity-Strategien nehmen häufig vor allem technische und prozessuale Aspekte in den Blick. Doch ist es in vielen Fällen der menschliche Nutzer, der durch mangelndes Wissen oder schlichte Unachtsamkeit einen Angriff überhaupt erst ermöglicht. Regelmäßig durchgeführte Schulungen sind deshalb entscheidend, um das Bewusstsein für die vielfältigen Sicherheitsrisiken zu schärfen. Die Schulungsinhalte sollten zudem laufend an die neuesten Entwicklungen angepasst werden: Denn gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz begegnen immer raffiniertere Phishing-Methoden oder Malware-Attacken, die sich zunehmend schwerer erkennen lassen. Mithilfe von interaktiven Trainingsmethoden wie Phishing-Simulationen lassen sich Mitarbeiter wirkungsvoll für Cybersecurity-Themen sensibilisieren und zum Verbündeten im Kampf gegen Cyber-Kriminalität machen.

Fazit

Für Unternehmen gilt es vor allem zu beherzigen, dass die Implementierung einer Cybersicherheitsstrategie keine Aufgabe ist, die man einmal erledigt von der To-Do-Liste abhaken kann. Vielmehr ist Cybersecurity ein fortlaufender Prozess, der kontinuierliche Anstrengungen erfordert, um mit den sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen Schritt zu halten. Unternehmen sollten daher nicht angesichts der Größe der Aufgabe bereits im Vorfeld kapitulieren oder aber der Chimäre absoluter Sicherheit nachjagen. Denn auf dem Gebiet der Cybersicherheit erzielen schon kleine Maßnahmen große Wirkung.

Über den Autor: Stefan Fleckenstein ist Head of Cybersecurity bei MaibornWolff.

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