MWC 2022 5G und Premium-Modelle treiben den Smartphone-Markt

Von Heidi Schuster

Wie teuer war ihr aktuelles Smartphone? Laut den Marktforschern von GfK wächst der Smartphone-Markt ungebrochen und besonders hoch im Kurs sind Premium-Geräte. Aber kann der Markt den Lieferkettenproblematiken standhalten?

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Zwar werden weniger Smartphones in Deutschland verkauft, diese sind aber deutlich im Preis gestiegen, wodurch es trotzdem zu einem Umsatzwachstum kommt.
Zwar werden weniger Smartphones in Deutschland verkauft, diese sind aber deutlich im Preis gestiegen, wodurch es trotzdem zu einem Umsatzwachstum kommt.
(Bild: Maksym Yemelyanov - stock.adobe.com)

Bei technischen Produkten im Allgemeinen gibt es derzeit Lieferschwierigkeiten. Schuld daran sind in erster Linie Produktions- und Logistikengpässe. Die Gründe für die Engpässe sind vielfältig. Unter anderem spielt der Chip-Mangel eine große Rolle.

Trotz der schwierigen Lieferketten konnte der Markt für Smartphones und Mobiltelefone in Deutschland im vergangenen Jahr wachsen und verzeichnet aktuellen Zahlen der GfK zufolge ein Umsatzwachstum von 4,4 Prozent auf insgesamt 11,2 Milliarden Euro. Auch für 2022 prognostizieren die Marktforscher ein moderates Umsatzplus. Treiber sind ganz klar 5G und Premiummodelle.

„Der deutsche Smartphone-Markt konnte das Jahr 2021 mit einem Umsatzwachstum abschließen“, erklärt Christian Riedl, GfK-Experte für Telekommunikation und technische Konsumgüter. „Gleichzeitig ist hervorzuheben, dass der Absatz im zweiten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum signifikant einbrach und um 11 Prozent weniger Geräte verkauft wurden. Ein Grund hierfür sind anhaltende Verfügbarkeitsprobleme aufgrund von Produktions- und Logistikengpässen. Für 2022 bleibt abzuwarten, inwiefern die Lieferkettenproblematik den Markt weiter prägen wird. Wir prognostizieren für dieses Jahr aber ein leichtes Absatzwachstum im unteren einstelligen Bereich sowie einen moderaten Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises.“

Die Durchschnittspreise

Höhere Durchschnittspreise konnten bereits im vergangenen Jahr festgestellt werden. Auch in Deutschland stehen bei Smartphone-Neuanschaffungen vor allem schnellere oder leistungsfähigere und damit höherpreisige Modelle im Vordergrund. Infolgedessen liegt der durchschnittliche Verkaufspreis derzeit auf 567 Euro (2020: 501 Euro; globaler Durchschnittspreis 2021: 310 Euro) und beschert dem deutschen Markt trotz sinkenden Absatzes weiterhin ein Umsatzplus. Man spricht hier vom Effekt der „Premiumisierung“. Das bedeutet, dass insgesamt weniger Stück, jedoch zu einem höheren Preis gekauft wurden. Die Tendenz der Premiumisierung wird durch die Lieferkettenengpässe zusätzlich verstärkt, da Hersteller margenträchtigere Premiumgeräte in der Produktion priorisieren. Das führt zu einer besseren Verfügbarkeit und stärkeren Präsenz von hochpreisigen Produkten im Handel.

Zu diesen Premiumgeräten zählen häufig auch Smartphones mit 5G-Funktionalität, die einen maßgeblichen Anteil an den höheren Verkaufspreisen haben. Während ein 5G-Modell im vierten Quartal 2021 durchschnittlich 805 Euro kostete, lag der Preis bei Produkten ohne diese Funktion nur bei 317 Euro. Mit einem Wachstum von 59,2 Prozent stieg der Anteil von 5G-Modellen am deutschen Gesamtabsatz im vierten Quartal und wirkt sich entsprechend auf den allgemeinen Durchschnittspreis von Smartphones aus.

„5G ist zwar ein wichtiges Zukunftsthema für den Markt und bereits in den meisten wichtigen Produktneuerscheinungen integriert, für die Konsumenten spielt es als Produktmerkmal allerdings noch eine eher untergeordnete Rolle“, so Christian Riedl. „So gaben laut der „always-on‟-Plattform „gfknewron“ Consumer im dritten Quartal 2021 nur 17 Prozent der befragten Konsumenten an, dass 5G ein ausschlaggebendes Kaufkriterium für sie darstelle. Weiterhin wichtiger sind die Batteriekapazität (54 %), die Größe des internen Speichers (41 %) sowie die Qualität der Kamera (35 %) und des Displays (34 %).“

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