Vorsicht bei dubiosen Angeboten 2.250 Lenovo-Notebooks auf dem Weg zum Distributor gestohlen

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Lenovo-Notebooks für die Distributoren Actebis und Also haben ihr Ziel nie erreicht. Die Diebe haben die Ware im Namen einer beauftragen Lieferfirma von einem DHL-Lager abgeholt. Lenovo wird nun den Graumarkt besonders stark unter die Lupe nehmen und warnt Reseller vor dubiosen Angeboten.

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Die Laptop-Räuber kamen irgendwie an den Auftrag für eine Lieferfirma und fuhren mit falschem Nummernschild und falscher Fahrer-ID vor.
Die Laptop-Räuber kamen irgendwie an den Auftrag für eine Lieferfirma und fuhren mit falschem Nummernschild und falscher Fahrer-ID vor.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein kompletter Container samt Inhalt, der für die Lenovo-Distributoren Actebis und Also bestimmt war, wurde gestohlen. Die Beute: 2.250 Ideapads der Baureihen S12, G550 und U450p. Lenovo hat die entsprechenden Geräte anhand der Produktnummer aus der Garantie genommen und bittet Reseller, bei dubiosen beziehungsweise besonders günstigen Angeboten vorsichtig zu sein. „Wenn jemandem ein Angebot irgendwie seltsam erscheint, kann er bei den regulären Distributoren Actebis und Also nachfragen“, so ein Sprecher des Unternehmens zu IT-BUSINESS. Dort weiß man Bescheid und kennt die betroffenen Seriennummern.

Wie die Laptop-Räuber vorgingen

Unter anderem Ideapads der S12-Baureihe wurden gestohlen. (Archiv: Vogel Business Media)

Nachdem die Ware per Container-Frachtschiff im niederländischen Rotterdam eingetroffen ist, wurde sie in das DHL-Hauptlager in Eindhoven transportiert. Entsprechend dem Volumen entschloss sich DHL dazu, die Laptops direkt per Lastwagen in das DHL-Lager nach Maintal in Deutschland zu fahren. Dazu wurde ein Truck einer niederländischen Transportfirma beauftragt. Der Auftrag wurde per Fax bestätigt, allerdings stellte sich später heraus, dass die Auftragsbestätigung von einer Tankstelle abgeschickt wurde.

Am 6. Januar war diese Tatsache noch nicht bekannt, so dass ein Truck die Ware vom Eindhovener DHL-Hauptlager unbehelligt abholen konnte. Als DHL in dieser Woche versuchte, Informationen über den Verbleib der Ware zu bekommen, fiel der Diebstahl auf. Die Transportfirma hat einen entsprechenden Auftragseingang nicht in ihrem System verzeichnet. Der Truck – so stellte sich heraus – fuhr mit gestohlenen Nummernschildern vor und der Fahrer hatte eine falsche Identitätsnummer.

Ermittlungen laufen

DHL hat daraufhin die niederländische Autobahnpolizei und die Kriminalpolizei informiert; Ermittlungen wurden eingeleitet. Lenovo wird in nächster Zeit die regulären Nachforschungen zur Graumarkt-Bekämpfung weiter ausbauen und hat die relevanten Positionen in der Vertriebskette (Sales-Teams, Distributoren) informiert.

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