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Microsoft ändert Lizenzbedingungen für Partner

2. Update: Microsoft streicht Gratislizenzen für Partner – Microsoft rudert zurück

| Autor: Klaus Länger

Aufstand bei den Microsoft-Partnern: Sie haben eine Online-Petition gestartet, um die geplante Streichung der Internal Use Rights abzuwenden, die ihnen erhebliche Mehrkosten für intern genutzte Microsoft-Software aufbürden wird.
Aufstand bei den Microsoft-Partnern: Sie haben eine Online-Petition gestartet, um die geplante Streichung der Internal Use Rights abzuwenden, die ihnen erhebliche Mehrkosten für intern genutzte Microsoft-Software aufbürden wird. (Bild: Danomyte - stock.adobe.com)

Eine für Juli 2020 angekündigte Änderung der im Action Pack für Partner enthaltenen Produktlizenzen schlägt Wellen im Partnernetzwerk des Softwareherstellers. Ab diesem Zeitpunkt sollten die die Internal Use Rights (IUR) wegfallen, mit denen Partner Microsoft-Software und Cloudservices für das eigene Business einsetzen können.

Microsoft-Partner können bisher mit dem Erwerb eines Action Packs, einer Silber- oder Gold-Lizenz sehr günstig an Software- oder Service-Lizenzen kommen, die sie intern in der eigenen Firma einsetzen können. Offiziell soll ihnen damit auch die Möglichkeit gegeben werden, die Produkte durch den eigenen täglich Einsatz besser kennenzulernen und damit auch ihre Kunden besser beraten zu können oder bei Problemen selbst Hilfe zu leisten. Ab dem 1. Juli 2020 fallen die Internal Use Rights (IUR) weg, über die das bisher möglich ist. Gratislizenzen stehen dann nur noch für Demonstrationen beim Kunden, die Entwicklung von Lösungen und Dienstleistungen sowie interne Schulungen zur Verfügung. Windows-Lizenzen, Serversoftware, Office-365-Subskriptionen oder Dynamics 365 für den internen Gebrauch, müssen die Partner dann als kommerzielle Lizenzen erwerben. Bereits ab Oktober 2019 ändert sich die Zahl der über Silber- oder Gold-Kompetenzen zur Verfügung stehenden Gratislizenzen. Für die Partner bedeutet das natürlich erhebliche Mehrkosten: Mit dem Action Pack für 400 Euro Abo-Gebühr beziehungsweise im Rahmen der Silber- oder Goldkompetenz mit Jahresgebühren von 1.600 oder 3.800 Euro konnten sie intern Software und Services im Wert von mehreren Tausend Euro für den eigenen Geschäftsbetrieb einsetzen.

Schon ab August 2019 will der Software-Gigant zudem die kostenlosen Support-Tickets einstellen, die bisher ebenfalls Teil des Action Packs und der Kompetenzen war. Hier ist vor allem der Support für On-Premises-Software betroffen, die sich beim Hersteller immer mehr zum ungeliebten Stiefkind entwickelt.

Ärger bei den Partnern

Ins Rollen gebracht hat die Geschichte mit den geplanten Lizenzänderungen ein Tweet des Microsoft MVP Steve Mordue, der die entsprechenden Änderungen auf der US-amerikanischen Partnerseite des Herstellers entdeckt hat. Auf Change.org wurde eine Petition an Microsoft gestartet, die geplanten Verschlechterungen für die Partner nicht umzusetzen. Sie sprechen davon, dass ihnen Microsoft mit diesem Schritt „den Krieg erklärt” habe. Auf dem Partnerevent Inspire, der ab 14. Juli in Las Vegas stattfinden wird, dürfte Microsoft von den verärgerten Partnern einige Kritik zu hören bekommen, vor allem da der Softwarehersteller ja nicht gerade am Hungertuch nagt. Im letzten Quartal erzielten das Redmonder Unternehmen einen Gewinn von 8,8 Milliarden US-Dollar.

1. Update: Stellungnahme von Microsoft

Wir haben bei Microsoft eine Stellungnahme gebeten, da das Thema die Partner sehr bewegt und wir dem Softwarehersteller die Gelegenheit geben wollten, die eigene Sicht der Dinge darzulegen. Uns erreichte folgende Erklärung:

„Die durch Cloud Computing ermöglichte Transformation hat weitreichende Auswirkungen, einschließlich der Art und Weise, wie wir mit Partnern zusammenarbeiten. Um die Partner dabei zu unterstützen, die Möglichkeiten der Cloud zu nutzen, fokussieren wir unsere Investitionen und Programme für Partnerunternehmen neu.

Wir prüfen ständig, wo und wie wir in unser Partnergeschäft investieren, um den größten Mehrwert für unsere Partner zu schaffen. Wie jedes Unternehmen müssen wir Prioritäten bei der Bereitstellung von Mitteln setzen. In diesem Fall haben wir uns entschieden, stärker in Programme und Ressourcen zu investieren, die das Geschäftswachstum fördern und Partner unterstützen, mit mehr Kunden, anderen Partnern und Microsoft-Vertriebsteams in Kontakt zu treten.

Einer der Kompromisse besteht darin, unseren Ansatz zur Bereitstellung von Produktlizenzen für den internen Gebrauch zu ändern. Wir werden weiterhin Produktlizenzen für Entwicklungs- und Testszenarien sowie zur Kundengewinnung anbieten. Die Nutzungsrechte dieser Lizenzen für den internen Gebrauch werden sich bis zum 30. Juni 2020 nicht ändern, damit Partner entsprechend planen können.“

Zudem verweist Microsoft auf einen Blogbeitrag von Toby Richards, General Manager, Partner Go-to-Market and Programs, One Commercial Partner, der beschreibt, warum Microsoft zukünftiges Wachstum vor allem beim Services-Geschäft sieht, und dass die Partner diesen Weg durch neue Spezialisierungen mitgehen sollen.

2. Update: Microsoft rudert zurück

Die lautstarken Unmutsbekundungen der Partner und die mehr als 6.000 Unterschriften unter der Petition bei Change.org haben Früchte getragen: In einem Blogpost erklärt Gavriella Schuster, Corporate Vice President, One Commercial Partner bei Microsoft, dass die geplante Streichung der Internal Use Rights (IUR) für das Action Pack sowie die Änderungen bei den Silber- und Gold-Kompezenzen nicht stattfinden werden. Die Programme laufen weiter wie bisher. Schuster erklärt, dass Microsoft das Feedback der Partner zu schätzen wisse, entschuldigt sich für die Konfusion und will das Verhältnis zu den Partnern vertiefen.

Ob das genügt, um das zerschlagene Porzellan wieder zu kitten, muss sich allerdings erst zeigen.

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