Die Desktop-Virtualisierung ist auf dem Vormarsch (Teil 2)

Zwei Wege zum virtualisierten Desktop

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Die Funktionsweise der VDI

Ein Blick auf die grundlegenden Netzwerkinstallationen erklärt, welche Vorteile Virtual-Desktop-Infrastrukturen für Unternehmen bringen können und wie sie die Bereitstellung von Endanwender-Desktops unterstützen, ohne auf die Grenzen von physikalischen PCs zu stoßen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Server, auf dem die virtuellen Maschinen der einzelnen Desktops gehostet sind. Auf der x86-basierten Hardware ist in der Regel die virtuelle Infrastruktur-Software installiert. Größe und Performance dieses Servers hängen im Allgemeinen davon ab, wie viele Clients angeschlossen werden, wie hoch der zu erwartende Netzwerkverkehr ist und wie viel Last auftreten wird.

So wäre zum Beispiel ein Midrange-Server mit vier Dual-Core-Prozessoren und 32 Gigabyte RAM für ein Unternehmen mit bis zu 65 angeschlossenen Thin-Client-Arbeitsplätzen geeignet. Ein preisgünstiges Network Attached Storage System (NAS) für Anwendungen und Dateien ergänzt die Konfiguration.

Knackpunkt Kostenrechnung

Generell gilt es die Kosten abzuwägen: »Die Einführung einer VMware VDI-Umgebung hat auch eine virtuelle Infrastruktur zur Folge. Hier muss man sehr genau rechnen, um den Investitionsrahmen richtig einzuschätzen und einen greifbaren Return-on-Invest darzustellen«, empfiehlt Erwin Leichter vom Systemhaus Antauris. Ähnlich sieht dies auch Sepago-Manager Paul Lütke Wissing: »Bei der Desktop-Virtualisierung – beispielsweise mit Citrix Xen App – ist das Verhältnis von Anwender-Anzahl pro Server sehr viel niedriger als bei der zentralen Anwendungsbereitstellung vom Rechenzentrum aus, weil jeder Anwender einen eigenen virtuellen Desktop nutzt. Arbeitsintensive Anwendungen, wie beispielsweise SAP-GUI, werden möglicherweise auch künftig auf Xen App laufen. Damit entsteht ein Hybrid-Szenario, das wiederum einen höheren Administrations-Aufwand erfordert. Deshalb ist es derzeit noch schwierig, die finanziellen Vorteile mit spitzer Feder durchzurechnen.«

Leichter teilt diese Einschätzung: »Eine wirklich schwierige Frage bleibt dabei der Skalierungseffekt – hier muss man immer die individuelle Kundensituation bewerten. Wir gehen davon aus, dass die VDI-Lösung im Kontext beziehungsweise im Tandem mit bestehenden Terminalserver-Lösungen zur Anwendung kommen wird.«

Bis sich bei den Endkunden eine durchgängige Desktop-Virtualisierungsstruktur durchsetzt, werde es daher noch ein paar Jahre dauern, aber ihr wird die Zukunft gehören, schätzen die Experten.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wohin die Reise im Bereich Desktop-Virtualisierung gehen könnte.

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