Windows 11 zwingt zu kostspieligen Hardware-Upgrades. Oneclick und Exoscale wollen einen Ausweg bieten: Windows 11 als Desktop as a Service aus der Cloud. Die Datenverarbeitung und der Support erfolgen DSGVO-konform aus europäischen Rechenzentren.
Veraltete Computer erfüllen die Windows-11-Anforderungen oft nicht. Mit Cloud-basierter Virtualisierung aus einer europäischen Cloud wollen Exoscale und Oneclick Kosten und Aufwand sparen.
(Bild: Canva / KI-generiert)
Windows 10 ist ausgelaufen und ursprüngliche Hardware kann durch die Anforderungen von Windows 11 auf einen Schlag veraltet sein. Oneclick, ein Anbieter für digitale Arbeitsplätze und Exoscale bieten nun Desktop-as-a-Service-Lösungen (DaaS) für Windows 11 an. So lasse sich bestehende Hardware weiterverwenden. Allerdings muss auch dann auf das verwendete Betriebssystem geachtet werden. „Die Nutzung eines ungesicherten Windows 10 PCs, um auf ein virtuell bereitgestelltes Windows 11 zuzugreifen, birgt große Risiken“, warnt Sven Langenfeld, Geschäftsführer Scimus Langenfelder & Helber.
Oneclick auf Exoscale, einer europäischen Cloud, ermöglicht Windows-11-Cloud-Arbeitsplätze und das ausschließlich in Europa. Pascal Poschenrieder, Chief Technology Officer bei Oneclick, betont: „Wir adressieren die drängenden Herausforderungen des Windows 10 End of Life mit einer Plattform, die Leistung, Sicherheit und Nachhaltigkeit vereint.“ Die Bereitstellung der vorkonfigurierten Cloud-Infrastruktur läuft komplett automatisch. Im Lösungspaket enthalten sind zusätzlich Einrichtung, Serverschutz und Backup. Laut den Anbietern ist das aktuell die einzig komplett europäische Windows-11-DaaS-Gesamtlösung: Hosting und Service finden ebenfalls in europäischen Rechenzentren statt.
Herausforderungen von Windows 11 durch die Cloud lösen
Windows 11 verlangt moderne Hardware-Sicherheitsfeatures wie Trusted-Platform-Module (TPM 2.0) und Secure Boot. Altgeräte können diesen Anforderungen oft nicht nachkommen und für einen Umstieg auf Windows 11 bedeutet das neue Kosten sowie zusätzlichen Elektroschrott. In virtuellen Maschinen sind diese Anforderungen virtuell erfüllt – so können alte Notebooks und PCs als reine Zugangsclients weitergenutzt werden, obwohl sie lokal kein Windows 11 ausführen könnten. Die Cloud-Infrastruktur von Exoscale kommt diesen Herausforderungen entgegen und bietet neben einer dedizierten Hypervisor-Technologie auch vTPM 2.0, Secure Boot und ein zentrales Image‑Management. Die Performance für GPU und Storage richtet sich nach Instanztyp und Standort. Nach Angaben des Anbieters gibt es hierfür keine Drosselungen. Mit ihrer gleichnamigen Plattform ermöglicht Oneclick dazu den Zugriff von sämtlichen Endgeräten (z. B. Mac- oder Linux-Clients), entweder durch den lokal installierten Client direkt über ein Secure Gateway oder über einen Webbrowser durch Secure Streaming. Die neue Lösung ist mit unterschiedlichen Funktionen wie unter anderem Microsoft Defender, Microsoft 365 oder Intune kompatibel und funktioniert auch in hybriden Infrastrukturen. „Diese Kooperation unterstreicht unser Engagement für Datensouveränität und ermöglicht es Unternehmen, ihre IT-Infrastruktur modern und effizient zu gestalten, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Compliance einzugehen,“ so Antoine Coetsier, Chief Operating Officer bei Exoscale.
Die Frage mit der Lizenzierung
Ein weiteres Problem stellt die Lizenzierung dar. Multi‑Sessions sind dank Microsoft derzeit ausschließlich auf Azure beschränkt. Oneclick und Exoscale setzen daher auf Single‑Session‑Desktops. Die Nutzungsrechte werden pro Nutzer über Virtual Desktop Access (VDA) lizenziert, wobei Oneclick diese als Cloud Solution Provider (CSP) bereitstellt – entweder in bestehende Microsoft‑Tenants des Kunden oder als neuen Tenant über Oneclick als CSP‑Direct‑Partner. Die Lizenzierung selbst erfolgt per User und nicht per VM.
Multi-Session vs. Single-Session
Bei Desktop-as-a-Service gibt es zwei grundsätzliche Ansätze: Single-Session bedeutet, dass jeder User eine eigene virtuelle Maschine erhält. Das ist wie ein klassischer PC, nur eben in der Cloud. Bei Multi-Session hingegen teilen sich mehrere User eine virtuelle Maschine (VM) und arbeiten in getrennten Sitzungen auf demselben Windows-System. Das ist deutlich kosteneffizienter, da eine VM mit beispielsweise 16 GB RAM gleichzeitig mehrere User bedienen kann, statt nur einen einzigen. Infrastrukturkosten könnten dadurch gesenkt werden. Anwender müssten sich dabei möglicherweise auf Einschränkungen wie weniger Individualität, geteilte Ressourcen und potentielle Sicherheitsrisiken einstellen. Allerdings müssen sich viele Anwender darüber gar keine Gedanken machen. Microsoft hat die Nutzung von Multi-Sessions für Windows 10 und 11 an Azure gebunden, oder stellt sie für On-Premise-Infrastrukturen in Kombination mit Azure Local zur Verfügung. Das bedeutet, andere Cloud-Provider können diese Technologie derzeit nicht nutzen und müssen auf Single-Sessions ausweichen. Dadurch werden DaaS-Angebote außerhalb von Azure etwas teurer, da mehr physische Ressourcen benötigt werden.
Windows 11 aus der europäischen Cloud auch für Managed Services
Auch wenn die Lösung nur mit beiden Unternehmen gemeinsam funktioniert, gibt es für Kunden nur einen Vertrag mit einer Rechnung sowie einem Ansprechpartner. Das läuft vorrangig über den Service von Oneclick. Die Exoscale-Cloud ist momentan an acht Standorten verfügbar, wobei der Fokus bisher auf Ost-Europa lag: Frankfurt, Genf, München, Sofia, Zagreb, Zürich und zwei Standorte in Wien. Im kommenden Jahr ist schließlich eine Ausbreitung geplant, so dass auch Kunden in West-Europa die Lösung beziehen können.
Die Pakete mit Windows 11 möchten beide Unternehmen möglichst transparent, flexibel und DSGVO-konform halten. Als Beispiel nennt Oneclick drei Preis-Pakete:
Stand: 08.12.2025
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Basic S: Ein DaaS-Paket, dass sich für kleine Teams mit geringen Software-Anforderungen eignen soll. Mit enthalten sind 2 vCPU, 4 GB RAM und 128 GB Datenspeicher. Pro Nutzer beginnen die Kosten für dieses Paket ab 49,90 Euro im Monat.
Standard M: Das Paket wird vor allem für mittelständische Unternehmen mit Standard-Anforderungen beworben. Hier sind 4 vCPU, 8 GB RAM und 128 GB Datenspeicher vorhanden. Pro Nutzer beginnen die Kosten für dieses Paket ab 59,90 Euro im Monat.
Premium L: Dieses Paket soll besonders Unternehmen mit Enterprise-Workloads mit hohen Anforderungen ansprechen. Enthalten sind hierbei 8 vCPU, 16 GB RAM und 128 GB Datenspeicher. Pro Nutzer beginnen die Kosten für dieses Paket ab 69,90 Euro im Monat.
Für alle Pakete sind vorinstallierte Microsoft 365 Produkte optional möglich. Die neue DaaS-Lösung ist sofort verfügbar.