Tarox-Chef Matthias Steinkamp über sein Tagesgeschäft

Wie Vulkane und Volatilität das Notebook-Business prägen

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ITB: Wie funktioniert die Design-Initiative von Intel?

Steinkamp: Intel definiert für verschiedene Märkte Design-Vorgaben, auf deren Basis lokale OEMs Business-Notebooks anbieten können – und zwar unter Wegfall der gerade angesprochenen Nachteile. So hat Intel technische Grundanforderungen für den EU-Markt definiert, und lokale OEMs aus Frankreich, Italien und Spanien – oder wie wir für Deutschland und Österreich – haben diese Grundanforderungen noch weiter angepasst. In der Preisgestaltung macht sich dieses Zusammenfassen von Einkaufsvolumen im Hinblick auf die Skaleneffekte bei höheren Losgrößen bezahlt. Auch beim Service haben diese Abnehmer ein besseres Standing. Durch eine bessere Bevorratung bei den Ersatzteilen ist deren Verfügbarkeit für 48 Monate gesichert.

ITB: Intel hat vor geraumer Zeit versucht, durch vereinheitlichte Notebook-Komponenten, so genannte Common Building Blocks, die Notebook-Standardisierung voran zu treiben, musste das Projekt aber wieder aufgeben. Tarox war damals auch mit dabei. Schlägt die Design-Initiative in dieselbe Kerbe wie damals?

Steinkamp: Nein, das würde ich nicht so sehen. Die Initiative damals war der Versuch, Notebook-Komponenten unterschiedlicher Hersteller austauschbar zu machen. Das Thema ist definitiv gescheitert. Ich denke, dass der Markt diese Möglichkeit der lokalen Notebook-Assemblierung nicht akzeptiert hat und so die erforderlichen Stückzahlen nicht zusammen kamen.

ITB: Der Euro könnte trotz der aktuellen Unterstützungsmaßnahmen weiter fallen gegenüber dem Dollar. Für Exporteure birgt das mitunter Vorteile, da Waren aus Ländern der Euro-Gemeinschaft günstig in Dollar zu haben sind. Wer aber wie Tarox in Dollar einkauft, um dann in Euro zu verkaufen, muss bei einem sinkenden Euro tendenziell höhere Preise kalkulieren. Wie beeinflusst dieser Zusammenhang gegenwärtig Ihr Geschäft?

Steinkamp: Ihre Grundaussage ist richtig. In der Praxis ist ein starker Dollar dennoch weniger das Problem als vielmehr eine hohe Volatilität. Kleinere Unternehmen kommen durch das ausgeprägte Auf und Ab relativ stark unter Druck, wenn zum Zeitpunkt X Angebote abgegeben wurden, die zum Zeitpunkt Y erfüllt werden müssen, zu dem ein ungünstigeres Euro-Dollar-Verhältnis besteht. In so einem Fall geht das direkt zu Lasten der Marge.

ITB: Sie meinen, weil auch die jeweiligen Wettbewerber zu ungünstigen Euro-Dollar-Verhältnissen einkaufen müssen, sind schlechtere Einkaufssituationen gar nicht so schlimm?

Steinkamp: Grundsätzlich schon, wobei die großen Anbieter in der Regel Preisanpassungen auf Quartalsbasis vornehmen und wir schneller reagieren müssen, was uns bei einem schwächer werdenden Dollar Vorteile verschafft, bei einem stärker werdenden Dollar allerdings früher zu Preisanpassungen zwingt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Einfluss aktueller Krisen auf das Notebook-Geschäft.

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