Der Neukundenvertrieb von SAP Business ByDesign wird noch im Frühjahr dieses Jahres eingestellt. Der CEO der All for One Group erläutert, warum das kein Beinbruch ist und wie es nun für die Bestandskunden weitergeht.
Michael Zitz, CEO, All for One Group: All for One will für die Bestandskunden weiterhin an SAP Business ByDesign feilen.
(Bild: All for One Group)
Partner wie All for One wurden über ein Schreiben von SAP informiert. Der eine oder andere Kunde oder Marktakteur erfuhr aus dem Handelsblatt, dass Business ByDesign aus dem Hause SAP von der Preisliste genommen und der Neukundenvertrieb zum 20. April 2026 eingestellt wird. Michael Zitz, CEO bei der All for One Group, wurde direkt informiert und hat genaue Vorstellungen davon, wie es in diesem Umfeld nun weitergehen soll.
Kunden auf die Entwicklung vorbereiten
Als langjähriger Partner für SAP Business ByDesign mit kurzem Draht zu den Produktteams in Walldorf war die All for One Group vorab informiert. „Die Kommunikation war klar und vorausschauend, sodass wir Kunden auf diese Entwicklung vorbereiten konnten“, betont der Manager.
Zwei Jahrzehnte Investition und Wertschöpfung
Das Wichtigste zuerst: War die Wertschöpfung, die Partner wie All for One in die Lösung investiert haben, jetzt umsonst? Zitz entgegnet darauf ein ganz klares „Nein“. Die Investitionen und die Wertschöpfung, die man als Partner über fast zwei Jahrzehnte hinweg in SAP Business ByDesign eingebracht habe, sei „vollständig wirksam und für unsere Business ByDesign-Kunden heute weiterhin von hohem Wert.“
Der Manager spricht von Stabilität und Planungssicherheit, für die man sorgen wolle und davon, dass Business ByDesign eine ausgereifte Lösung bleibe, die für viele mittelständische Kunden sehr gut funktioniere. Auch wenn die Lösung aus dem Neukundenvertrieb fällt, wird sie von SAP „weiterhin mit sicherheits- und rechtsrelevanten Updates versorgt“, betont der Chef der All for One Group (AFOG). In ihrer Rolle als „ergänzender Innovationspartner“ wird sein Unternehmen dazu beitragen, dass die Plattform stabil bleibt, gezielt weiterentwickelt wird und die Kunden der AFOG weiter darauf bauen können.
Up to date mit Add-ons
„Wir halten ein dediziertes Team von über 40 Experten für SAP Business ByDesign vor, um unseren über 200 Kunden in mehr als 30 Ländern Zukunftssicherheit zu geben“, so der Manager. Diese Experten würden nicht nur betreuen, sondern die Plattform mit eigenen Innovationen aktiv weiterentwickeln. Und das auch in Zukunft.
Ein Beispiel dafür sei das hauseigene Add-on für E-Invoicing, mit dem eine wichtige Funktionslücke geschlossen wurde. „Damit erfüllen unsere Kunden nicht nur die aktuellen gesetzlichen Anforderungen, sondern sind auch für künftige Entwicklungen bestens gerüstet“, betont Zitz.
Es geht weiter – und zwar planungssicher.
Michael Zitz, CEO, All for One Group
Botschaft an die Stammkunden
Als wichtigste Botschaft für die Stammkunden formuliert der Manager: „Es geht weiter – und zwar planungssicher.“ Für bestehende Anwender wird sich wenig ändern, da die Lösung bereits einen sehr hohen Reifegrad besitzen würde. SAP habe zugesichert, SAP Business ByDesign weiterhin mit Sicherheits-, Compliance- und gesetzlichen Updates zu unterstützen, so der Manager. Dabei hätten die Walldorfer explizit betont, dass es kein Wartungsende für SAP Business ByDesign gibt.
Investitionssicherheit
Sein Fokus als SAP-Partner bleibe, SAP Business ByDesign langfristig „weiter mit vollem Fokus zu betreuen und mit Innovationen zu versorgen“. „Wir haben die Expertise und die personellen Ressourcen, um weiterhin die Plattform durch Zusatzlösungen wie Add-ons und Services funktional zu erweitern. Das entkoppelt unsere Kunden vom akuten Handlungsdruck und gibt ihnen Investitionssicherheit.“
Neukundengeschäft mit Bestandskunden
Inwieweit Zitz hier sozusagen „gute Miene zum bösen Spiel“ macht, wie es so schön heißt – darüber kann nur spekuliert werden. Denn wegbrechendes Neukundengeschäft dürfte aus unternehmerischer Sicht keine gute Nachricht sein. Aber als „Trusted Advisor“ könnte das Unternehmen auch zumindest bestehende Installationen am Markt übernehmen. „Besonders freut es uns, dass unser Commitment am Markt deutlich wahrgenommen wird und wir immer mehr Kunden mit bestehenden SAP-Business-ByDesign-Systemen betreuen dürfen“, sagt der AFOG-Chef. Dadurch habe man die Möglichkeit, die eigene Expertise und eigene Innovationen „mit einer stetig wachsenden Stammkundenbasis zu teilen“.
Terraforming in der Partnerlandschaft
Es wird sich zeigen, was sich nun im Business-ByDesign-Partneruniversum tut: Einige Partner könnten sich aufgrund des ausbleibenden Neukundengeschäfts und der strategischen Neuausrichtung dazu entscheiden, ihre Partnerschaft zu überdenken oder zu beenden. Andere – wie die All for One Group – werden ihre Dienstleistungen auf die Betreuung, den Support fokussieren und auch weiterentwickeln – wie das E-Invoicing-Beispiel zeigt.
Stand: 08.12.2025
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Wechsel zur SAP Business Suite
Freilich können sich Kunden auch perspektivisch für einen Wechsel, beispielsweise auf die SAP Business Suite, entscheiden. Dann stehe man mit der Erfahrung aus zahlreichen Transformationsprojekten zur Stelle und könne die Migration strukturiert und risikoarm begleiten. „Ein Wechsel auf die neue SAP Business Suite lohnt sich beispielsweise bei sehr komplexen und globalen Szenarien, starkem internationalem Wachstum oder wenn ein Unternehmen die volle Tiefe und Breite der SAP S/4HANA-Plattform, inklusive neuer Technologien wie integrierte KI und umfassender Prozessintegration, strategisch nutzen möchte“, erläutert der CEO.
Wechselüberlegungen ohne Druck anstellen
Insbesondere für viele kleinere mittelständische Unternehmen werde SAP Business ByDesign aber die richtige und wirtschaftlich sinnvollere Option bleiben. Diese Entscheidung könne der Kunde ganz ohne Druck fällen; sie sollte daher allein auf strategischen Überlegungen beruhen.