Der Hersteller Auerswald hat neue Kommunikationslösungen auf den Markt gebracht, die sowohl NIS2- als auch CRA-konform sein sollen. Zugleich startet der Hersteller eine Informationskampagne für IT-Sicherheit. Christian Auerswald gibt nähere Einblicke.
Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Hersteller Auerswald will mit den eigenen Kommunikationslösungen auf dem Stand der Technik bleiben und so für mehr Sicherheit sorgen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Auerswald, ein Hersteller von Kommunikationslösungen, startet eine Kampagne für mehr IT-Sicherheit. Ziel der Kampagne ist es, Kunden neben sicheren und gesetzeskonformen Kommunikationslösungen auch praxisnahe Schulungen anzubieten, unterstützt durch die Expertise spezialisierter Juristen. Im Interview betitelt Christian Auerswald, Geschäftsführer von Auerswald, die neuen Schulungen liebevoll als „Jura für Techniker“.
Häufig herrscht in den Unternehmen Unklarheit darüber, ob sie zur Umsetzung der Regularien verpflichtet sind.
Christian Auerswald, Geschäftsführer von Auerswald
Während oft humorvoll angemerkt wird, dass heutige Generationen weder Telefonzellen noch Wählscheibentelefone kennen, unterstreicht dies zugleich einen wichtigen Fakt: Technischer Wandel ist tiefgreifend. Es sind neue Kommunikationswege entstanden, wodurch die Trennung zwischen Alt und Neu immer greifbarer wird. Was IT-Sicherheit angeht ist das ein großer, aber auch komplexer Schritt.
Christian Auerswald, Geschäftsführer der Auerswald GmbH & Co KG
(Bild: Auerswald)
Unternehmen, die sich in Sicherheit wiegen wollen, müssen nachziehen, das weiß der Hersteller Auerswald ebenso wie die meisten Unternehmen. Es herrscht derzeit spürbare Unsicherheit, vor allem infolge regulatorischer Anforderungen wie NIS-2 oder dem Cyber Resilience Act (CRA). Geschäftsführer Christian Auerswald betont, dass viele Unternehmen irrtümlich annehmen, nicht betroffen zu sein – ein folgenschwerer Denkfehler. „Häufig herrscht in den Unternehmen Unklarheit darüber, ob sie zur Umsetzung der Regularien verpflichtet sind. Viele gehen zum Beispiel davon aus, nicht von der NIS-2-Richtlinie betroffen zu sein, weil die Zahl ihrer Beschäftigten unter 50 liegt,“ so Auerswald. Ein Beispiel sind Arztpraxen, die zwar häufig eine kleine Einrichtung sind, aber mit sehr sensiblen Daten arbeiten und deswegen auch unter NIS2 fallen.
Nicht zuletzt deswegen brachte der Hersteller bereits im letzten Jahr COMtrexx und COMuniq auf den Markt. Beide dieser Lösungen sollen NIS2- und CRA-konform sein. „Die COMpact Anlagen haben sich über die Jahre bewährt und funktionieren einwandfrei“, erklärt Christian Auerswald. Den strengen Sicherheitsanforderungen würden sie aber „nicht mehr vollends entsprechen“. Deswegen empfiehlt er nun den Wechsel auf die neueren Modelle. Die Migration der neuen Produkt soll dabei unproblematisch ablaufen, weswegen darauf geachtete wurde, dass diese untereinander und mit Produkten Dritter kompatibel sind. Für Bestandskunden soll es spezielle Angebote und Vergünstigungen geben, zudem kann jederzeit auf technische Unterstützung durch Reseller zurückgegriffen werden.
Hintergrund
Wer ist Auerswald?
Die Auerswald GmbH & Co. KG ist ein deutscher Hersteller von Kommunikationslösungen für VoIP-Infrastrukturen (Voice over Internet Protocol). Das Unternehmen ist ein Familienunternehmen, das 1960 gegründet wurde und mittlerweile von Christian Auerswald geführt wird. Neben den Standorten Cremlingen, Hannover und Berlin, findet auch die Produktion und Entwicklung ausschließlich in Deutschland statt. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen auf skalierbaren digitalen Telefonanlagen, schnurgebundenen SIP-Desktoptelefonen und schnurlosen Telefonen (IP-DECT), die auch in größeren Gebäuden funktionieren. Außerdem konzentriert sich das Unternehmen auf Cloud-Dienste, Smartphone-Apps zur mobilen Kommunikation sowie Headsets und Produkte für die Türkommunikation.
Produkte auf dem Stand der Technik
Auerswald macht IT-Security zum Fokusthema im Jahr 2025.
(Bild: Auerswald)
Aber was bedeutet es, dass Produkte NIS2- und CRA-konform sind? Bei COMtrexx wurden unter anderem Sicherheitsfeatures wie Multifaktor-Authentifizierung (MFA) und Fail2ban berücksichtigt. Das reicht aber nicht. Der Stand der Technik ist dynamisch und die einzige Möglichkeit langfristig konform zu sein besteht darin, immer „Up-to-Date zu bleiben und Neuerungen schnellstmöglich umzusetzen“, macht Auerswald deutlich. Deswegen arbeite ein Großteil der Mitarbeitenden von Auerswald an der Optimierung von Sicherheitsaspekten der einzelnen Produkte. Der Geschäftsführer fügt außerdem noch an: „Laut den Richtlinien müssen unsere Lösungen dem Stand der Technik entsprechen und ein Verstoß kann bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kosten.“ Sogar ein Verbot der Produkte wäre bei einem Verstoß denkbar.
Die Kampagne für IT-Sicherheit
Die besten technischen Sicherheitslösungen scheitern, wenn Mitarbeiter nicht ausreichend sensibilisiert sind – vielzählige Artikel über Phishing-Angriffe beweisen das. Mit diesem Gedanken hat das Unternehmen Auerswald eine Informationskampagne gestartet. Neben dem Wechsel zu gesetzeskonformen Produkte, bieten sie jetzt Schulungen wie Beratungen zu Security-Themen an. „Um potenzielle Gefahren abzuwehren, ist das Bewusstsein der gesamten Belegschaft zu schärfen und, wo nötig, auch juristische Unterstützung einzuholen“, beteuert Auerswald. Deswegen arbeiten sie unter anderem mit spezialisierten Juristen zusammen, sodass Themen wie CRA oder Datenschutz näher beleuchtet werden können und jeder Mitarbeiter die Dringlichkeit versteht.
Stand: 08.12.2025
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Indem wir unsere eigenen Produkte entwickeln, haben wir das Thema Sicherheit selbst in der Hand.
Christian Auerswald, Geschäftsführer, Auerswald GmbH und Co. KG
„Eine hochwertige Telekommunikationsinfrastruktur funktioniert zwar auch nach 20 Jahren noch einwandfrei, weshalb manchen ein Wechsel vielleicht verfrüht erscheint," sagt Geschäftsführer Auerswald auf die Frage, wie er mit der Zurückhaltung im Mittelstand umgehe. „Doch den aktuellen und künftig strengen Sicherheitsanforderungen wird sie nicht mehr entsprechen, sodass ein Wechsel auf ein moderneres System unumgänglich wird. An so einem Punkt stehen wir aktuell“, führt er fort. Zusammen mit den juristischen Argumenten würde das laut ihm auch Zweifler überzeugen.
Als ein weiteres Argument für moderne Kommunikationslösungen nennt er zudem die Künstliche Intelligenz. Neue Funktionen wie intelligentes Routing oder Anrufanalysen durch KI sorgen in vielen Unternehmen für Effizienzgewinne und das sei „durchaus ein starkes Argument für einen Wechsel“, stellt Christian Auerswald fest.
Hürden wie Kosten, knappe Ressourcen und fehlendes Knowhow stehen Unternehmen häufig im Weg, um ein angemessenes Sicherheitsniveau einzuführen. Auerswald erläutert, wie ein einfacher Umstieg in mehreren Schritten realisierbar ist:
Schrittweise Vorgehen: Die bestehenden Produkte können zunächst erhalten bleiben und dadurch geschützt werden, dass die COMtrexx Next vorgeschaltet wird. Die Anlage wäre damit rechtskonform und das Netz etwas sicherer. Nach und nach können dann kleine Teile auf die neue Anlage migriert werden.
Lizenzmodelle: Das Unternehmen Auerswald bietet unterschiedliche Lizenzmodelle an, unter anderem auch eines, das bereits ab fünf Usern startet. Hier ist es relevant, die Lösung zu wählen, die mit den Standard SIP-Telefonen (Session Initiation Protocol) kompatibel sind.
QR-Code und Reseller: Um eine Lösung richtig einzurichten, gibt es passende QR-Codes. Diese können gescannt werden und gleichen so fehlendes Fachwissen direkt aus. Zudem können Reseller die Lösungen aus der Ferne einpflegen, warten und überwachen. So können Konfigurationen, Updates oder Fehlerbehebungen kostengünstiger vorgenommen werden.
Auerswald schätzt eine gute Partnerlandschaft, wobei der Hersteller unter anderem in den Portfolios von Distributoren wie Api und Komsa auftaucht. Zukünftig möchte das Unternehmen die Partnerlandschaft so ausbauen, dass neben Resellern auch mit Systemhäusern zusammengearbeitet werden kann. Bei den Premium-Partnertagen haben Partner zweimal im Jahr die Möglichkeit, sich auszutauschen und über die neuen Produkte zu informieren. Geschäftsführer Auerswald zeigt sich begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Channel: „Ich mag diese partnerschaftliche hanseatische Zusammenarbeit, die durch Offenheit, Authentizität und Ehrlichkeit geprägt ist. Durch das gegenseitige Vertrauen ist man am Ende informierter, als es auf Geschäftsführerebene normalerweise üblich ist.“
Neben den neuen Produkten und Schulungen verspricht die Kampagne außerdem, dass die Fertigung der Hardware und das Hosting der einzelnen Dienste in Deutschland stattfindet. „Wir sind nicht dazu verpflichtet, versteckte Backdoors einzubauen“, erläutert der Geschäftsführer. Für die Sicherheit ist das ein großes Plus. Das Gütesigel „Made in Germany“ stehe für „Zuverlässigkeit und Sicherheit“, so Auerswald.
Die DSGVO kann durch die Fertigung und das Hosting in Deutschland problemlos eingehalten werden. Auch „politisch instabile Vereinbarungen wie das Transatlantic Data Privacy Framework haben folglich keinen Einfluss“, macht Auerswald klar. Sollte ein Framework wie dieses kippen, hat das bei Lösungen, die in Deutschland produziert werden, keinen Einfluss – Unabhängigkeit ist hier ein großes Schlagwort.