Channel-Chefin Silvia Kaske: „Das SMB-Geschäft gehört den Partnern“

Welche Rolle der Channel bei Oracle künftig spielen wird

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ITB: Ein weiterer Knackpunkt für ehemalige Sun-Partner ist die Verlängerung der Wartungsverträge, die Oracle ab dem zweiten Jahr direkt übernimmt. Viele Endkunden wollen den First- und Second-Support weiterhin von ihrem bisherigen Dienstleister haben und es gibt auch entsprechende Verträge, die Reseller zu erfüllen haben – sie dürfen es aber laut offizieller Oracle-Richtlinie nicht.

Werner: Das ist ein wichtiges, komplexes Thema, das wir ernst nehmen. Es gibt viele individuelle Situationen, die wir von Fall zu Fall betrachten. Wir werden dazu noch final Stellung nehmen – mehr kann ich im Moment dazu nicht sagen. Wo immer hier akute Anforderungen bestehen, sind wir mit den Partnern in Gesprächen, und ich kann nur an die Reseller appellieren, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

ITB: Die Erreichbarkeit war allerdings in der Vergangenheit für viele Hardware-Partner auch ein Problem…

Werner: Die Integration zweier Unternehmen mit einem derart umfassenden Produkt-Portfolio ist von einer Vielzahl von Herausforderungen begleitet. Die meisten Aufgaben sind gemacht. Wir sind startklar, und Partner können von uns noch viel Unterstützung erwarten. Jetzt kommt richtig Bewegung in das Geschäft.

ITB: Oracles Komplettlösungen Exadata und Exalogic, die Sun-Hardware und Oracle-Software kombinieren, zielen auf Großkunden ab. Welche Rolle spielt der SMB-Channel?

Kaske: Den SMB-Markt betreuen wir schon seit Jahren über die Distribution. Das ist ein reines Channel-Geschäft, für das wir auch zahlreiche Partnerprogramme, beispielsweise das Remarketer-Programm für die Standard-Editions, aufgelegt haben. Wir wollen dieses Marktsegment mit unseren Partnern weiter ausbauen.

ITB: Wird es auch eine Exalogic-Variante für SMB-Kunden geben?

Kaske: Es wird künftig weitere dieser integrierten Stacks geben. Wie bei Exadata erspart dies unseren Partnern aufwändige Integrations-Arbeit und verschafft ihnen damit mehr Zeit, um ihre Kunden rund um die Geschäftsprozesse zu betreuen.

ITB: Aus Sicht von Oracle ist für Endkunden das Thema Prozess-Optimierung weitaus wichtiger als die Frage nach der Technologie. Wie wirkt sich das konkret aus?

Kaske: Systeme und Schnittstellen müssen einerseits weitaus fachbereichs-orientierter und andererseits auch abteilungsübergreifend nutzbar sein. Das funktioniert nur, wenn es gelingt, Anwendern alle Tools anzubieten, die sie für die Automatisierung und Flexibilisierung ihrer IT benötigen. Unsere Lösungen – insbesondere die Fusion-Suite – basieren auf einer service-orientierten Architektur, SOA. Sie decken alle Anforderungen des Business Process Management ab.

ITB: Wie unterstützen Sie Ihre Reseller dabei, diesem Wandel Rechnung zu tragen?

Kaske: Wir haben bereits vor zwei Jahren eine Business Intelligence Community und eine GRC-Community ins Leben gerufen, die von unseren Partnern sehr rege genutzt werden. Sie können hier ihre Kompetenzen bündeln und Fragen mit Oracle und mit anderen Partnern klären. Zudem haben wir jetzt eine eigene SOA-Community gestartet.

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