Definition Was ist VS-NfD?

Von SiLip

VS-NfD ist die Abkürzung für „Verschlusssachen – nur für den Dienstgebrauch“. Hierbei handelt es sich um die unterste von vier Geheimhaltungsstufen für Behörden. Damit gekennzeichnete Informationen dürfen ausschließlich berechtigte Personen einsehen.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Rechtliche Grundlagen für VS-NfD

Die rechtlichen Grundlagen für Verschlusssachen finden sich in der Verschlusssachenanweisung (VSA), im Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG), in der Sicherheitsüberprüfungsfeststellungsverordnung (SÜFV) sowie im Geheimschutzhandbuch (GHB) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Weitere rechtliche Verpflichtungen zur Geheimhaltung können sich aus spezifischen vertraglichen Vereinbarungen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern ergeben.

Verschlusssachenregelung nach § 4 SÜG

Als Verschlusssachen nach diesem Gesetz gelten im öffentlichen Interesse geheimhaltungsbedürftige Tatsachen, Erkenntnisse und Gegenstände. Deren Form und Gestaltung spielt dabei keine Rolle. Eine Fotokopie kann ebenso eine Verschlusssache darstellen wie das gesprochene Wort oder eine technische Einrichtung. Die Einstufung wird je nach Geheimhaltungsbedürftigkeit von einer Behörde selbst durchgeführt oder von ihr veranlasst. In Deutschland gibt es folgende vier Geheimhaltungsgrade:

  • 1. Streng geheim (Abk.: Str. Geh.)
  • 2. Geheim (Abk.: Geh.)
  • 3. VS-Vertraulich (Abk.: VS-Vertr.)
  • 4. VS-Nur für den Dienstgebrauch (Abk.: VS-NfD)

Abhängig von der Geheimhaltungsstufe ergeben sich unterschiedliche Anforderungen bezüglich personeller und materieller Geheimschutzmaßnahmen.

Personeller und materieller Geheimschutz des Grades VS-NfD

Der personelle Geheimschutz betrifft alle Personen, die mit Verschlusssachen in Kontakt kommen können. Entsprechende Maßnahmen sollen sicherstellen, dass niemand, der ein Sicherheitsrisiko darstellt, Zugang zur Verschlusssache erhält.

Personen, die Zugriff auf Verschlusssachen des Grades VS-NfD haben oder sich Zugriff auf diese verschaffen könnten, müssen gemäß Ziffer 1.7 GHB die in Anlage 4 GHB festgesetzten Regeln einhalten.

Der materielle Geheimschutz knüpft an die im Unternehmen getroffenen technischen und organisatorischen Vorkehrungen zum Schutz der Verschlusssachen an. Er umfasst Maßnahmen bezüglich Herstellung, Kennzeichnung, Bearbeitung, Vervielfältigung, Verwahrung, Verwaltung, Weitergabe und Transport der Geheimsachen sowie der Sicherheit von IT-Systemen. Bei Verschlusssachen, die als VS-NfD eingestuft wurden, richtet sich der materielle Geheimschutz nach den Richtlinien in Anlage 4 und 4a, Ziffer 1.7 GHB.

VS-NfD in Hinblick auf die IT-Sicherheit

Beim Verarbeiten von Verschlusssachen mithilfe von IT-Systemen gewinnt das Thema IT-Sicherheit an Bedeutung. Abhängig vom Geheimhaltungsgrad sind besondere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit der Geheimsachen sicherzustellen. Hierzu gehören unter anderem technische und organisatorische Maßnahmen zur Zugangs- und Zugriffskontrolle, die Datensicherung und das Löschen und Vernichten von Daten.

Gemäß Verschlusssachenanweisung kann eine regelmäßige Umsetzung des BSI-IT-Grundschutz-Standards erforderlich sein. Das systematische Vorgehen beim Absichern ihrer IT-Systeme gegen Gefährdungen der IT-Sicherheit können Behörden und Unternehmen mithilfe des ISO/IEC 27001-Zertifikats nachweisen.

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