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Definition Was ist New Work?

Autor / Redakteur: Laimingas / Sarah Nollau

Die Industriegesellschaft entwickelt sich unaufhaltsam zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Diese Entwicklung ist eng verbunden mit einem Wertewandel, der sich langfristig auf die Arbeit auswirkt. Hier setzt das Konzept von New Work an.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Idee hinter New Work (deutsch: Neue Arbeit) stammt von dem österreichisch-amerikanischen Sozialphilosophen Frithjof Bergmann. Bergmann ging dabei von eigenen Studien zum Freiheitsbegriff aus, speziell dem amerikanischen Begriff von Freiheit, sowie von der Annahme, dass das frühkapitalistische Job-System der Lohnarbeit kurz vor seinem Ende stehe.

Freiheit ist für Bergmann nicht die Möglichkeit, zwischen zwei Alternativen zu wählen (also Wahlfreiheit), sondern die Chance, etwas wirklich Wichtiges und Bedeutendes zu tun (also Handlungsfreiheit). Deshalb muss sich die Menschheit von der Lohnarbeit befreien und Konzepte für eine Neue Arbeit finden, um Freiräume für die Entfaltung der Persönlichkeit und Kreativität jedes arbeitenden Menschen zu schaffen. Als zentrale Werte gelten dabei eine weitgehende Selbstständigkeit, Freiheit und eine aktive Teilnahme und Teilhabe an der Gesellschaft.

Die Struktur von New Work

Bergmann will das bisherige System der Lohnarbeit, das durch die industriellen Revolutionen und Evolutionen geprägt wurde, Schritt für Schritt in das System New Work überführen. Die hochgradige Arbeitsteilung, strikte Hierarchien und eingefahrene Zeitstrukturen bestimmen derzeit den Standard-Arbeitsprozess. Dieser wird aber mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung abgelöst und von mehr wissens- und schöpfungsorientiertem Arbeiten ersetzt. Kreativität, Ideen und Eigeninitiative sowie selbstbestimmtes Handeln werden nicht nur möglich, sondern auch verstärkt gefordert. Um diese Veränderungen und neuen Herausforderungen zu meistern, bedarf es nach Bergmann und den Anhängern seiner Theorie des Konzeptes New Work.

Dieses soll am Ende aus drei gleichwertigen Teilen bestehen, und zwar einem Drittel Erwerbsarbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts, einem Drittel Selbstversorgung (High Tech Self Providing) und intelligentem Konsum (Smart Consumption) sowie einem Drittel Arbeit, die ein Mensch „wirklich, wirklich“ will.

Die drei Bausteine von New Work

Die Erwerbsarbeit wird schon aus Gründen fortschreitender Automatisierung immer weiter zurückgehen, soll aber laut der New-Work-Idee geplant verkürzt werden und eine finanzielle Grundlage für den Erwerb von Produkten schaffen, die nicht durch eigene Arbeit oder Netzwerke in der Nachbarschaft hergestellt werden können.

Um trotz weniger Einkommen einen ausreichenden Lebensstandard zu gewährleisten, sollen sich die Menschen auf einem hohen technischen Niveau selbst versorgen. Zudem kann ein intelligenter Konsum dabei helfen, nur die Dinge zu erwerben, die man wirklich braucht.

Der wichtigste Teil von New Work ist laut Bergmann allerdings das Streben nach einer sinnvollen und ganz bewusst gewollten Arbeit, die den Vorstellungen und Begabungen eines Menschen entspricht, die er „wirklich, wirklich“ will.

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