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Definition Was ist eine Wertschöpfungskette?

Autor / Redakteur: Mandarina / Sarah Böttcher

Die Wertschöpfungskette ist ein Modell, das vom US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Michael E. Porter entwickelt wurde. Es gründet auf der Idee, dass ein Produkt mit jeder Stufe, die es im Unternehmen durchläuft, einen Mehrwert erhält.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

In seinem Werk über Wettbewerbsvorteile hat Porter die Wertschöpfungskette zum ersten Mal vorgestellt. Sie basiert auf Tätigkeiten, die den Wert eines Produktes in den einzelnen Prozessen im Unternehmen erhöhen. Dies sind:

  • Wareneingang,
  • Operationen im Unternehmen,
  • Marketing und Vertrieb,
  • Warenausgang,
  • Kundenservice.

Dazu kommen die unterstützenden Tätigkeiten wie Personalwesen, Entwicklung oder Einkauf, die mit der Produktion und Wertschöpfung direkt nicht in Verbindung stehen. Das Grundmodell ist von der Automobilindustrie bis zu deren Zulieferern im Prinzip für jedes produzierende Unternehmen anwendbar. Es wird auch als Wertkette bezeichnet.

Werte und Gewinn im Fokus der Analysen

Alle Tätigkeiten, die einen Mehrwert in Bezug auf ein Produkt darstellen, haben auf die Gewinnmarge einen direkten Einfluss. Daher ist die Analyse der Schritte wichtig, um den Gewinn optimal zu gestalten. Der Mehrwert der durch die Produktion entsteht, lässt sich am Beispiel der Automobilindustrie gut darstellen.

Vereinfacht gesagt ist ein neues Produkt etwas, das sich aus der Summe der Einzelteile von den jeweiligen Zulieferern zusammensetzt. Gewinn muss aber im Gegensatz dazu etwas sein, das sich daraus ergibt, dass der Gesamtwert eines Produkts größer ist als die Summe der Einzelwerte seiner Bestandteile. Das bedeutet, ein Auto muss einen höheren Verkaufswert erzielen als die Summe der für die Bauteile ausgegebenen Werte.

Hier kommt die Wertschöpfungskette ins Spiel: Für jeden Produktionsschritt gibt es eine Wertsteigerung, die in der Summe den Gewinn ausmacht. Will man dies genauer auf einen Verbesserungsbedarf hin untersuchen, ist also auch in der Automobilindustrie die Analyse der einzelnen Abschnitte der betrieblichen Wertschöpfungskette wichtig.

Einflussfaktoren auf die Wertschöpfungskette

Nicht immer kann die Automobilindustrie oder auch jede andere Branche die Wertschöpfungskette selbst beeinflussen. Sie hängt in ihren Werten auch von Faktoren ab, die außerhalb des Unternehmens liegen. In der Automobilindustrie sind die Zulieferer dafür ein aussagekräftiges Beispiel. Ihre Preise und die Qualität der gelieferten Produkte beeinflussen die Wertschöpfungskette und damit auch den Gewinn des Automobilherstellers. Steigen die Preise, reduziert sich die Gewinnspanne. Sinkt die Qualität des Zulieferers, hat dies Einfluss auf den Umsatz und damit ebenfalls auf den gesamten Gewinn des Automobilherstellers, der in solchen Fällen unter Umständen über einen Wechsel des Zulieferers nachdenken wird. Insofern hat die Wertschöpfungskette auch Einfluss auf strategische Entscheidungen, die in einem Unternehmen getroffen werden.

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