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Definition Was ist eine Insolvenz?

Autor / Redakteur: Diderot / Heidemarie Schuster

Insolvenz steht gleichbedeutend für die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens oder einer Privatperson.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Wann eine Insolvenz eintritt und welche Schritte nach ihrem Eintreten zu unternehmen sind, regelt die Deutsche Insolvenzordnung aus dem Jahr 1999.

Insolvenz von Unternehmen

Die Insolvenz von Unternehmen wird als Regelinsolvenz bezeichnet. Dieser Begriff wird benutzt, um die Unternehmensinsolvenz von der Zahlungsunfähigkeit privater Personen abzugrenzen. In letzterem Fall wird von Privatinsolvenz oder Verbraucherinsolvenz gesprochen. Unternehmensinsolvenzen können drei Gründe haben:

  • Zahlungsunfähigkeit: Die Unmöglichkeit, fällige Schulden zu begleichen
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit: Die Unmöglichkeit, zum Zeitpunkt der Schuldenfälligkeit diese zu begleichen
  • Überschuldung: Der Zeitpunkt, zu dem das Unternehmensvermögen kleiner als die Summe der Unternehmensschulden ist

Insolvenzverfahren bei Unternehmen

Die Insolvenzordnung erklärt ein Unternehmen für zahlungsunfähig, wenn es weniger als 90 Prozent seiner Verbindlichkeiten begleichen kann. Die Unternehmensführung ist im Falle einer Insolvenz verpflichtet, innerhalb von drei Wochen nach Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag zu stellen. Das Amtsgericht prüft diesen Antrag und setzt in den meisten Fällen einen Insolvenzverwalter ein. Dieser entscheidet darüber, ob das zahlungsunfähige Unternehmen saniert werden kann oder ob die Vermögensbestandteile so schnell wie möglich verwertet und unter die Gläubiger verteilt werden. Gleichzeitig wird in diesem Fall dem Schuldner ein Einkommensteil als Existenzsicherung zugesprochen.

Insolvenz von Privatpersonen

Eine Insolvenz kann auch Privatpersonen betreffen. Wer als Privatperson zahlungsunfähig ist, kann im Rahmen der Insolvenzordnung eine Privatinsolvenz (syn. Verbraucherinsolvenz) beantragen und mittels einer gesetzlichen Insolvenzabwicklung eine Restschuldbefreiung erreichen. Ziel dieses Verfahrens ist es, alle Gläubiger des privaten Schuldners anteilig und in einem gleichen Maße zu entschädigen. Nach einem erfolgreich abgewickelten Verbraucherinsolvenz-Verfahren ist die Privatperson komplett schuldenfrei.

Insolvenzverfahren bei Privatpersonen

Eine Privatperson ist zahlungsunfähig, wenn sie ihre Schulden aus eigener Kraft nicht mehr reduzieren kann. Bevor die Privatperson Insolvenz beantragt, sollte sie unterstützt von einer Schuldnerberatung eine außergerichtliche Einigung mit ihren Gläubigern anzustreben versuchen. Erst wenn nicht alle Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan zustimmen, wird die Privatinsolvenz eingeleitet. Dazu wird ein Insolvenzeröffnungsantrag beim Insolvenzgericht gestellt. Es wird ein Treuhänder eingesetzt, der das noch vorhandene Vermögen des Schuldners an die Gläubiger ausschüttet. Innerhalb einer sechsjährigen Wohlverhaltensphase tritt der Schuldner sein gesamtes pfändbares Einkommen an den Treuhänder ab. Dieser verteilt das Geld an die Gläubiger. Wenn sich der Schuldner innerhalb dieser sechs Jahre nach seiner Insolvenz an alle Auflagen gehalten hat, spricht das Insolvenzgericht eine Restschuldbefreiung aus.

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