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Definition Was ist die VG Wort?

Autor / Redakteur: jelsag / Sarah Nollau

Die VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) verwaltet die Rechte der Urheber aus Zweitverwertungen von sprachlichen Publikationen. Sie zieht Tantiemen für die Nutzung ihrer Werke ein. Ein Teil davon wird einmal jährlich an die Autoren ausgeschüttet.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die VG Wort wurde im Jahr 1958 auf Betreiben des damaligen VS (Verband deutscher Schriftsteller) gegründet. Sie ist ein eingetragener, nicht profitorientiert arbeitender Verein, in dem sich Autoren und Verlage zusammengeschlossen haben, um ihre Urheberrechte gemeinsam zu verwerten. Der Geschäftssitz des Vereins ist München. Die Aufgabe der VG Wort besteht darin, für die Urheber bereits publizierter sprachlicher Werke als Treuhänder zu agieren und damit sicherzustellen, dass sie ihre Tantiemen auch für Zweitverwertungen erhalten. Die VG Wort steht unter der Aufsicht des Deutschen Patent- und Markenamtes. Bei Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und den Autoren wird die Schiedsstelle des Amtes als Vermittler tätig.

Wen vertritt die VG Wort?

Die VG Wort wird für Urheber sprachlicher Werke in den Sparten Belletristik, Wissenschaft und Presse tätig. Sie vertritt Autoren, Übersetzer und freie Publizisten. Seit 2008 werden durch den Verein auch die Tantiemen von Urhebern verwaltet, die ausschließlich im Internet publizieren. Auch Webseitenbetreiber und Blogger können seitdem Vergütungen der VG Wort erhalten, sofern ihre Seiten frei zugänglich sind und pro Jahr eine Mindestanzahl von Besuchern erhalten.

Bis 2016 waren auch die Verlage an den Ausschüttungen der VG Wort beteiligt. Tantiemen aus Zweitverwertungen wurden zwischen Autoren und Verlagen nach bestimmten prozentualen Schlüsseln aufgeteilt. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. April 2016 musste diese Praxis aufgegeben werden. Demnach steht den Urhebern, also den Autoren, die gesamte Ausschüttung der Vergütungen zu. Sie entscheiden darüber, ob sie die Vergütungen für Zweitverwertungen zu einem bestimmten Prozentsatz mit ihren Verlagen teilen wollen.

Was gilt als vergütungspflichtige Zweitverwertung?

Als vergütungspflichtige Zweitverwertung gelten alle Verwendungen eines bereits veröffentlichten Werkes oder von Teilen daraus mit Ausnahme einer ausschließlich privaten Nutzung. Zur gebührenpflichtigen Nutzung eines solchen Werkes zählen beispielsweise:

  • Das Erstellen von Kopien
  • Die Veröffentlichung in Pressespiegeln
  • Die Ausleihe in Bibliotheken oder Lesezirkeln
  • Online-Publikationen
  • Die Verwendung in Wissenschaft und Forschung, zum Beispiel in Schulbüchern und Vorlesungsskripten

Vertretung durch die VG Wort

Die VG Wort vertritt die Rechte von über 400.000 Autoren. Um ihre Urheberrechte wahrzunehmen, übertragen sie dem Verein das Recht, für die Nutzung ihrer veröffentlichten Werke Gebühren einzuziehen. Hierfür wird zwischen dem Autor und der VG Wort ein Wahrnehmungsvertrag geschlossen. Für Autoren sind die Registrierung und der Vertragsabschluss kostenlos.

Verwendung der eingezogenen Tantiemen

Im Jahr 2016 hat die VG Wort rund 185 Millionen Euro an Tantiemen für Zweitverwertungen eingezogen, ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf etwa eine halbe Milliarde Euro. Ein Teil dieser Gelder wird einmal jährlich an die Autoren ausgezahlt. Außerdem finanziert die VG Wort mit den Tantiemen ihre eigene Verwaltung und verschiedene soziale Sicherungssysteme für Autoren. Hierzu gehören Zahlungen an die Künstlersozialkasse, Sozial- und Beihilfefonds für Autoren und Verleger sowie ein Autorenversorgungswerk, aus dem freiberufliche Autoren Zuschüsse für ihre private Altersversorgung erhalten.

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