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Definition Was ist Design Thinking?

Autor / Redakteur: Laimingas / Michael Hase

Bei Design Thinking handelt es sich um einen Denkansatz, der darauf basiert, neue Ideen in interdisziplinären Teams zu entwickeln.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Design Thinking dient dazu, Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln. Allerdings handelt es sich dabei weder um einen Prozess noch eine Methode. Vielmehr ist Design Thinking ein Denkansatz, der sich in Bezug auf Innovationen an den Motivationen und Bedürfnissen von Anwendern orientiert.

Der Ansatz geht zurück auf David Kelley, den Gründer der Design-Agentur IDEO mit Sitz im Silicon Valley. Wesentlich mitgeprägt wurde er seit Anfang der 1990er Jahre durch Larry Leifer und Terry Winograd, zwei Professoren des Hasso Plattner Institute of Design Thinking an der Stanford University. Das Institut, das auch den Namen „d.school“ trägt, wurde 2005 als Stiftung des SAP-Mitbegründers Hasso Plattner ins Leben gerufen. Mittlerweile nutzen zahlreiche Organisationen und Unternehmen unterschiedlicher Größe den Ansatz des Design Thinking für Entwicklungsprojekte und Innovationen.

Was steckt dahinter?

Das Verfahren orientiert sich an der Arbeit von Designern im Sinne einer Kombination verschiedener Prozesse. Im Einzelnen gehören dazu:

  • Verstehen
  • Beobachten
  • Finden von Ideen
  • Verfeinern
  • Ausführen
  • Lernen

Anderes ausgedrückt, geht es darum, Methoden von Designern auf bestimmte Prozesse und Fragestellungen anzuwenden. Dabei bleiben diese Methoden nicht bei der äußeren Gestaltung eines Produkts stehen, sondern gehen weit darüber hinaus. Ausgangspunkt sind die Bedürfnisse und Motivationen von Verbrauchern.

Design Thinking basiert auf der Prämisse, dass Lösungen für eine Fragestellung leichter gefunden werden, wenn Akteure aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten und wenn sie dies in einem kreativen Umfeld tun können. In der Praxis kommt Design Thinking auf divergierenden Gebieten zum Einsatz und wird von so unterschiedlichen Unternehmen genutzt wie etwa SAP, der Deutschen Bahn, Volkswagen oder dem Hannoverschen Zoo.

Methoden des Design Thinking

Die Methoden des Verfahrens sind so vielfältig wie seine Anwendungsbereiche. Gemeinsam ist ihnen die Orientierung am Nutzer, Visualisierung und Simulation sowie ein forschendes und iteratives Vorgehen. Im Marketing kommen beispielsweise Methoden wie Customer Journey Mapping und die Erstellung von User-Modellen - Stichwort „Persona“ - zum Einsatz.

Voraussetzung für den Erfolg von Design Thinking ist eine gemeinsame Denk- und Arbeitskultur. Sie beruht wiederum auf drei Elementen: interdisziplinären Teams, variablen Räumen und dem Entwicklungsprozess, wie er in der kurzen Aufzählung skizziert wurde. Die ideale Besetzung für interdisziplinäre Teams sind fünf bis sechs Personen, deren fachlicher Hintergrund heterogen ist, die aber Offenheit und Neugier für neue Perspektiven verbindet. Jedes Team wird bei seiner Arbeit von einem geschulten Coach begleitet, damit die Zusammenarbeit konstruktiv gestaltet und der Fokus stets auf die angestrebten Ziele gerichtet wird.

Die Räume, in denen die kreativen Prozesse des Design Thinking stattfinden, sollen so flexibel wie möglich gestaltet sein und sie sollten die Arbeit mit parallel arbeitenden Gruppen ermöglichen. Außerdem sollte ausreichend Material für die Gestaltung von Prototypen jeder Art bereitstehen.

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