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Was ist das Gehalt?

| Autor / Redakteur: jelsag / Ira Zahorsky

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Gehalt ist eine Vergütung für eine aus unselbstständiger Arbeit erbrachte Arbeitsleistung, die typischerweise in Form eines festen Monatsgehalts gezahlt wird.

Historisch wurde in Deutschland lange zwischen den Gehältern von Angestellten und Beamten sowie dem Arbeitslohn von Arbeitern unterschieden. Durch die Rentenreform des Jahres 2005 wurde diese Unterscheidung aufgehoben. Seitdem werden Löhne und Gehälter im juristischen und steuerlichen Sinne als Arbeitsentgelt bezeichnet.

Unterschied zwischen Lohn und Gehalt

Auch heute gibt es Unterschiede zwischen Gehalt und Lohn, die jedoch nicht mehr auf einer grundsätzlichen Unterscheidung zwischen verschiedenen Arbeitnehmergruppen beruhen. Der Arbeitslohn wird anhand der geleisteten Arbeitsstunden berechnet und kann im Vergleich der einzelnen Monate sehr unterschiedlich sein. Hier machen sich Urlaubs- und Feiertage sowie die Zahl der geleisteten Überstunden bemerkbar, die im Rahmen eines auf einem Stundenlohn beruhenden Arbeitsverhältnisses im Regelfall finanziell abgegolten werden. Das Gehalt ist dagegen eine fixe Summe, die sich durch Mehrarbeit nicht verändert. Veränderungen ergeben sich hier lediglich aus Nacht- oder Feiertagszuschlägen. Überstunden werden auf einem Zeitkonto angespart und durch Freizeit abgegolten, was unter anderem flexible Arbeitszeitregelungen ermöglicht. Die Verträge von Führungskräften mit einem außertariflichen Gehalt enthalten in der Regel einen Passus, dass die Arbeitszeit der Erfüllung der Arbeitsaufgabe anzupassen ist.

Ein Sonderfall sind Gehälter, die variable Bestandteile enthalten. In diesem Fall werden im Arbeitsvertrag ein fixes Gehalt sowie eine leistungsabhängige Vergütung vereinbart. In der Regel werden diese Boni jährlich angepasst, Kriterien dafür sind die Unternehmensperformance und die individuelle Arbeitsleistung. Zusätzliche Gehaltsbestandteile können außerdem Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder andere Sonderzahlungen sein. Bei Stellenausschreibungen und Gehaltsverhandlungen ist deshalb nicht das monatliche Gehalt, sondern das Jahresgehalt die relevante Größe.

Brutto- und Nettogehalt

Im Arbeitsvertrag wird grundsätzlich das Bruttogehalt vereinbart. Von dieser Summe werden eine Lohnsteuerpauschale sowie die Arbeitnehmerbeiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Auf das Konto des Arbeitnehmers wird somit nur das Nettogehalt ausgezahlt.

Urlaub, gesetzliche Feiertage sowie eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von weniger als sechs Wochen haben aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Entgeltfortzahlung keinen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Bei längeren Erkrankungen wird das Gehalt nach dem Ablauf der Sechs-Wochen-Frist durch das Krankengeld ersetzt, dessen Zahlung in die Zuständigkeit der Krankenkassen fällt.

Gehälter und Tarifverträge

Vom Grundsatz her kann das Gehalt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern frei verhandelt werden. In der Praxis gelten für viele Branchen jedoch Tarifverträge, die die Gehaltshöhe, die Gehaltsstufen sowie die Struktur der Löhne und Gehälter für die gesamte Branche regeln. Sofern ein Tarifvertrag vorhanden ist, verpflichtet er die Arbeitgeber dazu, mindestens das dort festgeschriebene Tarifgehalt für eine bestimmte Tätigkeit zu zahlen. Führungskräfte ab einer bestimmten Gehaltshöhe sind von den tarifvertraglichen Regelungen ausgenommen.

Frei verhandelte Gehälter gelten laut der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes als ungesetzlich, wenn sie monatlich weniger als zwei Drittel der in einer bestimmten Tarif- oder Wirtschaftsregion üblichen Gehälter betragen.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe des Gehalts?

Die Höhe des individuellen Gehalts hängt von verschiedenen Faktoren ab, zu denen die Anforderung der jeweiligen Stelle, Qualifikation und Berufserfahrung des Arbeitnehmers, aber auch die Branche und der Unternehmensstandort zählen. Eine Studie der Unternehmensberatung Hay Group aus dem Jahr 2016 weist aus, dass es innerhalb einer Branche für vergleichbare Stellen zwischen über- und unterdurchschnittlich zahlenden Unternehmen durchaus Gehaltsunterschiede von 40 bis 50 Prozent geben kann.

Gute Gehälter für IT-Experten

IT-Experten können sowohl mit ausgezeichneten Beschäftigungsperspektiven als auch mit attraktiven Gehältern rechnen. Der Hays Fachkräfteindex weist aus, dass Netzwerkadministratoren und Projektleiter hier derzeit an der Spitze stehen.

IT-Berufseinsteiger konnten im Jahr 2016 mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von etwas mehr als 36.000 Euro rechnen, mit drei bis sechs Jahren Berufserfahrung konnten sie mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von etwa 50.000 Euro rechnen. Besonders gute Verdienstmöglichkeiten hatten branchenübergreifend einerseits Praktiker mit einer abgeschlossenen IT-Berufsausbildung und einer Weiterbildung zum Meister oder Fachwirt sowie IT-Experten mit einem Master- oder einem Doktortitel.

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