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Was ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz regelt die Einreise zur Arbeitssuche und gibt den rechtlichen Rahmen für die Beschäftigung von qualifizierten ausländischen Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern vor. Es tritt am 1. März 2020 in Kraft.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein Teil des so genannten Migrationspakets, das aus insgesamt acht einzelnen Gesetzen besteht. Es schafft den Rahmen für eine erhöhte Zuwanderung qualifizierter Arbeitnehmer aus Drittstaaten. Das neue Gesetz hat zum Ziel, die Anwerbung von Fachkräften zu erleichtern, um den großen Personalbedarf deutscher Unternehmen angesichts leerer Bewerbermärkte zu decken. Dies gilt vor allem für Fachkräfte mit einer beruflichen, aber nicht akademischen Ausbildung.

Welche Änderungen bringt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Gegenüber früheren Regelungen bringt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz einige Änderungen. Die wichtigsten sind im Überblick:

  • Als Fachkräfte werden Personen mit einem Hochschulabschluss und solche mit einer qualifizierten Berufsausbildung (Ausbildungsdauer mindestens zwei Jahre) künftig einheitlich behandelt.
  • Für beide Gruppen gilt die Voraussetzung, dass eine Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Qualifikation durch die zuständige Stelle in Deutschland vorliegt, damit sie in ihrem Beruf arbeiten dürfen.
  • Der Einstieg für Ausländer aus Drittstaaten wird insofern erleichtert, dass sie als qualifizierte Fachkräfte lediglich ein konkretes Angebot für einen Arbeitsplatz in Deutschland oder einen gültigen Arbeitsvertrag vorlegen müssen.
  • Die so genannte Vorrangprüfung entfällt. Es muss also nicht mehr festgestellt werden, ob es für die gleiche Stelle einen Bewerber aus Deutschland, der EU oder der Schweiz gibt, der nach der alten Regelung den Vorzug erhalten hätte.
  • Die frühere Begrenzung auf Engpass- oder Mangelberufe entfällt.
  • Jede Fachkraft aus einem Drittstaat darf einer Beschäftigung nachgehen, zu der sie ihre Qualifikation befähigt. Sie kann also auch in verwandten Berufen eine Arbeit aufnehmen. Außerdem können akademisch ausgebildete Fachkräfte nun auch eine Beschäftigung ausüben, die in einem Kontext zu ihren Qualifikationen steht, aber keinen Hochschulabschluss voraussetzt. Anlern- oder Helferberufe sind allerdings ausgeschlossen, es muss sich um eine qualifizierte Tätigkeit handeln.
  • Eine Einreise nach Deutschland zur Arbeitsplatzsuche steht in Zukunft auch Fachkräften mit einer qualifizierten Berufsausbildung offen. Früher galt dies nur für Akademiker. Die Aufenthaltserlaubnis ist befristet auf maximal sechs Monate. Voraussetzung sind deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 des europäischen Referenzrahmens sowie die eigene Sicherung des Lebensunterhalts.
  • Eine Aufenthaltserlaubnis kann auch für den Besuch von Qualifizierungsmaßnahmen gewährt werden.

Kritik am Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Trotz aller Erleichterungen wird ein wichtiger Punkt von vielen Experten kritisiert, nämlich die Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Ein Anerkennungsverfahren verläuft in der Praxis in vielen Fällen nicht ohne Probleme. Der Hauptgrund dafür ist das deutsche Ausbildungssystem, das in den meisten anderen Ländern keine Parallele hat. Die Verantwortlichen in der Politik sind hier gefordert, andere Wege zu finden.

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