Konkurrenz in der IT Vertragen sich Storage und Security?

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Storage-Anbieter integrieren IT-Sicherheit immer mehr ins Portfolio. Macht das den Security-Herstellern Angst? Oder diese gar bald überflüssig? Wie beide Segmente parallel bestehen können, erklären Experten aus dem Channel.

Heißt es bald Schach matt für Security-Hersteller mit Storage-Bezug? Trotz sich überschneidender Disziplinen haben beide, IT-Sicherheit und Storage, ihre spezielle Expertise. (Bild:  CtrlN - stock.adobe.com)
Heißt es bald Schach matt für Security-Hersteller mit Storage-Bezug? Trotz sich überschneidender Disziplinen haben beide, IT-Sicherheit und Storage, ihre spezielle Expertise.
(Bild: CtrlN - stock.adobe.com)

Storage und Security laufen nicht nur parallel, sondern ineinander verzahnt. „Vor allem, wenn es darum geht, Daten und Systeme mit zwei grundsätzlich unterschiedlichen Ansätzen zu schützen“, äußert Sven Janssen, VP Sales bei Sophos EMEA Central. „Die Schnittmengen beider IT-Disziplinen beziehen sich bei Storage vor allem auf die Data Protection beziehungsweise das Backup Recovery. TIM haben wir unter anderem deswegen als Distributor an Bord, weil er zusätzlich zu Security stark im Storage- und Backup-Recovery-Umfeld aktiv ist“, sagt er weiter.

Security und Storage sind ein starkes Team

Andere Security-Hersteller, zum Beispiel G Data Cyberdefense, bestätigen, dass Security und Storage sehr gut zusammenpassen, „Speicherressourcen müssen für alle Nutzer immer verfügbar und sicher sein“, erläutert Hendrik Flierman, VP Global Sales & ­Marketing. „Die Herausforderung besteht darin, effektive Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, ohne die Leistung und Skalierbarkeit des Storage-Systems zu beeinträchtigen. Erst das nahtlose Zusammenspiel kann die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten überhaupt gewährleisten“, ergänzt Michael Schröder, Manager of Security Business Strategy, Eset Deutschland. Denn Daten müssen sowohl vor digitalen Bedrohungen sowie vor unrecht­mäßigem Zugriff, vor Ransomware oder Spionage/Sabotage geschützt werden. Dafür sind laut ­Schröder vor allem Storage-Anbieter verantwortlich.

Mit Rund-um-die-Uhr-Service punkten

Um dies zu gewährleisten, benötigt man die ­Expertise von IT-Sicherheitsherstellern. Eine sinnvolle Integration erfordert allerdings die Zusammenarbeit zwischen Storage- und Security-Experten. Dazu ist es wichtig, Bedrohungsdaten aus dem Storage-System zu analysieren, gemeinsam Lösungen zu finden und diese in automatisierte Reaktionen zu implementieren. Schröder argumentiert: „Viele Storage-Anbieter kaufen sich die Security hinzu und besitzen gar keine eigenen Sicherheitslösungen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn IT-Sicherheit ‚fällt nicht vom Baum‘. Vielmehr bedarf es eines weltweiten Netzes von Research-Abteilungen für das Aufspüren neuer Gefahren in 24/7 und ­Entwicklungszentren für die entsprechenden Software­lösungen.“ Investitionen in einen spezialisierten Sicherheitshersteller lohnen sich, da dieser „durch jahrelange, ­intensive Arbeit ein tiefes Verständnis von IT-­Sicherheit in einer sich ständig ­weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft erlangt und auch das nötige Bauchgefühl, um neue Gefahren zu erahnen“, so Schröder weiter.

Die Relevanz von immutable Speichern

Unterscheiden sollte man hier genau, „wer was anbietet und für was Spezialist ist“, fügt Janssen hinzu und weist darauf hin, dass „es durchaus gerechtfertigt ist, dass Storage-Unternehmen einige ihrer Produkte in der Kommunikation unter das Licht der Security stellen.“ Ein Backup, ein unveränderlicher (immutable) Speicher und die Datenwiederherstellung nach einem Cyberangriff sind wesentlicher Teil einer guten Security-Strategie. Janssen erklärt: „Die klassische Security kämpft an einer ganz anderen Front. Wir sind nicht die letzte, sondern die erste Verteidigungslinie. Indem wir die Cyberangriffe mit unserer Technologie verhindern – bestehend aus integrierten ­Security-Ökosystemen, KI oder mit zusätzlichen menschlich durchgeführten Forensik-Services. Beim idealen Ausbau der Security wird die letzte Verteidigungslinie, also die ­Data Protection, bestenfalls nicht benötigt. Viele Studien belegen jedoch, dass kaum ein Unternehmen die ideale ­Security eingerichtet hat.

Was Security-Anbieter nicht ersetzen kann

Spezialwissen und langjährige Erfahrung ist das, was Security braucht. Deshalb bietet G Data, so Flierman, strategische Partnerschaften zwischen Storage- und Security-Anbietern an, bei denen beide ihre Stärken einbringen ­können. „Ich bin daher gar nicht besorgt über die Entwicklung, sondern froh, dass Security einen zunehmend höheren Stellenwert hat“, fügt er ­hinzu.

Ein weites Feld: So kann man Security beschreiben. Es beginnt mit physischem Schutz von Anlagen und endet mit Sicherheitslösungen speziell gegen Cyberkriminelle. Storage-Anbieter können auf Security-Aspekte setzen, die für ihre Tätigkeit wichtig sind. Dennoch bieten sie oftmals beispielsweise keine Managed Services. Auch die Überprüfung der Netzwerke nach Anomalien oder Malware bleibt wohl Aufgabe spezialisierter ­Sicherheitshersteller.

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