Kopf-, Gelenkschmerzen und Sehbeschwerden Studie: PC-Arbeit macht krank

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Wer viel am Rechner oder Notebook arbeitet, ist zahlreichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Und vielfach führt das Arbeiten mit den Geräten tatsächlich zu körperlichen Beschwerden, wie eine Studie zeigt. Eine Ursache: Unternehmen vernachlässigen die Gesundheitsvorsorge für ihre Angestellten.

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Wenn der Schmerz mal wieder schier unerträglich ist, sollte dies als Warnsignal gesehen werden.
Wenn der Schmerz mal wieder schier unerträglich ist, sollte dies als Warnsignal gesehen werden.

73 Prozent der deutschen Arbeitnehmer leiden einer Studie des Office-Produkt-Anbieters Fellowes und den Marktforschern von Dynamic Markets zufolge unter Beschwerden, die durch die Arbeit am PC, Tablet, oder Notebook verursacht wurden. Nummer eins der Beschwerden, über die berichtet wird, sind Rückenschmerzen. Jeder Zweite klagte darüber. Jeder Dritte hatte in den vergangenen drei Jahren mit Kopf- und Nackenschmerzen zu kämpfen. Darüber hinaus traten bei 31 Prozent verspannte Schultern, bei 28 Prozent Augenprobleme, und bei 15 Prozent schmerzende Handgelenke und Arme auf.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit der Untersuchung zufolge bei computerbedingten Beschwerden hinter Spanien, Frankreich, Italien oder Polen. Dort klagen jeweils über 80 Prozent über Leiden. Spitzenreiter ist Russland mit 91 Prozent. Dagegen zeigen sich Briten und Niederländer als weniger anfällig. In den Niederlanden gaben beispielsweise nur 58 Prozent an, unter Beschwerden zu leiden.

Eine Ursache dafür aus Sicht der Studienautoren: Die Unternehmen engagieren sich zu wenig für ihre Angestellten. Zwar seien sie hierzulande nach dem „Gesetz zum Schutz der Gesundheit und zur Unfallverhütung am Arbeitsplatz“ verpflichtet, regelmäßig Arbeitsplatz-Bewertungen durchzuführen. 45 Prozent der Firmen beteiligen sich hier offiziell, wobei bei lediglich 38 Prozent der Arbeitnehmer eine Bewertung auch durchgeführt wurde.

Fehlende Vorsorge führt zur Arbeitszeit-Verschwendung

Hinzu komme, dass die wenigsten Unternehmen ihre Angestellten mit ergonomischen Arbeitshilfen wie Handgelenkauflagen oder Fußstützen ausstatten. So bringen zwei Drittel eigene Hilfsmittel mit. 41 Prozent der Arbeitnehmer nutzen selbst konstruierte, notdürftige Vorrichtungen, um den Komfort bei der Arbeit am Computer zu steigern. Insgesamt verwenden 88 Prozent der Arbeitnehmer täglich Zeit damit, ihren Arbeitsplatz komfortabler zu gestalten – im Durchschnitt fallen dafür knapp vier Stunden pro Woche auf. Zeit, die für die tägliche Arbeit fehlt. □

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