Gefahrenquelle im Unternehmensnetz Social Media macht IT-Security-Training unumgänglich
In seiner Keynote auf den kommenden IT-SECURITY & COMPLIANCE Partner Solution Days & IT-Entscheider Kongress 2010 beschreibt Uli Ries die Risiken im Umgang mit sozialen Netzwerken. IT-BUSINESS sprach mit ihm über vorbeugende Maßnahmen.
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ITB: Was ist so gefährlich daran, wenn die Menschen über ihre „Mini-Websites“ auf Facebook & Co. miteinander kommunizieren?
Ries: Die Kommunikation untereinander ist in der Regel ungefährlich, solange keine allzu intimen Daten veröffentlicht werden. Heikel sind aber beispielsweise frei zugängliche Angaben, die zum Beantworten von Sicherheitsfragen dienen, wie sie Anbieter von Online-Diensten hinterlegen. Gefahren gehen auch von Unbekannten aus, die in den virtuellen Freundeskreis aufgenommen werden. Am bedrohlichsten ist unzweifelhaft Malware, die durch Spamwellen und bösartige Pinnwandeinträge in Facebook verbreitet wird. Denn zumeist kommt die Aufforderung, sich eine infizierte Website anzuschauen oder eine neue Software zu installieren, aus dem Freundeskreis, also per se vertrauenswürdigen Zeitgenossen.
ITB: Sind die Security-Anbieter überhaupt gerüstet für diese neue Art von Gefahren? Sind entsprechende Lösungen wie Web-Content-Filter weitreichend genug?
Ries: Genau wie Virenscanner hinken Web-Content-Filter oft einen Schritt hinter den Attacken her. Angriffe können also meistens einige Stunden, manchmal länger wüten und die PCs von Anwendern infizieren, wenn diese nicht auf der Hut sind. Angriffe per Sozialem Netzwerk basieren auf „Social Engineering“ und attackieren in erster Linie den Nutzer, nicht die Technik. Entsprechend muss sich auch der User schützen, indem er sich informiert.
ITB: Welche Services rund um die sozialen Netzwerke können Dienstleister ihren Kunden anbieten?
Ries: Natürlich weiterhin den Verkauf und die Installation von Antiviren-Software. Wobei hier Sicherheits-Suiten vorzuziehen sind, die nicht nur nach Viren im Arbeitsspeicher und auf der Festplatte suchen, sondern auch die Daten kontrollieren, die durch den Web-Browser wandern. Auf diese Art lassen sich beispielsweise bösartig modifizierte Google-Treffer verbannen und Angriffe, die ohne Zutun des Nutzers Sicherheitslücken in Anwendungen missbrauchen, um den PC zu infizieren. Besonders sicherheitssensible Kunden sollten über DLP-Lösungen informiert werden, um den Abfluss von heiklen Unternehmensdaten zu verhindern.
ITB: Was sollen Unternehmen tun, die Social Media in ihr Geschäftsmodell integrieren möchten?
Ries: Es führt kein Weg vorbei an umfassenden Schulungen. Die Mitarbeiter müssen nicht nur geschickt mit den jeweiligen Netzwerken umgehen können. Sie müssen auch über die möglichen Gefahren und Attacken Bescheid wissen. Anwender müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie divers die zahlreichen Betrugsversuche inzwischen sind. Dabei sollte es nicht bei einem einmaligen Training bleiben. Vielmehr sollte das Wissen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.
Details zu der Veranstaltung
Die IT-SECURITY & COMPLIANCE Partner Solution Days & IT-Entscheider Kongresse 2010 der IT-BUSINESS Akademie finden vom 16.9. bis 28.9.10 in vier deutschen Großstädten statt. Hier gibt es weitere Infos!
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