IP-Insider-Leitfaden für die VMware-Netzwerkkonfiguration

So konfigurieren Sie Ihre virtuellen Maschinen richtig

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Netzwerkinterfaces in der Praxis

Um Netzwerkinterfaces für virtuelle Maschinen einzurichten und zu verwalten muss an mehreren Stellen angepasst werden. Der Ursprung liegt im "Virtual Network Editor" der VMware Workstation. Dieser wird unter dem Menü "Edit" in der Workstation eingeblendet (Abbildung 3).

Unter VMware Workstation 8 findet sich außerdem ein Link auf der Startseite der Verwaltungskonsole dazu (Abbildung 4). Nach dem Aufruf des "Virtual Network Editor" erscheint eine Übersicht aller Netzwerkinterfaces dieser Installation.

Die Übersicht im "Virtual Network Editor" zeigt alle existierenden Netzwerke. Im mittleren Bereich werden außerdem die jeweiligen Typen der Netzwerkinterfaces eingeblendet. Standardmäßig finden sich in dieser Übersicht je ein virtuelles Netzwerk vom Typ "Brigded" (VMnet0), Host-only (VMnet1) und NAT (VMnet8) (Abbildung 5).

In der Spalte Host-Connection wird angegeben, ob das Netzerkinterface verbunden ist. Die Spalte DHCP zeigt auf, ob für die gewählte Verbindung der DHCP-Server greift. Unter der Subnet-Adresse schließlich werden die verwendeten IP-Adressen eingeblendet. Für jene Interfaces, die eine IP-Adresse vom internen DHCP-Server erhalten haben, werden diese aus dem Pool des DHCP-Servers bezogen. Bei den Bridged-Netzwerkinterfaces wird nur dann eine IP-Adresse angezeigt, wenn das System über einen externen DCHP-Server eine IP-Adresse beziehen und dem Interface zuweisen konnte.

In der Maske des "Virtual Network Editor" lassen sich nun auch neue Interfaces anlegen oder bestehende Netzwerk-Interface ändern. Im unteren Bereich des "Virtual Network Editor" wird bestimmt, ob das virtuelle Interface eine Verbindung zu einem Host-Interface besitzen soll ("Connect a host virtual adapter") und/oder ob das virtuelle Interface vom internen DHCP-Server eine IP-Adresse erhalten soll. Ganz unten schließlich ist das Subnetz für diesen Bereich eingeblendet. Durch Klick auf die zugehörigen Aktionsknöpfe (NAT-Settings, DHCP-Settings) lassen sich die IP-Adressbereiche für NAT und DHCP parametrisieren.

Optimale Netzwerk-Einstellungen

Um die Netzwerkinterfaces für die virtuellen Maschinen optimal einzustellen müssen die passenden Kombinationen der Einstellungen gewählt werden. Hierzu geben wir im Folgenden ein paar Hilfestellungen.

  • Für mehrere virtuelle Maschinen auf einer VMware Workstation, die ausschließlich untereinander kommunizieren sollen, ist die "Host-only" Konfiguration ausreichend. Wenn diese VMs keine festen IP-Adressen erhalten sollen, können ihre IP-Adressen vom internen DHCP-Server bezogen werden. Diese Systeme benötigen dann auch kein Interface, das eine Verbindung zu einem physischen Netzwerk besitzt ("Connect a host virtual adapter").
  • Wenn ein System in einer virtuellen Maschine der VMware Workstation mit einem externen physischen Server oder einem Server in einer virtuellen Maschine eines anderen Virtualisierungshosts kommunizieren muss, so muss diesem entweder das "Bridged"- oder "NAT"-Interface zugewiesen werden. Wenn die anderen externen Server bereits über einen Namensdienst und über ihre IP-Adressen bekannt sind, so wird das Bridged-Interface die bessere Wahl sein.
  • Systeme deren IP-Adresse nicht nach außen bekannt werden soll, sind mit NAT am besten bedient.

Einstellungen für die virtuellen Maschinen

Wenn die benötigten Netzwerkinterfaces im "Virtual Network Editor" der Workstation eingerichtet wurden, können sie im nächsten Schritt den virtuellen Maschinen zugewiesen werden. Dies passiert unter den Eigenschaften (Abbildung 6) der virtuellen Maschine.

Für neu einzurichtende virtuelle Maschinen frägt der Assistent diese Paraemter ab und trägt sie ein. Unter den Eigenschaften der virtuellen Maschine finden sich später immer die vorgenommenen Netzwerkeinstellungen (Abbildung 7) und können an dieser Stelle auch geändert werden. In der Geräte-Liste (Device-List) werden die einer virtuellen Maschine zugewiesenen Netzwerkinterfaces eingeblendet. Wenn notwendig, können sie hier geändert oder gelöscht werden. Durch den "Add"-Knopf werden Netzwerke neu eingefügt.

Einstellungen in der virtuellen Maschine

Die dritte Stelle zur Konfiguration ist schließlich in der virtuellen Maschine selbst. In den Netzwerkinterfaces der virtuellen Maschinen werden dann just so viele Interfaces eingeblendet, wie vorher zugewiesen wurden (Abbildung 8). Für NAT und Host-only Interfaces, die via internen DHCP-Server ihre IP-Adresse erhalten, sind hier keine Einstellungen oder Änderungen mehr notwendig.

Gleiches gilt für jene Bridged-Interfaces, die ihre IP-Adresse von einem externen DHCP-Server erhalten. Es schadet aber sicher nicht, diese Angaben zu prüfen. Wenn allerdings ein Briged-Interface mit einer festen IP-Adresse verwendet werden soll, so muss im Betriebssystem der virtuellen Maschine diese IP-Adresse eingetragen werden.

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