Mittelständler suchen wandlungsfähige Unternehmenssoftware

So gelingt die Wahl des richtigen ERP- und CRM-Systems

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Kundenorientiert

Den Software-Hersteller Agresso lobt Gronau in diesem Zusammenhang. Während viele Anbieter kein großes Interesse daran haben, dass der Kunde ein breites Spektrum an Anpassungen selbst vornehmen kann, weil dafür lieber teure Beraterstunden berechnet werden, könnten bei Agresso 95 Prozent der notwendigen Anpassungen über die grafische Benutzeroberfläche vom Nutzer selbst vorgenommen werden. Dabei gehe es nicht darum, die Hintergrundfarbe zu wechseln, sondern beispielsweise Änderungen am Geschäftsmodell vorzunehmen. So könne beispielsweise das System vom User selbst von Stunden- auf Fixpreis-Abrechnung gestellt werden.

Anwender werden Programmierer

Auch beim Unternehmens-Software-Hersteller Softengine hat man den Zeitgeist erkannt. Die »Welt im Business-Alltag verändert sich heute mit nicht da gewesenem Tempo«, heißt es aus dem Unternehmen. Globalisierung, neue Gesetze, Vertriebswege, Technologien in der Produktion unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, Automatisierung, et cetera – wer hier in immer wieder neuen Einzel- und Insel-Lösungen denkt, schafft sich unvermeidlich eine Menge Probleme, all diese Lösungen effizient unter einen Hut zu bringen.

Für die ERP-Lösung »Büroware« liefert das Unternehmen daher gleich eine integrierte Entwicklungsumgebung namens »Büroware Designer« mit. Sie ermöglicht es dem versierten Anwender, die Module und Bedienoberflächen der Software anzupassen. So lassen sich die Eingabemasken zur Datenverwaltung, die Datenstruktur, Erfassungstabellen, individuelle Datenbanken und unternehmensindividuelle Workflows digital umsetzen oder Statistiken selbst gestalten und zusammenstellen.

  • Selbstähnlichkeit
Das »Apfelmännchen« ist die bekannteste Visualisierung der Mandelbrot-Mengen: Die große Struktur wiederholt sich unzählige Male im Kleinen und zeigt so anschaulich das Phänomen der Selbstähnlichkeit. (Archiv: Vogel Business Media)

In puncto Selbstähnlichkeit geht es darum, dass das Bedienkonzept so aufgebaut ist, dass auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen, sich ähnelnde Strukturen zu finden sind, wie beispielsweise bei den fraktalen Mandelbrot-Bildern. Das führe dazu, dass der Nutzer ein Gespür dafür entwickelt, wo er die gesuchten Funktionen finden kann: »Das muss doch irgendwo hier unten sein ...«

  • Redundanz

Redundanz (»im Überfluss vorhandene Kapazitäten«) bezieht sich bei Software-Systemen freilich auf die mehrfache Verfügbarkeit der Daten. Daher gilt diese Eigenschaft eher für das Speichersystem sowie die allgemeine Datenhaltung und -organisation.

  • Wissen
»Viele Unternehmer investieren jetzt gezielt in ihre Firma und hinterfragen die bisherigen Strukturen und Prozesse«, meint Guido Grotz, Vorstand Step Ahead. (Archiv: Vogel Business Media)

Der Punkt »Wissen« steht für die Eigenschaft, dass den Nutzern vom System die benötigten Dokumente zur Verfügung gestellt werden.

Jetzt wird investiert

Guido Grotz, Vorstand des ERP-Anbieters Step Ahead aus Germering, führt aus: »Aufgrund vieler Gespräche mit Unternehmern, Partnern und Lieferanten wissen wir, dass die Unternehmer die Zeit für gezielte Investitionen in ihr Unternehmen nutzen sowie Strukturen und Prozesse hinterfragen. Hier kommt es uns sehr entgegen, dass unsere Partner und wir als Berater wahrgenommen werden, um mit unseren langjährigen und vielfältigen Erfahrungen die Betriebsabläufe und Marktorientierung zu verbessern.«

In diese Kerbe schlägt auch Professor Gronau. Systeme, die in der beschriebenen Form wandlungsfähig sind, werden gegenwärtig stark nachgefragt, denn Unternehmens-Software wird sich in Krisenzeiten, in denen es rauer zugeht, öfter wandlungsfähig zeigen müssen als früher, ist der forschende ERP-Experte überzeugt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Statements der Experten aus den Unternehmen Agresso, Lawson, SAP und SoftM.

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