Mittelständler suchen wandlungsfähige Unternehmenssoftware

So gelingt die Wahl des richtigen ERP- und CRM-Systems

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SaaS und die Cloud

Der Hype ist groß, auch wenn Begrifflichkeiten mitunter nicht klar abgegrenzt werden: »SaaS« heißt das neue ASP (Application Service Providing) und umfasst im allgemeinen Sprachgebrauch meist alles, was aus der Cloud kommt. Doch was ist eigentlich »die Cloud«?

In schematischen Darstellungen wird das Internet gerne als Wolke dargestellt. Immer wenn Software oder Web-Services über das weltweite Netz angeboten werden, kommen diese also aus der schematischen Cloud. Im Siegestaumel der Interoperabilität ist auch dieser Begriff in aller Munde.

Inzwischen sind viele Hersteller von CRM-Lösungen auf den seit Anfang 2006 rollenden Salesforce-Zug aufgesprungen, mit der Folge, dass zahlreiche CRM-SaaS-Angebote auf den Markt gekommen sind. Dabei ist es nicht geblieben, auch ERP oder die schlichtere Schwester FiBu (Finanzbuchhaltung) haben in SaaS ein neues Bereitstellungsmodell jenseits des klassischen Lizenzgeschäftes gefunden.

Kürzlich ist man beispielsweise bei Siemens Enterprise Communications auf eine Salesforce.com-Lösung umgestiegen. Den Vizepräsident für das Kundenmanagement der Münchner, Yildiray Karaali, hat das System überzeugt: »Umfassende Kundenbindungsstrategien werden aufgrund der turbulenten wirtschaftlichen Lage zukünftig eine größere Rolle spielen als bisher. Allerdings stehen dabei nicht weltweit einheitliche skalier- und anpassbare Systeme im Vordergrund, sondern in erster Linie die globale Implementierung einer erfolgreichen Strategie. Software-as-a-Service-Modelle – wie das von Salesforce.com – bekommen in diesem Zusammenhang einen immer höheren Stellenwert«, äußerte Karaali gegenüber IT-BUSINESS.

ERP über Ethernet

SoftM bietet als Vertreter aus der ERP-Branche die voll-browserbasierte und in Java programmierte ERP-Software Semiramis. Wobei man bei SoftM gerne den Begriff »ERP II« verwendet, um deutlich zu machen, dass hier auch vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen eingebunden werden. Unternehmensgrenzen überschreitende Collaborative-Funktionen sind dann gefragt, die ineinander greifende Prozesse berücksichtigen. Eben wie bei dem genannten Beispiel mit dem Getriebehersteller, der die Produktionssequenzen seines nachgelagerten Abnehmers zu berücksichtigen hat.

  • Selbstorganisation

Auch die Fähigkeit eines wandlungsfähigen Systems zur Selbstorganisation macht »ERP-Professor« Gronau am Internet deutlich. So sorgen die Routing-Algorithmen dafür, dass die Datenpakete ohne weiteres Zutun ihr Ziel finden. Geht eines verloren, wird automatisch nachgesendet. Selbstorganisation bei einem ERP-System gehe natürlich nicht so weit, dass das System »Zeitung liest und bei einer Änderung des Mehrwertsteuersatzes eigenständig Anpassungen vornimmt«. Aber bei einem wandlungsfähigen System müsse es möglich sein, dass solche Anpassungen relativ schnell manuell umsetzbar sind und alle betroffenen Anpassungen, die als der berühmte »Rattenschwanz« hinten dran hängen, weitgehend automatisiert von statten gehen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie der Anwender in wandlungsfähigen Systemen zum Programmierer wird sowie über die Eigenschaften »Selbstähnlichkeit«, »Redundanz« und »Wissen«.

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