Low-Code und Cloud So baut Gebra-IT sein Partnerprogramm auf

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Gebra-IT setzt bei seiner ERP-Suite auf Low-Code und Microsoft Azure und vertreibt sie direkt. Der Co-Geschäftsführer Udo Hensen erläutert, wie er im nächsten Jahr zusammen mit seinem Kollegen Sven Lüttgens das Partnergeschäft in Europa aufbauen möchte.

Mit der Verknüpfung von fertigen Software-Bausteinen erhalten Gebra-IT-Kunden eine maßgeschneiderte Lösung.(Bild:  M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com)
Mit der Verknüpfung von fertigen Software-Bausteinen erhalten Gebra-IT-Kunden eine maßgeschneiderte Lösung.
(Bild: M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com)

Gebra-IT tummelt sich in einem jungen und herausfordernden Umfeld. Die ERP-Suite des Aachener Softwarehauses setzt auf Low-Code und Microsoft Azure. Das bedeutet, „dass wir anstelle von aufwendiger Programmierung fertige Software-Bausteine verknüpfen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu erstellen“, erklärt Co-Geschäftsführer Sven Lüttgens. Die Infrastruktur der Suite umfasst diverse selbstentwickelte Web-Applikationen auf Windows- und Linux-Basis im Zusammenspiel mit einigen SQL-Datenbanken auf mehreren SQL-Servern.

Das noch junge Softwarehaus steht nun vor der Aufgabe, ein aktives Partnerprogramm auf die Beine zu stellen. „Wir konzentrieren uns aktuell noch auf das Direktgeschäft. Das Partnerprogramm als eigener Channel ist ab 2024 in Planung“, erläutert der Geschäftsführer Vertrieb, Udo Hensen. Er ist auch Ansprechpartner für Partner und solche, die es werden wollen, in der DACH-Region. „Grundsätzlich denken wir in zwei Richtungen. Zum einen wird es Business-Partner im Sinne von Reseller, zum anderen Technologie-Partner geben.“

Als zukünftigen Business-Partner sieht Hensen insbesondere Berater und Systemhäuser bzw. Softwarehäuser. „Während Berater unsere Low-Code-Plattform Gebra-Suite in ihr Portfolio aufnehmen und bei ihren Kundenprojekten empfehlen, können die Systemhäuser die Gebra-Suite selbst einsetzen und damit ERP-Lösungen auf Basis von Low-Code entwickeln. Es handelt sich dann um eine sogenannte Whitelabel-Lösung speziell für Partner.“

Udo Hensen ist der Geschäftsführer Vertrieb des Aachener Softwarehauses Gebra-IT.(Bild:  Gebra-IT)
Udo Hensen ist der Geschäftsführer Vertrieb des Aachener Softwarehauses Gebra-IT.
(Bild: Gebra-IT)

Einstufung von Partnern nach gängigem Modell

Technologiepartner sollen das technische Portfolio ergänzen, wofür unter anderem Schnittstellen zwischen diesen und Gebra-IT geschaffen werden sollen. Hensen denkt dabei zuvorderst an Systeme zur Zeiterfassung, Betriebsdatenerfassung oder Logistik-Lösungen. Natürlich könnten Technologiepartner auch als Business-Partner fungieren, indem Sie die Low-Code-Plattform für ERP-System in ihren Kundenprojekten einsetzen.

Die Einstufung der Partner werde den bekannten Modellen folgen. „Wir werden hier keine Exoten oder ausgefallene Modelle ins Leben rufen“, so Hensen. Geplant sei eine Abstufung der Business-Partner nach Umsatz, Größe, Eigenständigkeit etc., denn die Einstufungen in Platin, Gold, Silber, wie es andere Unternehmen auch nutzen, habe sich bewährt.

„Eines ist klar. Das Partnergeschäft wird für unser langfristiges Wachstum sehr wichtig. Wir werden Partnerunternehmen in den Regionen, Ländern und Branchen brauchen, in denen wir selbst nicht aktiv sind und sein wollen. Sie sind dann unsere Türöffner und Multiplikatoren“, so der geschäftsführende Gesellschafter. „Und wenn wir mit Partnern arbeiten, die für uns Geschäft generieren sollen, dann sollen sie auch alles bekommen, was sie für ihre Arbeit benötigen. Uns ist wichtig, dass unsere zukünftigen Partner alles an die Hand erhalten, um damit dauerhaft einen vernünftigen Deckungsbeitrag und ein solides Wachstum zu generieren – in einem Markt, der oft nicht ganz einfach ist.“

Branchenunabhängigkeit als Pluspunkt

Als den großen Unique Selling Point, kurz USP, von Gebra-IT im Partnergeschäft sieht Hensen die Fokussierung auf Low-Code. Damit seien die Partner in der Lage, in der Cloud eine ERP-Lösungen zu entwickeln, die maßgeschneidert und zukunftssicher seien. „Für das Partnergeschäft ist zudem die Branchenunabhängigkeit besonders wichtig. ERP-Lösung, die mit der Gebra-Suite entwickelt werden, sind in jeder Branche einsetzbar. Das macht eine Partnerschaft für Softwarehäuser interessant, in denen es bisher nur standardisierte ERP-Lösungen von der Stange gibt.“

Wichtig sei auch, dass man mit der Gebra-Lösung nicht nur neue ERP-Projekte generieren, sondern auch bestehende ERP-Systeme ablösen könne: „Das bedeutet, dass unsere Partner sukzessive und Schritt für Schritt auf unsere Suite umsteigen können und dabei lernen und sich an die Lösung gewöhnen.“ Es sei kein Big-Bang notwendig, kein „Tag x“, ab dem sie nur noch Gebra nutzten. Der Übergang könne vielmehr fließend erfolgen.

Partnersuche hat bereits begonnen

Hensen und Lüttgens führen nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit potenziellen Partnern in mehreren europäischen Ländern. Konkret gebe es beispielsweise in Österreich ein Systemhaus, das dringend nach einer Nachfolgelösung für das bisherige ERP-System suche, um es seinen Kunden anzubieten. Die Gebra-Suite werde als Top-Kandidat gehandelt.

„Langfristig wollen wir in jedem europäischen Land eine Partnervertretung haben, die uns jeweils ein Wachstum von 20 bis 30 Prozent sichert“, gibt Hensen als Ziel aus. Vorteilhaft dabei sei, dass die Gebra-Lösung sowohl als Service aus der Cloud genutzt oder On-Premises installiert werden kann. „Uns ist es egal, welche Plattform genutzt wird. Wir empfehlen das SaaS-Modell aus der Cloud, der Kunde kann aber auch On-Prem bekommen. Deshalb ist es auch für das Partnergeschäft egal. Man kann vielleicht sagen, dass Cloud-Business tendenziell einfach ist, weil es die Zukunft ist.“

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Der Low-Code-Technologie gehört die Zukunft

Apropos Zukunft: Für Hensen stellt Low-Code mit Berufung auf die Analysten von Tech Consult den „Enabler der Digitalen Transformation“ dar. Tatsächlich hat auch Gartner jüngst prognostiziert, dass der weltweite Markt für Low-Code-Entwicklungstechnologien im Jahr 2023 um 20 Prozent wachsen wird. Bis 2025 werden 70 Prozent der von Unternehmen entwickelten neuen Anwendungen Low-Code- oder No-Code-Technologien nutzen – gegenüber weniger als 25 Prozent im Jahr 2020.

„Wir haben in unserer Suite einen Riesen-Baukasten an fertigen Modulen, die Standard-Prozesse abbilden“, so Hensen. „Wir und zukünftig unsere Partner können damit und mit ein wenig Prozess-Knowhow jede ERP-Lösung bauen, die ein Kunde benötigt. Ganz egal, um welche Branche, um welchen Einsatzzweck es sich handelt. Unsere Partner bekommen eine Zukunftstechnologie ausgehändigt, die in den nächsten Jahren den Markt für Softwarelösungen revolutionieren wird. Da bin ich mir ganz sicher.“

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