Strategie für Deutschland und Österreich So agiert Boll Europe im DACH-Raum

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Seit einiger Zeit tritt der VAD Boll neben der Schweiz auch in Deutschland und Österreich auf. Unter dem Namen Boll Europe verfolgt der Distributor für Networking- und Security-Produkte dort eine Strategie der kleinen Schritte. Und sie scheint aufzugehen.

Joachim Walter, Geschäftsführer Boll Europe, strebt für das Unternehmen ein organisches Wachstum an. (Bild:  Boll)
Joachim Walter, Geschäftsführer Boll Europe, strebt für das Unternehmen ein organisches Wachstum an.
(Bild: Boll)

In der Schweiz gehört Boll Engineering zu den Großen auf dem IT-Sicherheitsmarkt. Der VAD aus Wettingen bietet Lösungen in den Bereichen Netzwerk- und Mail-Security, Identity- und Access-Management sowie Server-Load-Balancing. 2019 brach der Schweizer VAD neue Gefilde auf und eröffnete ein Büro in Ulm. Daneben kam es zu einer weiteren Niederlassung in Österreich. Als Boll Europe etabliert sich der Distributor allmählich außerhalb der Schweiz – durch neue Partnerschaften, Mitarbeitende und Ansätze. Joachim Walter, Geschäftsführer bei Boll Europe, spricht über den aktuellen Stand.

Wachstum ohne Druck

Mittlerweile stehen dem Security-Distributor in Deutschland und Österreich fünf Mitarbeitende zur Verfügung. Laut dem Geschäftsführer hat sich das Team damit gegenüber dem vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Und eine weitere Verdopplung bis zum nächsten Jahr hält er für realistisch. Der VAD möchte wachsen, jedoch organisch und ohne Druck. „Wir wachsen, wie wir können. Das Geschäft soll sich selbst tragen“, betont der Boll-Europe-Chef.

Die Vision von Boll-CEO Thomas Boll unterstütze das Wachstum von Boll Europe und helfe dem VAD, sich in Deutschland und Österreich zu etablieren, führt Walter aus. „Das Unternehmen wird mitgetragen und uns wird die entsprechende Zeit gegeben. So müssen wir keine Hau-Ruck-Aktionen machen, sondern können das Geschäft kontinuierlich und konstant aufbauen.“

Wir wollen organisch wachsen und nicht durch übertriebene Maßnahmen.

Joachim Walter, Geschäftsführer Boll Europe

Technisch gut aufgestellt

Boll Europe sei technisch inzwischen gut aufgestellt, etwa bei Präsentationen, Demos und Installationsservices. Selbst Schweizer Kollegen unterstütze man bei einigen Herstellern von Ulm aus. Eine technische Ressource wurde in Deutschland angestellt, die Support für das gesamte Portfolio leistet. Ebenso wurden nach dem Schweizer Vorbild in Deutschland und Österreich elektronische Systeme eingeführt, die den Angebots- und Bestellprozess beschleunigen. „Wir leben den Value Add wirklich“, fasst der Boll-Europe-Chef zusammen. Denn der Spezialdistributor für Security- und Networking-Produkte könne bereits innerhalb eines Tages ein Angebot liefern. Das unterscheide ihn vom Mitbewerb.

„Wir werden nicht nur wahrgenommen, sondern auch ernst genommen“, ist der Geschäftsführer daher überzeugt. Das liegt nicht unbedingt am Preis. Denn günstiger ist der Security-Distributor nicht. Value-Add-Leistungen zu erbringen, kostet Geld. „Reseller sind bereit, für diese Qualität ein paar Euro mehr zu bezahlen.“

Partnerschaften und Verträge

In diesem Jahr kam es zu einer Partnerschaft zwischen Boll und Varonis für den DACH-Raum. Dieser Vertrag kommt auch Boll Europe zugute. Denn der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liege auf Österreich, erläutert Walter. Zudem kooperiert der Security-Spezialist nun mit dem Anbieter Netskope. Das Portfolio von Boll Europe soll weiter ausgebaut werden. Der Geschäftsführer verriet, dass dazu bereits Gespräche laufen. Eine Zusammenarbeit mit Boll sei für Hersteller reizvoll. Denn für den VAD seien sie strategische Anbieter, keine beliebigen.

Wie zuvor berichtet, setzt der Spezialdistributor in Deutschland und Österreich weiterhin verstärkt auf Projektgeschäfte. Die Partner übernehmen hier den Vertrieb, während sich der Distributor um technische Leistungen kümmert. Und das sei oft sogar ohne Unterstützung des Herstellers möglich, sagt Walter.

60 bis 70 Partner hat die Boll Europe derzeit. Neue Anfragen gäbe es bereits. Das ist teilweise den Produkten im Portfolio geschuldet, die der VAD exklusiv anbietet. Ein weiterer Vorteil: Das Unternehmen ist eigentümergeführt. „Entscheidungen können wir schneller treffen. Wir haben kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien, was uns zum Schnellboot macht“, erläutert der Geschäftsführer die Vorzüge für Partner.

So läuft es in der Schweiz

Auch aus der Schweiz gibt es Positives zu berichten. „Wir wachsen ungefähr mit 30 Prozent“, verkündet Walter. Zu den Anbietern des Unternehmens aus Wettingen gehören unter anderem Fortinet, Kaspersky, Palo Alto Networks und Watchguard. Das Portfolio erweitere man dort aber derzeit nicht. „Sonst könnten wir die Qualität, die wir uns auferlegen, nicht halten“, begründet der Boll-Europe-Chef. Mittlerweile sind etwa 70 Mitarbeitende bei Boll Engineering beschäftigt. Sie betreuen rund 1.000 Reseller. Knapp 85 Prozent des Fortinet-Markts in der Schweiz laufen nach eigenen Angaben über den VAD. Ein Grund dafür ist Walter zufolge die technische Expertise. Bei komplexen Vorgängen vertraue man auf menschliche Fähigkeiten, bei unkomplizierteren Prozessen hingegen verstärkt auf Automatisierung. Derzeit arbeite der VAD daran, diesen Automatisierungsgrad bis Ende des Jahres auch bei Boll Europe umzusetzen.

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