Umsatzbringer Daten- und Sprachdienste Smartphones bringen 40 Milliarden Umsatz

Von Heidi Schuster 5 min Lesedauer

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Von Jahr zu Jahr wird das Smartphone unverzichtbarer – egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Der Bitkom verzeichnet nun, dass erstmals ein Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro rund um Smartphones generiert wurde. Aber wofür wird so viel Geld ausgegeben?

72 Prozent derjenigen, die ein Smartphone privat nutzen, verwenden bereits mindestens eine KI-Funktion auf ihrem Gerät.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
72 Prozent derjenigen, die ein Smartphone privat nutzen, verwenden bereits mindestens eine KI-Funktion auf ihrem Gerät.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Das Smartphone ist für die meisten Nutzer unverzichtbar geworden, und auf vielen Geräten ist mittlerweile Künstliche Intelligenz an Bord. Der deutsche Markt für Smartphones, Apps und Mobilkommunikation profitiert davon stark und soll im Jahr 2025 erstmals auf 40,1 Milliarden Euro wachsen. Im Vergleich zum Vorjahr (39,2 Milliarden Euro) beträgt die Steigerung 2,1 Prozent. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Digitalverbands Bitkom anlässlich des am 3. März beginnenden Mobile World Congresses in Barcelona.

Den größten Anteil am Umsatz machen Daten- und Sprachdienste mit 23,5 Milliarden Euro aus (+1,9 % im Vergleich zum Vorjahr). Mit den Smartphones selbst werden 12,1 Milliarden Euro (+2,5 %) umgesetzt. In die Netzinfrastruktur für mobile Kommunikation fließen 2,2 Milliarden Euro (+2,3 %), wobei Kosten für Frequenzen, Gebäude und Bauarbeiten noch hinzukommen. Der App-Markt wächst auf 2,2 Milliarden Euro (+2,3 %).

„Rund um das Smartphone wächst das milliardenschwere, innovative Ökosystem aus Geräten, Apps, Diensten und Netzinfrastruktur immer weiter“, sagt Bitkom-Vizepräsident Markus Haas. „Auch der Netzausbau macht in Deutschland große Schritte nach vorn: 5G erreicht mittlerweile über 98 Prozent der Haushalte und über 90 Prozent der Fläche.“ Mit den Smartphones selbst sollen 12,1 Milliarden Euro umgesetzt werden (2024: 11,8 Milliarden Euro). Der Absatz bleibt stabil: 2025 sollen laut Prognose wie im Vorjahr rund 20 Millionen Geräte verkauft werden.

82 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren nutzen ein Smartphone

Aktuell nutzen 82 Prozent der über 16-Jährigen in Deutschland ein Smartphone, das entspricht rund 56 Millionen Menschen. Neue Funktionen rund um Künstliche Intelligenz erobern dabei den Smartphone-Markt, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Bitkom zeigt: 72 Prozent derjenigen, die ein Smartphone privat nutzen, verwenden bereits mindestens eine KI-Funktion auf ihrem Gerät: 58 Prozent nutzen Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder den Google Assistant auf ihrem Smartphone, 48 Prozent setzen einen Chatbot wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity auf dem Gerät ein. 38 Prozent nutzen KI-Tools zur Fotobearbeitung wie etwa den „magischen Radierer“, der Personen oder Gegenstände auf Bildern verschwinden lassen kann. Nur ein Viertel (26 %) gibt an, explizit keine dieser KI-Funktionen im Einsatz zu haben.

KI kommt bei den Nutzern an

Die Offenheit gegenüber noch mehr KI ist dabei groß: Mehr als die Hälfte der Nutzer eines Smartphones (56 %) kann sich vorstellen, ein KI-Smartphone ganz ohne Apps zu nutzen, das allein über die Sprache gesteuert wird. Haas: „Ohne KI-Funktionen wird künftig kein Smartphone mehr auskommen. KI macht Smartphones noch intelligenter und effizienter, erleichtert die Kommunikation und steigert die Produktivität. Durch KI werden Smartphones erst richtig smart.“

KI-Tools für die Bildbearbeitung sind wichtig

KI-Tools für die Bildbearbeitung wie ein „magischer Radierer“ sind beim Neukauf eines Smartphones immer mehr gefragt. Bereits mehr als der Hälfte der Nutzer eines Smartphones (54 %) ist dies bei der Wahl eines neuen Geräts wichtig.

Robustheit und eine möglichst lange Nutzungsdauer spielen bei der Auswahl eines Smartphones aber die größte Rolle: 98 Prozent achten auf robustes Bildschirmglas und 96 Prozent auf eine lange Akkulaufzeit. 93 Prozent ist die Größe des Speicherplatzes wichtig und 92 Prozent die Bildschirmqualität. Eine langfristige Versorgung mit Updates (93 %), die Kameraqualität (90 %) sowie die Displaygröße (87 %) haben ebenfalls für viele eine hohe Bedeutung. Fast zwei Drittel (62 %) legen Wert auf die Möglichkeit zur Sprachsteuerung – und auch der Preis ist für drei Viertel (78 %) ein wichtiges Kriterium bei der Smartphone-Wahl.

Steigender Durchschnittspreis für Smartphones

Der Durchschnittspreis pro Smartphone steigt in diesem Jahr leicht. Wurden 2024 im Schnitt 591 Euro je Smartphone ausgegeben, sind es in diesem Jahr erstmals mehr als 600 Euro (voraussichtlich 605 Euro). „Die Geräte werden robuster, langlebiger und hochwertiger. Dabei bleiben Premium-Smartphones bei bestimmten Kundengruppen sehr gefragt, die bereit sind, für hohe Qualität einen entsprechenden Preis zu zahlen“, betont Haas. Im Durchschnitt wollen Nutzer für ihr nächstes Smartphone maximal 262 Euro ausgeben – 2024 waren es 241 Euro. Dabei handelt es sich allerdings um einen Durchschnittswert, der sich sowohl aus günstigen Smartphones mit Mobilfunkvertrag als auch aus Geräten ohne Vertrag zusammensetzt.

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Smartphones werden länger genutzt

Die Menschen in Deutschland haben ihre privat genutzten und selbst gekauften Smartphones immer länger in Gebrauch und ersetzen sie deutlich später durch Neugeräte als früher. Nur noch jeder Dritte (35 %) hat ein Gerät, das jünger als ein Jahr ist. 2024 waren es 43 und 2023 sogar 55 Prozent. Fast die Hälfte (47 %) nutzt ihr Smartphone bereits länger als zwei Jahre. Im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Aktuell beläuft sich das Durchschnittsalter eines selbst gekauften Smartphones auf 24 Monate – 2024 waren es noch 17,5 Monate.

Insgesamt haben 73 Prozent derjenigen, die ein Smartphone für private Belange nutzen, ihr Gerät selbst gekauft. 6 Prozent nutzen ein geschenktes Smartphone und 19 Prozent ihr dienstliches Gerät auch privat. Haas: „Je robuster und langlebiger ein Smartphone ist, desto besser ist auch der CO2-Fußabdruck der Geräte. Hier zahlt sich aus, dass die Hersteller oft sehr hochwertige Materialien benutzen, die Geräte besser als früher vor Wassereintritt oder Staub geschützt sind und länger mit Softwareupdates versorgt werden. Außerdem reduzieren effizientere Batterietechnologien und optimierte Software den Akkuverschleiß.“

Mehr als 2,5 Stunden tägliche Smartphone-Zeit

Im täglichen Gebrauch sind Smartphones mittlerweile deutlich länger im Einsatz als früher. Dabei zeigt sich: Je jünger die Nutzer sind, desto mehr Zeit verbringen sie mit ihrem Gerät. Die 16- bis 29-Jährigen nutzen ihr Gerät im Durchschnitt fast 3,5 Stunden täglich – insgesamt 212 Minuten. Vor zwei Jahren (2023) waren es noch 177 Minuten in dieser Altersgruppe. Die 30- bis 49-Jährigen schätzen ihre tägliche Nutzung auf durchschnittlich 158 Minuten (2023: 151 Minuten) und die 50- bis 64-Jährigen auf 148 Minuten (2023: 144 Minuten). Auch bei den Senioren über 65 Jahren ist die durchschnittliche Nutzungszeit kräftig gewachsen und liegt nun bei 103 Minuten – 23 Minuten mehr als noch im Jahr 2023 (80 Minuten). Über alle Altersgruppen hinweg beläuft sich die tägliche Smartphone-Zeit auf durchschnittlich 155 Minuten (2023: 143 Minuten).

82 Prozent der Nutzer eines Smartphones können sich ein Leben ohne das Gerät nicht mehr vorstellen. 66 Prozent fühlen sich dadurch im Alltag sicherer. Es kommt allerdings auch immer wieder zu Störgefühlen oder Diskussionen, wenn das Smartphone aus Sicht anderer zu intensiv genutzt wird: 73 Prozent nervt es, wenn andere Personen während eines Treffens nur auf ihr Gerät schauen. 63 Prozent stören sich im Übrigen daran, wenn schon kleine Kinder ein Smartphone nutzen.

Guter Empfang, hohe Netzabdeckung, schnell surfen

Bei der Wahl ihres Mobilfunkanbieters sind sich die Nutzer eines Mobiltelefons auch in diesem Jahr weitestgehend über die Kriterien einig. Praktisch alle wollen einen guten Empfang am Wohnort (96 %). Ebenso vielen ist eine möglichst große Netzabdeckung (95 %) wichtig und 90 Prozent eine möglichst hohe Surf-Geschwindigkeit. Die Preise sollen für 76 Prozent möglichst niedrig sein und drei Viertel (75 %) ist ein guter Kundenservice bei der Wahl ihres Mobilfunkanbieters wichtig. Dahinter folgen flexible Kündigungsmöglichkeiten (71 %). Eine große Rolle spielt auch die Nachhaltigkeit des Mobilfunkanbieters (68 %) sowie das soziale Engagement des Unternehmens (52 %).

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