Simon: SDN beseitigt diese Schwierigkeit, indem es die Komplexität und den Konfigurationsaufwand von Netzwerken verringert. Die Funktionen der Switches werden Schritt für Schritt und auf Dauer vollständig auf eine zentrale Kontrollebene verlagert. Konfigurationen an den Einzelsystemen entfallen komplett; die Administration des Netzwerks erfolgt über eine zentrale, leicht zu bedienende Konsole. Zu diesen Vorteilen kommt der Zusatznutzen, der daraus entsteht, dass HP mit SDN auf den Open-Flow-Standard setzt und damit grundsätzlich Herstellerunabhängig sowie dementsprechend flexibel einsetzbar ist.
ITB: Welche Kunden sind prädestiniert dafür, SDN zu implementieren?
Simon: SDN ist für eine ganze Reihe von Kunden interessant. Vor allem sollten sich Unternehmen und Einrichtungen mit SDN beschäftigen, die große Rechenzentren oder Campus-Netzwerke betreiben, Anwendungen auf der Serverseite virtualisieren oder den Betriebsaufwand und die Kosten ihres Netzwerkes senken wollen.
ITB: Welche Schritte sind nötig, um SDN in das eigene Netzwerk zu integrieren?
Simon: Rein technisch gesehen muss natürlich ein SDN-Controller in das Netzwerk eingebracht werden. Dann müssen entweder die bestehenden Switches per Update Open-Flow-fähig gemacht oder durch neue Open-Flow-fähige Switches ersetzt werden. Einzelne Funktionalitäten werden durch SDN-Applikationen beziehungsweise Schnittstellen zu Cloud-Provisionierungssystemen wie etwa Open Stack realisiert. Wesentlich dabei ist, dass der SDN-Ansatz konsequent umgesetzt wird.
ITB: Was genau verstehen Sie unter konsequent?
Simon: Unternehmen sollten ihre Netzwerke unbedingt durchgängig automatisieren und die Steuerungsebene nicht nur teilweise, sondern komplett von der physikalischen Infrastruktur trennen. Das ist dann erreicht, wenn SDN-Technologien über das ganze Netz hinweg vorhanden sind – von der Hardware über die Steuerungsebene bis hin zu den Anwendungen, und vom Rechenzentrum bis zum Desktop. Damit ist die Integration aber nicht abgeschlossen. Die Prozesse für Netzwerk-Konfiguration und -Betrieb müssen angepasst und die Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Neue Angebote von HP Technology Services unterstützen Kunden dabei, eine SDN-Roadmap zu entwickeln, Architekturen festzulegen, die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien sicherzustellen und Machbarkeitsstudien durchzuführen.