Umsätze sind gefährdet Schlechte Prognosen für die Smartphone-Industrie

Von Ann-Marie Struck

Wie viele Smartphones besitzen Sie? Ein Gerät für die Arbeit und eines für den privaten Gebrauch? Statista zufolge wurden 2021 22,1 Millionen Handys in Deutschland verkauft. Das soll sich Berechnungen von Euler Hermes zufolge künftig ändern.

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97,6 Prozent der deutschen Haushalte besaßen 2021 mindestens ein Mobiltelefon.
97,6 Prozent der deutschen Haushalte besaßen 2021 mindestens ein Mobiltelefon.
(Bild: Mirko Vitali - stock.adobe.com)

Fast jeder Privathaushalt in Deutschland besitzt ein Mobiltelefon. Laut dem Statistischen Bundesamt lag die Zahl 2021 bei 97,6 Prozent. Gleichzeitig bringen Hersteller jährlich mehrere neue Modell auf den Markt. Wer soll sie alle kaufen, wenn doch im Schnitt fast jeder eines besitzt? Bisher war die Smartphone-Industrie auf der Überholspur. Statista zufolge wurden 2021 in Deutschland 22,1 Millionen Handys verkauft. Doch das Blatt soll sich Berechnungen des Kreditversicherers Euler Hermes zufolge wenden. Bereits in den vergangenen Jahren kamen die Umsätze nicht mehr an die Rekordmarke von 2016 ran und lagen meistens mit Minus 6 Prozent darunter. Außerdem stellt der reifende Markt die Smartphone-Industrie vor zunehmende Herausforderungen.

Über die Ergebnisse

Die Daten für die Marktentwicklung wurden über einen sogenannten Sales Cyclce berechnet. Dafür wurde die Zahl der sich in Benutzung befindlichen Smartphones durch die Zahl der jährlich verkauften Smartphones geteilt. Daraus lässt sich dann berechnen, wie lange ein Smartphone durchschnittlich in Gebrauch ist. Die Ergebnisse sind mit anderen Studien und Zahlen aus der Smartphone-Industrie abgeglichen worden und als plausibel befunden worden. Der Bitkom hat ebenfalls eine Studie zum Smartphone-Markt veröffentlicht und kam zu einem ähnlichen Ergebnis.

Hier geht's zur Bitkom-Studie

Darüber hinaus nutzen Verbraucher ihre Smartphones länger. Aurélien Duthoit, Branchenexperte bei Euler Hermes, zufolge tauschen Europäer ihre Geräte aktuell durchschnittlich nach rund 40 Monaten aus, das ist etwa ein Viertel länger als noch 2016. In den USA sieht das Bild anders aus. Dort wechseln Nutzer nach 24 Monaten auf ein neues Gerät. Doch auch dort hat sich gemäß der Analyse die Nutzungsdauer der Geräte seit 2016 um 30 Prozent verlängert.

Umsatzeinbußen von Milliarden bis 2025

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit wird sich nach Ansichten von Euler Hermes in den Umsätzen der Smartphone-Industrie niederschlagen, denn voraussichtlich werden sich die Austauschzyklen auch in den kommenden Jahren verlängern. Und das bedeutet weniger Umsatz. Bis 2025 seien dadurch gemäß der Studie weltweit kumulierte Umsätze von insgesamt 134 Milliarden US-Dollar in Gefahr. Allein für 2025 prognostizieren die Research-Experten Umsatzeinbußen bei 36 Milliarden US-Dollar liegen.

„Dadurch geraten insbesondere die Hersteller unter Zugzwang und müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen“, schließt Duthoit aus den Ergebnissen. „Auch die Branchenkonsolidierung wird hier eine Rolle spielen, insbesondere in China und Vietnam.“

Unbekannte Marken trifft es am härtesten

Neben der Konsolidierung sieht die Studie die Hausaufgaben der Smartphone-Hersteller insbesondere in der Innovation bei der Produktentwicklung sowie der Diversifizierung der Geschäftstätigkeit. Auch eine wesentlich stärkere Kreislaufproduktion wird künftig immer wichtiger. Des Weiteren gewinne eine wesentlich stärkere Kreislaufproduktion in Zukunft an Bedeutung.

„Die fünf großen Hersteller dominieren den Markt und machen rund 70 Prozent der weltweiten Smartphone-Verkäufe aus“, sagt Duthoit. „Hunderte andere kämpfe um die verbleibenden 30 Prozent. Gefährdet sind daher eher Hersteller aus der zweiten Reihe, die auf Geräte im niedrigen bis mittleren Preissegment spezialisiert sind. Sie laufen Gefahr, dass sie im Preis-Kampf um Marktanteile unter die Räder kommen.“

Innovationen als Retter

Eine Hoffnung sehen die Analysen in neuen Innovationen, insbesondere bei 5G-fähigen Geräten. Doch diese bleiben bislang aus: „Bisher fehlt die absolute ‚Killer-Funktion‘ bei den 5G-Geräten“, sagt Duthoit. „Das könnte die mangelnde Begeisterung der Verbraucher für 5G-Geräte erklären, zusammen mit der manchmal enttäuschenden mobilen Datengeschwindigkeit im Vergleich zu den theoretischen Kapazitäten. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Wer diese Killer-Funktion als erstes auf den Markt bringt, katapultiert sich mit einem Schlag ganz nach vorne. Gerade durch Innovationen gibt es auch große Chancen.“

Über die Ergebnisse

Die Daten für die Marktentwicklung wurden über einen sogenannten Sales Cyclce berechnet. Dafür wurde die Zahl der sich in Benutzung befindlichen Smartphones durch die Zahl der jährlich verkauften Smartphones geteilt. Daraus lässt sich dann berechnen, wie lange ein Smartphone durchschnittlich in Gebrauch ist. Die Ergebnisse sind mit anderen Studien und Zahlen aus der Smartphone Industrie abgeglichen worden und als plausibel befunden worden. Der Bitkom hat ebenfalls eine Studie zum Smartphone-Markt veröffentlicht und kam zu einem ähnlichen Ergebnis.

Hier geht's zur Bitkom-Studie

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