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AMD Radeon RX-6000-Serie Rückkehr ins High-End-Segment

Autor: Klaus Länger

Mit den RDNA2-Karten der Radeon-RX-6000-Familie will AMD wieder in der Königsklasse der Gaming-Grafikkarten mitspielen. Der Schlüssel dafür sind der Big-Navi-Chip mit bis zu 80 Compute Units, ein Infinity Cache und 16 GB Grafikspeicher.

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AMD startet die Radeon-RX-6000-Serie mit drei Karten: RX 6900 XT, RX 6800 XT und RX 6800. Alle drei verfügen über 16 GB GDDR6 Grafikspeicher.
AMD startet die Radeon-RX-6000-Serie mit drei Karten: RX 6900 XT, RX 6800 XT und RX 6800. Alle drei verfügen über 16 GB GDDR6 Grafikspeicher.
(Bild: AMD)

Einen echten Gegenspieler für die High-End-Gaming-Grafikkarten von Nvidia hatte AMD schon seit Jahren nicht mehr zu bieten. Mit den Navi-Karten der RX-5000-Serie spielte der Hersteller nur in der oberen Mittelklasse mit. Das soll sich nun mit der Radeon-RX-6000-Serie ändern, die auf dem Navi-21-Chip mit der neuen RDNA2-Architektur basiert. Das Top-Modell RX 6900 XT nutzt den Chip im Vollausbau mit 80 aktiven Compute-Units (CU). Das sind doppelt so viele wie bei der RDNA-Karte Radeon RX 5700 XT mit Navi-10-GPU. Zudem hat AMD den Basistakt auf 2,015 GHz und den Boost-Takt aus 2,25 GHz hochgeschraubt. Mit dem Rage Mode gibt es auch eine neue One-Click-Übertaktungsfunktion, die keine Auswirkung auf die Garantie für die Karten hat.

Die bei TSMC in einem 7-nm-Verfahren hergestellte Navi-21-GPU beherrscht nun auch DirectX Raytracing mit Hardware-Unterstützung und bietet DirectX-12-Ultimate-Support. Ein Gegenstück zu Nvidias KI-Upsampling DLSS 2.0 soll aber erst später kommen.

In der Navi-21-GPU hat AMD einen 128 MB großen Infinity Cache untergebracht, der als Puffer für den mit 256 Bit angebundenen, 16 GB großen GDDR6-Grafikspeicher dient. Laut AMD soll diese Kombination eine höhere Bandbreite liefern als das 384-Bit-Speicherinterface bei Nvidias RTX 3090 mit GDDR6X. Über den Infinity Cache und die 16 GB Grafikspeicher verfügen auch die Radeon RX 6800 XT und die RX 6800. Bei der 6800 XT, die als Gegenspieler zu Nvidias RTX 3080 antritt, sind 72 CUs aktiv, 60 sind es bei der 6800. Bei diesem Modell ist auch der Takt auf 1,85/ 2,105 GHZ gesenkt. Es tritt gegen die Nvidia RTX 3070 an, die nur über acht GB Grafikspeicher verfügt. Als Interface zum Mainboard dient selbstverständlich PCIe 4.0. AMD hebt besonders die Energieeffizienz der neuen Karten hervor: Die RX 6900 XT und die RX 6800 XT sollen sich trotz hoher Leistung mit maximal 300 Watt zufriedengeben, die RX 6800 mit 250 Watt.

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Mehr Leistung mit Ryzen 5000

Ein neues Feature mit dem Namen „Smart Access Memory“ soll bei den RX-6000-Karten die 3D-Performance erhöhen, sobald sie auf einem Mainboard mit einem der neuen Ryzen-5000-Prozessoren sitzen. In Kombination mit der Rage-Übertaktung sollen Leistungssteigerungen von bis zu 13 Prozent möglich sein. Wie sich die auf die beiden Funktionen verteilen und wie Smart Access Memory konkret funktioniert, hat AMD nicht verraten.

Die Radeon RX 6800 XT und die RX 6800 sollen ab dem 18. November 2020 verfügbar sein. Die RX 6900 XT folgt am 8. Dezember. Später sollen Custom-Karten von Boardpartnern folgen. Für die USA nennt AMD einen Preis von 579 US-Dollar für die RX 6800, 649 US-Dollar für die RX 6800 XT und 999 US-Dollar für die RX 6900 XT. Deutsche Preise hat der Hersteller bisher nicht kommuniziert.

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