Ralph Koch auf Kapitalsuche Rombus braucht neue Investoren

Redakteur: Wilfried Platten

Gehen in Büren die Lichter aus? Rombus kämpft derzeit mit Liquiditätsproblemen, die nur durch frisches Investorengeld gelöst werden können.

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Heraufziehende Dämmerung oder Silberstreif am Horizont? Bei Rombus steht eine existentielle Entscheidung unmittelbar bevor.
Heraufziehende Dämmerung oder Silberstreif am Horizont? Bei Rombus steht eine existentielle Entscheidung unmittelbar bevor.
(Bild: Rombus)

Vor versammelter Mannschaft hat Ralph Koch, Haupt- oder Alleingesellschafter diverser Rombus-Firmen und gleichzeitig Geschäftsführer einiger davon, die Mitarbeiter über die prekäre Lage der Gruppe informiert, für die es noch keine Lösung gibt. Knackpunkt ist das Thema Liquidität, so Koch ganz offen gegenüber IT-BUSINESS: „Es stimmt, wir haben insbesondere bei der IT-Distribution GmbH in Celle aktuell Zahlungsverzögerungen gegenüber den Lieferanten. Diese sind darüber informiert.“ Mit den Herstellern wurde über mögliche Formen des Entgegenkommens bereits gesprochen, besonders positiv scheint die Resonanz darauf aber nicht gewesen zu sein, denn Koch ist mittlerweile auf einen anderen Lösungsweg eingeschwenkt.

Monetäres Nadelöhr

Zahlungsprobleme gibt es offensichtlich auch bei dem noch liquiditäts-kritischeren Retail-Geschäft vom Rombus International. Auch hier räumt Koch Schwierigkeiten ein. „Bei Retail geht es oft um größere Beträge, die vorfinanziert werden müssen. Das gestaltet sich momentan schwierig, wir sind aber auch hier in Gesprächen mit Investoren. Andererseits sind wir im Retail mit unseren Kundenverträgen sehr gut aufgestellt. Deshalb wollen wir dieses Business unbedingt am Leben halten.“

Kritisch ist ebenfalls die Situation bei den Gehältern der Mitarbeiter. Ausstehende Zahlungen und vielleicht auch die offene Kommunikation der Lage haben bereits zu Kündigungen geführt. Andere Mitarbeiter haben diesen Schritt noch nicht vollzogen, sich aber prophylaktisch bereits unter anderem bei Systemhäusern im näheren Umkreis beworben. „Das ist in dieser Situation völlig normal und dafür haben wir auch Verständnis“, so Koch. Zudem sind weitere Fälle am Arbeitsgericht Paderborn anhängig.

Ausweg Investor

Für Koch liegt der einzige Ausweg aus der aktuellen Misere darin, einen oder mehrere neue Investoren zu finden. Entsprechende Versuche und Gespräche laufen schon länger, doch durch die sich verschärfende Situation wird die Zeit jetzt knapp. Koch spricht Klartext, will aber Spekulationen keinen Vorschub leisten: „Wir sind in den Gesprächen sehr weit vorangekommen und hoffen, vielleicht schon diese Woche Vollzug melden zu können. Aber das werden wir erst dann tun, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist.“ Auch bei der Frage, wo denn die Deadline für eine Lösung liegt, lässt er keine Zweifel aufkommen: „Bis Ende dieses Monats müssen wir durch sein!“

Was dann passiert hängt davon ab, welche der Rombus-Firmen es erwischt. Denn sie sind nicht unter einer Holding zusammengefasst, sondern werden über die Koch´schen Beteiligungen zusammengehalten. Lediglich bestimmte Finanz- und Logistik-Dienstleistungen werden gemeinsam genutzt. Ein Domino-Effekt ist dadurch nicht zwangsläufig – aber auch nicht auszuschließen.

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