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Rechtliche Aspekte bei der Sicherung von Liquidität

Risiken beim Factoring

10.06.2009 | Autor / Redakteur: Christoph Selzer und Ilka Stiegler / Katrin Hofmann

Factoring kann dabei helfen, das Kopfzerbrechen um fehlende Mittel zu beenden.
Factoring kann dabei helfen, das Kopfzerbrechen um fehlende Mittel zu beenden.

Factoring hat sich als alternative Finanzierungsform etabliert. Dennoch sind die rechtlichen Aspekte nur teilweise bekannt, obwohl die unterschiedliche Ausgestaltung der Angebote für die Risikohaftung wesentlich ist.

Beim Factoring verkauft eine Firma Forderungen gegen Kunden (Debitor) an einen Factor. Der Factor zahlt an seinen Factoring-Kunden nach Vorlegung der Rechnung zeitnah rund 80 Prozent der Rechnungssumme. Das restliche Geld dient als Sicherheitseinbehalt und wird abzüglich einer Gebühr ausgezahlt, sobald der Debitor seine Rechnung beglichen hat.

Factoring kann Unternehmen viele Vorteile bieten. Dazu gehören unter anderem die fortlaufende Sicherung der Liquidität, Wettbewerbsvorteile durch längere Zahlungsziele für die Kunden beziehungsweise Debitoren, aber auch Einkaufsvorteile durch die Realisierung von Skonti oder Boni.

Unechtes versus echtes Factoring

Als echtes Factoring wird ein Verfahren bezeichnet, bei dem der Factoring-Dienstleister, auch Factor genannt, das Delkredere-Risiko übernimmt. Factoring ohne Übernahme dieses Risikos nennt man dagegen unechtes Factoring.

Was bedeutet nun Übernahme des Delkredere-Risikos? Das Delkredere-Risiko ist das Ausfallrisiko aufgrund von Umständen, die der Factoring-Kunde nicht beeinflussen kann. Trotz rechtzeitiger und ordnungsgemäßer Lieferung oder Leistungserbringung erfolgt keine Zahlung des Kunden, meist deshalb, weil dessen finanzielle Situation eine Zahlung nicht erlaubt.

Beim echten Factoring muss der Factoring-Kunde nicht befürchten, dass seine Forderungen ausfallen, da das Risiko vom Factor übernommen wird. Der Factor seinerseits ist über eine Warenkredit-Versicherung abgesichert. Der Factoring-Kunde muss selbst bei einer Insolvenz seines Debitors nicht befürchten, dass der Insolvenzverwalter Zahlungen des Debitors anfechtet und zurückfordert. Denn dieses Risiko trägt ausschließlich der Factor.

Unechtes Factoring dagegen sieht keine Übernahme des Delkredere-Risikos vor. Die Forderung wird in der Regel nur „treuhänderisch“ abgetreten, damit der Factor, wenn nötig, diese in eigenem Namen einziehen kann. Der Factoring-Kunde profitiert aber davon, dass der Factor sein Forderungs-Management übernimmt und die Forderungen sofort zahlt. So muss er keine Zahlungsziele seiner Debitoren erdulden und verbessert seine Liquidität auch dabei sofort. Das Risiko für mögliche Zahlungsausfälle muss er allerdings selbst tragen.

Manchmal ist es notwendig, dem Kunden die Abtretung der Forderungen an einen Dienstleister zu verheimlichen: Wie das funktioniert und was es heißt, dass der Factoring-Kunde stets das so genannte Veritätsrisiko trägt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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