Bitkom-Umfrage Raus aus dem Großraumbüro

Autor Heidi Schuster

Die Arbeitswelt hat sich durch die Corona-Pandemie verändert und für Arbeitgeber scheint es schwierig zu werden, den Arbeitsplatzwünschen der Arbeitnehmer nachzukommen, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt.

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38 Prozent der deutschen Büroangestelleten wollen zwar nach der Pandemie zurück ins Büro, aber nicht ins Großraumbüro.
38 Prozent der deutschen Büroangestelleten wollen zwar nach der Pandemie zurück ins Büro, aber nicht ins Großraumbüro.
(Bild: Christian Hillebrand – stock.adobe.com)

Der letzte Schrei bei Arbeitgebern war in den vergangenen Jahren das Großraumbüro. Eine bessere Kommunikation, ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl, flexible Nutzungsmöglichkeiten und nicht zuletzt geringere Kosten waren die Argumente dafür. Unter den Arbeitnehmern gingen die Meinungen dazu schon immer auseinander: Die einen finden es gut, den anderen ist es zu laut, die Produktivität leidet und an der Privatsphäre mangelt es auch. Und längst ist klar, dass Viren und Bakterien leichtes Spiel haben in Großraumbüros.

Wegen der Coronakrise sind Millionen Berufstätige ins Homeoffice gewechselt und vielen gefällt es da. Aber wie sieht die Zukunft der Arbeitswelt nach der Pandemie aus?

Fester Arbeitsplatz, Shared Desk und Homeoffice machen das Rennen

Einer Bitkom-Umfrage zufolge wollen immerhin 38 Prozent der Büroangestellten in Deutschland künftig wieder (zumindest teilweise) einen festen Arbeitsplatz in den Büroräumen des Arbeitgebers haben. Aber: bitte in einem Einzelbüro. In dieser Präferenz sind sich alle einig – egal ob in der freien Wirtschaft, im öffentlichen Dienst oder als Beamter. Jeder vierte Berufstätige (27 %) wünscht sich einen festen Arbeitsplatz in einem Mehrpersonenbüro mit zwei bis vier Mitarbeitern.

In ein Großraumbüro mit fünf oder mehr Kollegen will dagegen kaum noch jemand (1 %). 17 Prozent möchten am Shared Desk arbeiten und den Arbeitsplatz im Unternehmen frei wählen. 2 Prozent wollen ihren Arbeitsplatz in Co-Working-Spaces verlegen. Ganz auf den klassischen Büroarbeitsplatz verzichten und ausschließlich im Homeoffice oder mobil arbeiten möchte jeder Achte (12 %). Um all diesen Wünschen nachzukommen, müssen Arbeitgeber viel Flexibilität zeigen. Doch in Zeiten des Fachkräftemangels ist ein Umdenken nötig.

Wer will im Homeoffice bleiben?

Am größten ist der Homeoffice-Wunsch bei den 16- bis 29-Jährigen (15 Prozent), während sich das in der Generation 50 Jahre und älter nur 7 Prozent vorstellen können. „Die Corona-Krise hat unsere Arbeitswelt komplett auf digital gedreht und einen Kulturwandel ausgelöst, wie es zuvor kaum vorstellbar war. Aber ganz offensichtlich sind viele Menschen des Homeoffice überdrüssig und möchten zurück in die Büros“, sagt Bitkom Präsident Achim Berg. „Dass die meisten zurück ins Einzelbüro wollen, ist schon eine Überraschung. Das könnte damit zu erklären sein, dass man so Infektionsgefahren von Gruppenbüros vermeiden will.“

Details zur Studie

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.502 Erwerbstätige ab 16 Jahren im Zeitraum Januar und Februar 2021 telefonisch befragt.

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