Kommunikation mit dem Computer Raumschiff „Enterprise Resource Planning“ hebt dank KI ab

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Dialogorientierte KI ermöglicht es quasi, „mit der Software zu sprechen“. Das alleine ist revolutionär. Der eigentliche Gamechanger liegt aber in dem, was KI mit Zugang zur Fülle an Daten im Unternehmen als Ergebnisse liefert.

Science-Fiction-Ideen werden gegenwärtig real: Auf dem Raumschiff Enterprise kann mit dem Bordcomputer per Spracheingabe kommuniziert werden.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Science-Fiction-Ideen werden gegenwärtig real: Auf dem Raumschiff Enterprise kann mit dem Bordcomputer per Spracheingabe kommuniziert werden.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Fans lieben die Szene, bei der „Scotty“ in „Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart“ nach einer Zeitreise zurück ins Jahr 1986 versucht, mit einem Computer zu sprechen. Nachdem jemand auf die Maus zeigte, nimmt er diese in die Hand und spricht hinein, als wäre sie ein Mikrofon.

Knapp 40 Jahre später – die KI bricht gerade zum Höhenflug auf – hat man schon mehr Verständnis für Chefingenieur Montgomery Scott, denn nach dem ersten GenAI-Boom ist der sprachbasierte Dialog mit Künstlicher Intelligenz bereits omnipräsent.

Die Revolution des Benutzererlebnisses

Alexander Trautmann, Head of Product Engineering SSG/ERP, Sage(Bild:  Sage)
Alexander Trautmann, Head of Product Engineering SSG/ERP, Sage
(Bild: Sage)

Alexander Trautmann arbeitet als Head of Product Engineering SSG/ERP im Bereich Software- & Produkt-Entwicklung bei Sage. Aus seiner Perspektive sorgen KI-basierte Chatbots für eine Revolution im Benutzererlebnis. „Selbst weniger versierte Anwender können mit komplexen ERP-Systemen intuitiv interagieren, da die Bots auf natürliche Spracheingabe reagieren, Fragen beantworten oder Berichte und Informationen zugänglicher machen können“, so Trautmann.

Die völlig neuen sprach- und chatbasierten Interfaces können komplexe, traditionelle Systeme nahtlos in moderne Arbeitsumgebungen integrieren. Durch KI und Copiloten wird die Nutzung von ERP-Systemen für alle Mitarbeiter deutlich zugänglicher, selbst für jene ohne umfassende technische Kenntnisse. Diese merken oft gar nicht, dass sie gerade Daten abrufen oder Workflows auslösen – sie „sprechen“ vielmehr einfach mit ihrem Copiloten.

Gamechanger KI

Künstliche Intelligenz habe einen tiefgreifenden Einfluss auf die Branche, postuliert Trautmann. „Sie verändert, wie Unternehmen Daten verwalten, analysieren und nutzen. KI-Systeme ermöglichen es, Entscheidungen proaktiver zu treffen und Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten.“ So ermöglichen Prescriptive und Predictive Analytics eine verbesserte Datenanalyse und Entscheidungsfindung. Dabei liefert die KI nicht nur Einblicke in Daten, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen, basierend auf Datenmustern. Der Manager nennt ein Beispiel aus der Fertigung: Maschinen werden optimal ausgelastet, und Wartungen erfolgen vorausschauend, bevor Probleme auftreten. Zudem beschleunige KI die Analyse großer Datenmengen und liefert Echtzeit-Einblicke. Sie erkennt Anomalien, schlägt Korrekturen vor und prognostiziert Trends, sodass Unternehmen proaktiv Entscheidungen treffen oder nötige Anpassungen und Investitionen vornehmen können.

Das Copilot-Wording

KI wird oft als „Copilot“ bezeichnet, weil sie Menschen unterstützt, ohne selbstständig die Entscheidungen zu treffen. Die Verantwortung bleibt stets beim Menschen, während die KI nur Hilfestellungen gibt und datenbasierte Analysen liefert. Vor dem Hintergrund dieser Analogie spricht nicht nur Microsoft vom „Copiloten“, sondern auch Sage.

Trautmann erklärt, was der KI-basierte Copilot aus seinem Hause, der Sage Copilot, leistet: „Bereits heute ermöglicht er eine einfachere Zugänglichkeit zu Daten und Berichten. Die nächste Entwicklungsstufe widmet sich der Automatisierung von Geschäftsprozessen, etwa der von Routinetätigkeiten, während zukünftig komplexe Analysen und präzise Handlungsempfehlungen hinzukommen.“

Routinearbeiten

KI wird im ERP-, DMS- und BI-Umfeld aber nicht nur zur Entscheidungsunterstützung herangezogen, sondern auch für Routinearbeiten. Bei der Eingangsrechnungsverarbeitung ermöglichen die Algorithmen eine automatisierte Verarbeitung von Rechnungen sowohl in den ERP- als auch den Finanzbuchhaltungslösungen. „Selbst nicht standardisierte oder eingescannte PDF-Rechnungen können automatisiert analysiert und verarbeitet werden“, lobt der Manager. Das minimiere Fehler und reduziere den manuellen Aufwand erheblich – ein klarer Mehrwert für die Buchhaltungsabteilungen.

„Darüber hinaus unterstützt unser KI Chatbot, der Sage Copilot, dabei, Umsatzauswertungen und Jahresabschlüsse direkt aus ihrer Finanzbuchhaltungslösung einfach zu erstellen“, so der Leiter der Abteilung Product Engineering SSG/ERP.

Daten rücken in den Fokus – auch im Channel

KI fordert nach der Einschätzung von Trautmann die IT-Dienstleister dahingehend, dass diese sich zunehmend auf hochspezialisierte Aufgaben konzentrieren und datengetriebene Geschäftsmodelle verstehen und unterstützen müssen. Das geht einher mit neuen Anforderungen an Expertise, Geschwindigkeit und Innovationsfähigkeit. „Wer die neuen Chancen erkennt und frühzeitig auf den Wandel reagiert, kann sich als Vorreiter positionieren“, so der Manager. Das „Mittelmaß“ an Dienstleistern und Lösungsanbietern wird im Zuge dessen unter Umständen perspektivisch vom Markt verdrängt.

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Automatisierung des Systemhaus-Tagesgeschäftes

Zudem postuliert der Sage-Manager, dass Routineaufgaben wie Systemüberwachung, Datenmigration oder Fehlerbehebung zunehmend automatisiert werden. Das führe zu weniger manuellen Tätigkeiten, aber mehr Bedarf an Expertise in der Beratung und Implementierung KI-gestützter Lösungen.

Letzten Endes sei das eine Chance für IT-Dienstleister, denn Unternehmen wollen bestehende Systeme modernisieren oder heterogene Lösungen integrieren. „Hier können Systemhäuser ihre traditionellen Stärken mit neuen Fähigkeiten wie KI-Modellierung oder Datenanalyse kombinieren, um sich als Innovationspartner zu positionieren.“

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