„Cloud Video Surveillance Camera Report 2020“ Qualität der Überwachung wird immer besser

Autor: Ann-Marie Struck

Sie sind überall, an Gebäuden, in Hotels oder im Bus – Überwachungskameras. Und die Qualität der Ton- und Bildaufnahmen wird immer besser. So das Ergebnis des „Cloud Video Surveillance Camera Report 2020“ von Eagle Eye Networks.

Firmen zum Thema

Videoüberwachung in öffentlichen Räumen gehört zum Alltag. Dabei hat sich die Qualität der Aufnahmen rasant verbessert.
Videoüberwachung in öffentlichen Räumen gehört zum Alltag. Dabei hat sich die Qualität der Aufnahmen rasant verbessert.
(Bild: Ivan Traimak - stock.adobe.com)

In London gibt es 68,4 Überwachungskameras je 1.000 Einwohner, damit wird die britische Hauptstadt Statista zufolge stärker überwacht als Peking. In der Hauptstadt Chinas kommen nur 56,2 Kameras auf 1.000 Einwohner. Vor allem ist in den letzten Jahren nicht nur die Anzahl an Kameras gewachsen, sondern auch der Anteil an Kameras, die eine höhere Auflösung oder auch eine Tonaufnahme ermöglichen.

Laut dem „Cloud Video Surveillance Camera Report 2020“ von Eagle Eye Networks nahm die Zahl der Kameras, die Ton übertragen, weltweit in den letzten Jahren konstant zu, wenngleich Audio-Video-Systeme noch nicht weit verbreitet sind. 2020 lag der Anteil bei 7,6 Prozent, 2016 waren es nur 3,3 Prozent. In der EMEA-Region ist der Audio-Anteil mit 19 Prozent deutlich höher als etwa auf dem amerikanischen (4 %) oder asiatischen Markt (5 %). Mit aufgezeichnetem Ton können die Betrachter Situationen besser bewerten. In Deutschland sind Tonaufnahmen bei jeder Form der Videoüberwachung hingegen nicht erlaubt. Daher kommen überwiegend reine Video-Systeme zum Einsatz oder die Audiofunktionen müssen deaktiviert werden.

Dabei werden 73 Prozent der digitalen Bilder mit einer Auflösung von unter zwei Megapixel übertragen, 27 Prozent mit zwei oder mehr Megapixel. Nichtsdestotrotz wächst gemäß des „Cloud Video Surveillance Camera Report 2020“ die Qualität. 2016 lag der Wert von Übertragungen mit mehr als einen Megapixel noch bei 10 Prozent. Als Grund für den Anstieg nennt Eagle Eye Networks, dass inzwischen hochauflösende Kameras preisgünstiger, respektive auch immer weniger Kamerasysteme mit weniger Megapixel angeboten werden. In Europa werden hochauflösende Kameras im Vergleich zu anderen Regionen deutlich weniger eingesetzt. Zwölf Prozent des aufgenommenen Materials hatte 2020 hier eine Auflösung von zwei Megapixel oder höher, im Vergleich dazu lag der Anteil in Asien bei 16 Prozent und 28 Prozent in den USA.

Wohin mit den Video-Daten?

Der Studie zufolge ist jede zehnte Kamera noch analog und nicht digital. Jedoch lieferten während der Pandemie mehr dieser Kamerasysteme ihre Daten trotzdem in die Cloud. Ihr Anteil erhöhte sich auf neun Prozent gegenüber sechs Prozent im Vorjahr. 2016 lag dieser Wert noch bei 22 Prozent. Der Abwärtstrend der letzten Jahre für diese Überwachungssysteme scheint durch die gestiegene Notwendigkeit, in der Pandemie Räume dichter zu überwachen, und die damit einhergehende höhere Nachfrage nach Kameras, vorerst gestoppt. Zudem haben etliche Geräte entwickelt, mit denen über Coax-Kabel übertragene Bewegtbilder kostengünstig digitalisiert und übertragen werden.

Weltweit wird das aufgezeichnete Material bis zu einer Woche (30 %), 14 Tage (19 %) oder 30 Tage (42 %) lang gespeichert. In Europa werden Daten in der Cloud in etwa 26 Tage gespeichert. Damit liegt Europa etwas unter dem weltweiten Durchschnitt von 28 Tagen. Grund dafür ist, dass Videodaten in einigen europäischen Ländern nach 30 Tagen gelöscht werden müssen. In Deutschland dürfen nach Auffassung der Aufsichtsbehörden die Daten aus der Videoüberwachung maximal 72 Stunden gespeichert werden. Eine längere Vorhaltung hängt vom Einzelfall oder einem berechtigten Interesse ab.

In Asien liegt der Wert hingegen mit 38 Tagen im Durchschnitt deutlich höher, in den USA bleiben die Daten 28 Tage lang verfügbar. Lokal gesichertes Material wird in Europa dagegen lediglich 17, in den USA dagegen 37 Tage lang gespeichert.

Über die Studie

Für die Studie wertete Eagle Eye Networks Daten von über 100.000 Kameras des eigenen Cloud-Video-Managementsystem in den USA und 90 weiteren Ländern aus. Die analogen und digitalen Kameras von 133 Herstellern sind in den verschiedensten Bereichen installiert, unter anderem in Firmengebäuden, im Einzelhandel, in Restaurants, Lagerhallen, Schulen und Universitäten, Krankenhäusern, Hotels oder Wohnanlagen.

(ID:47371501)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin