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Nachholbedarf Pressearbeit in kleinen Unternehmen

Autor / Redakteur: Harald Knapstein / Sarah Böttcher

Mittelständische IT-Systemhäuser vernachlässigen in aller Regel die Pressearbeit. Dabei kann sich ein „guter Draht“ zur Presse gerade in Zeiten der Digitalisierung als nützlich erweisen.

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Trotz Konkurrenz verlieren Fachmedien nicht an Bedeutung.
Trotz Konkurrenz verlieren Fachmedien nicht an Bedeutung.
(Bild: Pixabay)

Erhebungen des Beratungshauses IQITS ergaben, dass auf den Mittelstand ausgerichtete Systemhäuser und IT-Dienstleister den Kontakt zur Presse stiefmütterlich behandeln: Es fehle die Zeit, man stecke gerade mitten im Projekt, und überhaupt sei Pressearbeit nur etwas für „die Großen“, die sich Pressesprecher und Presseabteilung leisten können.

Hier ist also Ähnliches festzustellen wie auch beim Thema Social Media: Die Dienstleister verlassen sich gern ausschließlich auf persönliche Kontakte und investieren kaum in Maßnahmen, um ihre Außendarstellung zu fördern – was sich aber früher oder später als schwerer Fehler erweisen kann.

Regionalität rückt in den Fokus

Die Geschäftsführer haben meist nur eine sehr vage Vorstellung davon, welche Bedürfnisse und Erwartungen die Presse hat und wie man diese – auch mit relativ wenig Aufwand – bedienen kann. Denn die Print-Medien – von der lokalen Tagespresse bis hin zu den Fachzeitschriften – sind zwar nach wie vor relevant, sehen sich aber starkem Konkurrenzdruck durch Online-Publikationen und Blogs ausgesetzt. Eine der beliebtesten Strategien der Verlagshäuser, um diesem Druck zu begegnen, ist die Regionalisierung: Man berichtet über das, was sich vor Ort tut, bei der lokalen Industrie und heimischen Anbietern.

Ergänzendes zum Thema
Mediennutzung in Deutschland

Laut Statista ist das Fernsehen nach wie vor insgesamt das populärste Medium in Deutschland: Bei 80 Prozent der Deutschen, so Statista unter Berufung auf eine SevenOne-Media-Studie, läuft der Fernseher täglich. Es folgen Radio (65 Prozent) und Internet (63 Prozent). Tägliche Zeitungsleser sind knapp 44 Prozent der Deutschen. Über 30 Millionen lesen mehrmals wöchentlich eine Zeitschrift, so Statista. Trotz der Konkurrenz durch Internet, Funk und Fernsehen erzielten die Fachmedienhäuser laut dem Verein Deutsche Fachpresse im Jahr 2016 ein Umsatzplus von 2,4 Prozent. Die Zahl der Fachzeitschriften überschritt 2016 sogar erstmals die Marke von 4.000 Titeln.

Für die Medienhäuser sind lokale Systemhäuser somit spannende Ansprechpartner geworden – wenn sie denn mit interessanten Geschichten aufwarten können. Dies darf natürlich nicht immer nur das 10-, 20- oder 25-jährige Firmenjubiläum sein. Vielmehr müssen Tages- und Fachpresse ihrer jeweiligen Leserschaft vermitteln, wie einheimische Unternehmen auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren: Wie soll man umgehen mit der digitalen Transformation, mit der Cloud, mit Robotik, Industrie 4.0 – und den damit einhergehenden Datenschutz- und Sicherheitsrisiken?

Hier sind auch kleinere, regionale Systemhäuser und IT-Dienstleister reizvolle Ansprechpartner für die Fach- und Publikumspresse – man muss sich nur die Zeit nehmen, den richtigen Ansprechpartner ausfindig zu machen. Dann kann sich schnell eine produktive Zusammenarbeit entwickeln – auch weit jenseits der Frage, welche Firmen den örtlichen Fußballverein unterstützen.

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