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IT-Zeitmaschine Pendel zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung

Autor: Klaus Länger

In der IT-Welt gibt es eine beständige Pendelbewegung zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung, so Ulrich Seibold, Channel-Chef bei HPE Deutschland. In Zukunft bewegt es sich wieder in Richtung verteilter Strukturen. Die zentralistische Cloud-Ära geht zu Ende.

Ulrich Seibold, Vice President Channel, Service Providers, OEM and Alliances DACH, Hewlett Packard Enterprise
Ulrich Seibold, Vice President Channel, Service Providers, OEM and Alliances DACH, Hewlett Packard Enterprise
(Bild: Foto-Grafikatelier Gudrun de Maddalen / HPE)

Was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie an die IT in den letzten 25 Jahren denken?

Seibold: Die Geschichte der IT ist eine sich verstärkende Pendelbewegung zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung. Vor 25 Jahren begann der Siegeszug von SAP R/3. Das war der Anfang vom Ende der Mainframe-Ära. Die Client-Server-Welle spülte PCs in praktisch jeden Haushalt. Vor rund zehn Jahren begann dann wieder eine massive Zentralisierung mit gigantischen Cloud-Rechenzentren, und das Smartphone wurde zum neuen Terminal. Und jetzt befinden wir uns in nächsten Dezentralisierung-Welle, die alles vorhergehende in den Schatten stellt, weil sich die globale Datenmenge alle zwei, drei Jahre verdoppeln wird.

Welche Zukunftsvision schwebt Ihnen für die IT in 10 Jahren vor?

Seibold: Daten und Applikationen werden künftig überall verteilt sein: am Edge mit hunderten von Milliarden intelligenten Geräten, in lokalen Rechenzentren und in der Public Cloud. Unsere Vision ist, dass in zehn Jahren die Mauern zwischen diesen Plattformen komplett eingerissen werden. Das heißt zweierlei. Erstens: Die zentralistische Cloud-Ära kommt zu einem Ende – aber alle IT wird wie die Cloud sein: einfach, flexibel und nach Verbrauch abgerechnet. Zweitens: Bürger, Konsumenten und Unternehmen werden zum digitalen Souverän, weil sie frei entscheiden können, welche Plattform sie nutzen, und welche Daten sie teilen.

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