Das Oracle Partner Network (OPN) wurde als Plug-and-Play-Umgebung für Resell-, Service- und Hosting-Partner konzipiert. Dort gibt es laufend neue Programme, Kampagnen und Angebote, so Tobias Deml, Head of Cloud Engineering bei Oracle.
Tobias Deml, Head of Cloud Engineering bei Oracle
(Bild: Oracle)
Oracle entwickelt seine Partner- und Channel-Strategie ständig weiter, um sie an sich ändernde Anforderungen anzupassen. Was nicht ganz trivial ist: Einige Kunden suchten nach beratenden, wertorientierten Gesprächen mit den Partnern, andere wollen ihren Rechenzentrumsbedarf möglichst vollständig auslagern, und wieder andere arbeiten mit mehreren Servicepartnern zusammen. „Wir haben die Plattform des Oracle Partner Network (OPN) daher als eine Art Plug-and-Play-Umgebung konzipiert, die einerseits Resell-, Service- und Hosting-Möglichkeiten abdeckt und uns anderseits zugleich die Flexibilität gibt, neue Programme, Kampagnen und Angebote nach Bedarf hinzuzufügen und zu erweitern“, erläuterte Tobias Deml, Head of Cloud Engineering bei Oracle.
Neue Schwerpunkte im Partnerprogramm
Gerade im September erst habe man das EMEA-Cloud-Vertriebsprogramm in Zusammenarbeit mit einigen Top-Vertriebspartnern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gestartet. Außerdem gibt es seitdem ein kostenloses Trainingspaket mit Oracle Cloud Infrastructure und anderen Oracle-Services namens „EMEA Race to Certification".
„Unsere Partner-First-Programme sind darauf ausgelegt, Partnerressourcen so schnell wie möglich zu mobilisieren, um Fachwissen zu aktivieren und unseren Kunden Mehrwertdienste erbringen zu können“, so Deml. „Damit stellen wir sicher, die aus unserer Sicht wichtigsten Ergebnisse in Form von Kundenerfolg und Kundenzufriedenheit zu gewährleisten. Unsere Partner haben Zugang zu einer Vielzahl kostenloser Ressourcen und Go-to-Market-Initiativen, um ihre Fähigkeiten und ihren Marktanteil zu steigern.“
Programme wie das "EMEA Race to Certification" und die „Unlimited Cloud Learning Subscriptions“ würden von den Partnern sehr begrüßt, da sie damit kostenlose Zertifizierungen in den Bereichen Oracle Cloud Infrastructure (OCI), Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) sowie OCI Multi-Cloud anbieten könnten: „Die Initiativen zur Nachfragegenerierung bieten unseren Partnern die Ressourcen und Mittel, um neue Umsatzpotenziale zu schaffen und zu erschließen. Und nicht zuletzt belohnen Anreizprogramme unsere Partner für ihre Leistung und ihr Wachstum.“
Grundsätzlich liege der Fokus von Oracle darauf, das Ökosystem so auszurüsten, dass es Implementierungs- und Migrationsdienste in einer Cloud oder in einer hybriden Umgebung erbringen kann. „Wir wollen es unseren Partnern leicht machen, mit uns Geschäfte zu machen. Unser Ziel ist es, sie wo immer möglich mit Tools, Programmen und Ressourcen zu unterstützen, die sie für die Nachfragegenerierung und den Aufbau eines profitablen und nachhaltigen Geschäfts mit Oracle benötigen.“ Der Umfang der Partnerbeziehungen sowie Channel-Strategie und -Programme würden entsprechend fortlaufend angepasst.
Die eigene Historie als Alleinstellungsmerkmal
Für die Anwender steht Oracle ohne Frage zuvorderst für Enterprise Ressource Planning (ERP). Das ist Deml durchaus recht: „Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern, die heute im Cloud-Umfeld tätig sind, punktet Oracle mit seinen historischen Wurzeln. Der Ursprung als Datenbankanbieter gibt uns in der heutigen Zeit einen Vorsprung, denn daraus resultiert eine Denke, die Interoperabilität, Durchlässigkeit und Transparenz bei der Datenverarbeitung ins Zentrum stellt. Unser Ziel ist es, Daten auf effizienteste und intelligenteste Weise zu verarbeiten und nutzbar zu machen.“
Mittlerweile offeriert das Unternehmen aber bekanntermaßen auch erfolgreich Cloud Infrastructure- (Infrastructure as a Service; IaaS) und Software as a Service (SaaS)-Lösungen in Form von Cloud-Applikationen wie Fusion ERP und NetSuite Cloud ERP. Der Großteil der Implementierungen in diesem Umfeld werde heute von Partnern durchgeführt, Oracle würde diesen Anteil sogar noch gerne erhöhen: „Insbesondere dann, wenn OCI und die Oracle Fusion Cloud Applikationen in einem Unternehmen kombiniert zum Einsatz kommen, offenbaren sich für Anwender dank einer einheitlichen Datenschicht unterhalb der genutzten Applikationen völlig neue Möglichkeiten der abteilungsübergreifenden, unternehmensweiten Datennutzung.“
Sei dieses Fundament erst einmal geschaffen, ließen sich Zukunftstechnologien wie KI Schritt für Schritt implementieren, „entweder automatisch durch Updates von unserer Seite oder mithilfe durch von uns bereitgestellte Werkzeuge.“
Stand: 08.12.2025
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KI als neue Wunderwaffe
Und schon sind wir bei der generativen KI, die auf der kürzlich abgehaltenen Oracle Cloud World das alles beherrschende Thema war. Hat sie auch für das Partnernetzwerk eine Bedeutung? Offenbar ja: „Wir als Oracle stellen KI-Technologien in verschiedensten Varianten zur Verfügung. So können Kunden und Partner diese als Instrument oder Werkzeug in Form von KI-Infrastruktur oder -Services und jetzt auch als generative KI-Services nutzen, um neue Anwendungsfälle spezifisch damit umzusetzen. Des Weiteren stellen wir KI auch als vollintegrierte Lösung in unserer Software-as-a-Service-Suite Oracle Fusion Cloud und im Rahmen unserer Industrie Solutions bereit, etwa bei der angekündigten Oracle Health Plattform. Wir lassen dabei Kunden und Partnern die Wahl, wie Sie KI im Sinne ihrer Digitalisierungsstrategie in bestehende oder neue Prozesse einführen wollen.“
Deml fände zudem neue KI-Werkzeuge speziell für das Partner-Ökosystem interessant: „Unabhängige Softwareanbieter können diese bei Bedarf beispielsweise in bestehende beziehungsweise neue Lösungen integrieren, sodass sie selbst und ihre Kunden von den innovativen KI-Funktionalitäten profitieren.“
Keine KI ohne Cloud
Die Nutzung von KI geht ohne den Einsatz einer Cloud nur schwer, einfach weil die Datenmengen so umfangreich sind. Entsprechend hat Oracle sein Distributed Cloud-Angebot auf Basis von Partnerschaften mit AWS und Microsoft erstellt. Für Deml ganz klare Pluspunkte: „Oracle hebt sich in zwei Punkten von Mitbewerbern ab: Erstens agieren wir schon lange sehr offen und kollaborieren mit unseren Marktbegleitern. Das begrüßen vor allem Kunden, die Multi-Cloud-Strategien verfolgen, sehr. Multi-Cloud wird von vielen großen wie kleinen Unternehmen mittelfristig als Zielarchitektur gesehen. Auf der anderen Seite können wir mit den Möglichkeiten, die unsere Cloud-Technologie bietet, nicht nur ein Public-Cloud-Modell anbieten.“
Konkret bedeute das, dass sich mit derselben technologischen Plattform Private-, Hybrid- und Sovereign-Cloud-Szenarien abdecken lassen – und zwar mit demselben Umfang an Services wie in der Public-Cloud. Kunden und Partner böten sich dadurch handfeste Vorteile: „So steigt die Interoperabilität unterschiedlichster Cloud-Architekturen. Außerdem machen wir unsere Cloud-Technologien und -Services in Anwendungsgebieten verfügbar, die bislang nicht davon profitieren konnten. Der Channel kann damit noch offene Marktpotenziale erschließen.“
Die erst vor wenigen Monaten gestartete Oracle Souvereign Cloud erhalte sehr viel Aufmerksamkeit von Kunden, Presse und Partnern. „Daraus resultierte eine große Zahl an neuen Gesprächen und Projekten mit Kunden und potenziellen Anwendern aus den verschiedensten Branchen und Sektoren. Dazu gehören kleine und mittlere Unternehmen genauso wie Großkonzerne und der öffentliche Sektor.“ Konkrete Zahlen zu Partnern und Nutzern der Souverain Cloud konnte Deml aber nicht liefern.
Rasante Partnerschaft
Eine besondere Partnerschaft verbindet Oracle mit Red Bull Racing. „Oracle Red Bull Racing nutzt im Rahmen der Partnerschaft viele verschiedene Oracle Lösungen, um unterschiedlichste Ziele zu erreichen. So setzt das Team für die Optimierung der Rennsimulation und Rennstrategie unter anderem auf High Performance Computing basierend auf Oracle Cloud Infrastructure. Kürzlich gab Red Bull Powertrains bekannt, dass mithilfe dieser Rechenkraft außerdem neue Hybridmotoren entwickelt werden, die bereits 2026 zum Einsatz kommen sollen.“
Profitieren Aber auch Partner und Anwender davon? „Wie bei allen Kunden hilft uns der permanente Austausch zu verstehen, was sie konkret benötigen und unsere Produkte entsprechend fortlaufend weiterzuentwickeln“, erklärt der Head of Cloud Engineering. „Unseren Partnern im Channel geben solche Leuchtturmbeispiele, die die Leistungsfähigkeit unseres Portfolios wirklichkeitsnah und öffentlich unter Beweis stellen, schlagkräftige Argumente, um ihre eigenen potenziellen Kunden von unseren Lösungen zu überzeugen.“