Angefangen hat es mit Deutschland: Um die Cloud näher an den Anwender zu bringen, wird Oracle im Laufe des Jahres neue Verfügbarkeits-Zonen freischalten. Die darin enthaltenen OCI-Services setzen auf Azure auf, entsprechend spielte Microsoft auf der Oracle Cloud World in London eine prominente Rolle.
Pradeep Vincent, Chief Technical Architect and SVP, auf der Oracle Cloud World 2024 in London.
(Bild: Müller)
Oracle hat seine Cloud World in den Docklands von London abgehalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand naturgemäß die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) sowie – wie könnte es anderes sein – die künstliche Intelligenz (KI). Das alles unter dem Banner von Multi- und Distributed Cloud.
„Multicloud ist gut. Es ist grundsätzlich nichts verkehrt an der Nutzung der Public Cloud, aber unsere Kunden empfinden sie gelegentlich als etwas kompliziert und wollen mehr. Das haben all unsere Befragungen ergeben“, berichtete Pradeep Vincent, Chief Technical Architect and SVP, Oracle Cloud Infrastructure, gegenüber CloudComputing-Insider. „Deshalb sorgt unsere neue Distributed Cloud-Strategie dafür, dass sie die Cloud von dort her beziehen können, wie und von wo aus sie sie haben wollen. Wir offerieren jeden einzelnen unserer Cloud-Services in dem Bereitstellungsmodell und an dem Standort, für den sich ein Kunde entscheidet. In der Regel ist das aus verständlichen Gründen möglichst nah am eigenen Rechenzentrum.“
Pradeep Vincent, Chief Technical Architect and SVP, Oracle Cloud Infrastructure
(Bild: Müller)
Distributed Cloud mit Dedicated Regions
Daher offeriert Oracle seit Ende vergangenen Jahres „Dedicated Regions“, in denen den Anwendern die selben Entwickler-, KI-, VMware- und Datenbankdienste zur Verfügung stehen wie in Oracles Public Cloud-Regionen. „Dedicated Regions geben Kunden die Kontrolle über den Standort und den Umgang mit Daten und Anwendungen sowie isolierte Konfigurationen, um ein Höchstmaß an Compliance und Sicherheit zu gewährleisten“, so Vincent.
Und hier kommen umgehend die von Vincent in London prominent präsentierten Oracle Database@Azure-Angebote ins Spiel. Diese seien äußerst beliebt bei den Anwendern, weil sie ihre Oracle Database-Services in OCI „mit einer Azure-ähnlichen Erfahrung“ betreiben könnten. Oracle reagiere auf die große Nachfrage mit noch in diesem Jahr kommenden neuen Verfügbarkeits-Zonen. Bereits freigeschaltet wurden Ende 2023 die Region „USA Ost“, für „Deutschland West Zentral“ – das ist einfach Frankfurt und stellt das Debüt von Oracle Database@Azure in Europa dar - werden ab sofort Bestellungen angenommen. Demnächst sollen „Australien Ost, Brasilien Süd, Frankreich Zentral, Zentralindien, Italien Nord, Japan Ost, Südostasien, Schweden Zentral, Großbritannien Süd, USA Zentral, USA Süd Zentral und Vereinigte Arabische Emirate Nord“ folgen.
„Anwender können Oracle Database@Azure über den Microsoft Azure Marketplace erwerben oder Microsoft Azure Consumption Commitments (MACC), Oracle Unlimited License Agreements (ULA), Bring Your Own License (BYOL) oder Oracle Support Rewards nutzen”, so Vincent. Der Support werde gemeinschaftlich von Oracle und Microsoft gestellt.
KI immer und überall, vor allem in den Fusion Applications
Natürlich verfolgte Oracle in London weiter seine KI-Strategie und präsentierte neue generative Funktionen der Fusion Cloud Applications Suite für die Bereiche Finanzwesen, Lieferkettenmanagement, Personalwesen, Vertrieb, Marketing und Service. Vincent war es in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass der OCI Generative AI Service keine Kundendaten an Anbieter von Large Language Models (LLM) weitergibt. „All Ihre Daten sind sicher, das garantieren wir“, so der Chief Technical Architect zu den in London anwesenden Anwendern. „Nur der Kunde darf die benutzerdefinierten Modelle verwenden, die auf seinen Daten trainiert werden. Wir nutzen niemals seine Daten, um unsere Modelle zu trainieren. Auch geben wir sie niemals an Dritte weiter.“ Dafür sorge nicht zuletzt eine rollenbasierte Security, die direkt in die Workflows von Oracle Fusion Applications eingebettet wurde.
Miranda Nash, Group VP Applications Development & Strategy, Oracle
(Bild: Oracle)
Apropos Einbettung: Wie Miranda Nash, Group VP Applications Development & Strategy, gegenüber CloudComputing-Insider ausführte, wurde das Extensibility Framework der Oracle Guided Journeys so erweitert, dass Kunden und Partner von Oracle Cloud HCM und Oracle Cloud SCM den Oracle Fusion Applications ihre eigenen KI-Funktionen hinzufügen können.
„Wir bei Oracle nutzen die KI bereits seit einigen Jahren“, so Nash. „Nun bieten unseren Kunden nun weitere Möglichkeiten, die Vorteile der generativen KI in der gesamten Suite zu nutzen. Mit zusätzlichen eingebetteten Funktionen und einem erweiterten Erweiterungs-Framework können unsere Kunden schnell und einfach die neuesten generativen KI-Fortschritte nutzen, um die Produktivität zu steigern, Kosten zu senken, den Einblick zu erweitern und die Erfahrung von Mitarbeitern und Kunden zu verbessern.“
Stand: 08.12.2025
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Grundsätzlich basierten alle neuen generativen KI-Dienste für die Oracle Fusion Applications auf Oracle OCI. Supercluster mit Bare-Metal-Computing-Instanzen, RDMA-Netzwerk mit extrem niedriger Latenz und Hochleistungsspeicher sollen das LLM-Training maximal beschleunigen. Dafür arbeite Oracle schon länger mit den LLM-Experten von Cohere zusammen.
Neue KI-Funktionen finden sich in folgenden Anwendungen:
Zusammenfassung von bestimmten Verhandlungen in Oracle Procurement.
Oracle Fusion Cloud Human Capital Management (HCM):
Landing Pages für verschiedene Jobkategorien,
Erläuterungen für Bewerber zu Stellenangeboten,
Chat mit Bewerbern,
Studien für Manager auf Basis von Mitarbeiterbefragungen.
Oracle Fusion Cloud - Kundenerfahrung (CX):
Zusammenfassungen von Service-Webchats,
Erstellung von Vertriebsinhalten,
Empfehlungen fürs Marketing.
Darüber hinaus liefern neue Oracle Smart Operations in Oracle Fusion Cloud Supply Chain & Manufacturing (SCM) zusätzliche Funktionen für die Lieferkette. Die selbstredend KI-unterstützten Anwendungen sollen laut Miranda Nash allen voran End-to-End-Prozesse automatisieren. Endziel sei ein „Lights-Out“-Fertigungsmodell, bei dem kein menschliches Eingreifen mehr erforderlich ist.
Zu den Oracle Smart Operations gehören auch neue Features von Oracle Fusion Cloud Manufacturing und Oracle Fusion Cloud Maintenance, die selbstredend ebenfalls auf KI basieren und in einer Fabrik sowohl die Produktivität steigern als auch Qualität und Transparenz erhöhen sollen. Konkret biete eine neue „Operator Workbench“ Informationen und Einblicke in alltägliche Vorgänge wie System-Start/Stopp, Zeiterfassung, benötigte Materialien und Werkzeuge sowie Produktionsausnahmen. Digitale Arbeitsanweisungen sollen bei komplexen Montagevorgängen Unterstützung bieten.
eBook zum Thema
Die föderierte Cloud
eBook „Die föderierte Cloud“
(Bildquelle: CloudComputing-Insider)
Unternehmen möchten sich nicht auf einen einzigen Cloud-Anbieter festlegen. Aber die Notwendigkeit zur effizienten Integration der verschiedenen Dienste einer Multicloud ruft die föderierte Cloud auf den Plan. Allerdings ist die Cloud-Föderation ein komplexes Unterfangen. In diesem eBook erfahren Sie, wie Sie den Weg für eine reibungslose Implementierung ebnen und dabei die Anforderungen an Latenz, Datenhoheit und Compliance berücksichtigen. Highlights dieses eBooks:
Föderierte Cloud-Architekturen durch Standardisierung
Sicherheit und Datenschutz in einer föderierten Cloud
Mehr KI gibt es auch für Oracle Fusion Data Intelligence. Sie soll den Nutzern von Oracle Fusion Cloud Applications helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. "Das Sammeln und Auswerten von Daten schafft generative KI einfach sehr viel schneller als wir Menschen“, erläuterte Nash. „Mit Oracle Fusion Data Intelligence können unsere Kunden diesen Prozess optimieren, indem sie ein Analyseangebot nutzen, das Daten, gebrauchsfertige Analysen und vorgefertigte KI-Modelle in den richtigen Geschäftskontext stellt.“ Auch und gerade unstrukturierte Daten würden von der KI zunehmend verstanden und für Analysen herangezogen. Das sei ja gerade der Witz an der KI: Dass sie in der Lage sei, auch Bilder oder gar Videos analysieren im Sinne von verstehen zu können.
Zusätzlich zu den neuen KI-Funktionen biete Oracle Fusion Data Intelligence eine Integrationsmöglichkeit für das Fusion Accounting Hub, ein Teil von Oracles Cloud ERP. Diese Integration ist als Add-on-SKU für Oracle Fusion ERP Analytics verfügbar und ermöglicht es, Finanzdaten aus mehreren Buchhaltungssystemen zu kombinieren und zu analysieren.
Und sonst so?
Ebenfalls neu wurde die „Oracle Globally Distributed Autonomous Database“ vorgestellt. Es handelt sich um automatisierte Service auf OCI-Basis für die Verwaltung und Verteilung von Datenbanken über mehrere Rechenzentren hinweg.
Auf der Cloud World präsentierte Oracle zudem jede Menge Anwender, darunter Vodafone, Michelin und Nokia. Die Finnen beispielsweise haben gerade all ihre globalen HR-Funktionen in die Oracle Fusion Cloud verlagert, wie Lisbeth Nielsen, Vice President People Business Services von Nokia, berichtete. „Mit der Oracle-Plattform können wir unsere HR-Prozesse harmonisieren und schnell auf sich ändernde Bedürfnisse unserer Mitarbeiter reagieren. Die KI-Innovationen bieten uns einen großen Mehrwert und die Chance, uns kontinuierlich zu verbessern“, so Nielsen.