Channel Fokus: Nachhaltigkeit & IT Nur Umwelt ist zu kurz gedacht

Von Ann-Marie Struck

Es betrifft jeden: Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die beiden Konzepte werden in Politik und Gesellschaft nun vermehrt thematisiert. Auch im ITK-Channel finden die Debatten immer mehr Einzug, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels zeigen.

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Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Es ist Trend: Nachhaltigkeit. Mit dem Label möchte sich derzeit fast jedes Unternehmen schmücken, und auch im ITK-Channel steigt die Relevanz des Themas, wie die ­Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. 82 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller geben an, dass die ­Bedeutung von Nachhaltigkeit für ihr ­Geschäft gewachsen ist.

IT-BUSINESS-Panel 2022: Nachhaltigkeit & IT
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So gehen die Channel-Akteure auf die erhöhte Nachfrage ein und bringen entsprechende Konzepte auf den Markt. Doch die Pläne für mehr Nachhaltigkeit befinden sich überwiegend noch in der Diskussionsphase. Das ist bei 46 Prozent der Distributoren / Hersteller sowie bei 41 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren der Fall. Fertig umgesetzt haben bereits 38 Prozent der Distributoren / Hersteller und 39 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren ihre geplanten Projekte.

Schlagwort über Schlagwort

Nachhaltigkeit ist nur eines der Schlagwörter, die derzeit in den Medien kursieren. Umweltschutz, CO2-Neutralität oder Klimaschutz sind weitere. Und oft werden sie synonym verwendet. Doch nachhaltig ist nicht gleich umweltfreundlich, gleich CO2-neutral. Letzter Begriff der CO2-Neutralität ist sogar eher umstritten, da Kohlendioxid nur eines der Treibhausgase ist, das für das Klima relevant ist. Einem Beitrag der ­Tagesschau zufolge ist treibhausgasneutral der umfassendere Begriff. Die Idee dahinter, die schädlichen Gase zu reduzieren, ist auch nur eine Stellschraube für mehr ­Klima- und Umweltschutz. Beim „Umwelt- oder Klimaschutz“ beschreibt der Name die Agenda: Der Schutz der Umwelt und des Klimas. Und Nachhaltigkeit?

Laut Duden wird darunter ein Prinzip verstanden, nach dem nicht mehr Ressourcen verbraucht werden dürfen, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder künftig wieder bereitgestellt werden können. Das Konzept umfasst im Wesentlichen drei ­Bereiche: die ökonomische, die ökologische und die ­soziale Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist mehr als nur Umweltschutz

Und eben darin liegt die Krux. Denn Maßnahmen zum Umweltschutz sind nicht gleich nachhaltig und umgekehrt.

Ein Beispiel: Strohhalme aus Glas gelten als umweltfreundlich. Werden sie bei einem regionalen Händler, der zu Fuß erreichbar ist, der darauf achtet, dass die Waren fair verkauft und produziert und zudem nicht verpackt werden, sind die Glasstrohhalme nachhaltig. Kauft man sie jedoch online bei dem günstigsten Anbieter aus Übersee, ist das Produkt möglicherweise noch umweltfreundlich, aber im strengen Sinne nicht mehr nachhaltig.

Die Nachfrage ist da

Nachhaltigkeit ist aktuell in aller Munde. Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei IT-Produkten achten Kunden zunehmend darauf. Die meiste Nachfrage nach Nachhaltigkeit erfahren 55 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemhäuser beim öffentlichen Auftraggeber. Bei Distributoren und Herstellern sind diese gleichauf mit Kunden aus Pharma und Chemie mit jeweils 66 Prozent. Weitere Anfragen kommen bei ITK-Fachhändlern / Systemhäusern von Kunden aus dem Gesundheitswesen (34 %) sowie aus Industrie und Produktion (34 %). Aus dem Gesundheitswesen bekommen nur 33 Prozent der Distributoren / Hersteller Anfragen. Neben der Industrie und Produktion (53 %), achtet auch die Energiewirtschaft (40%) auf Nachhaltigkeit.

Umsetzung im vollen Gange

Über Nachhaltigkeit zu reden, ist zwar schön, hilft der Welt aber nicht viel. In Unternehmen gibt es viele Stellschrauben, das Thema anzugehen. Den Ergebnissen des IT-BUSINESS-Panels nach sind die ITK-Unternehmen schon mitten in der Umsetzung. So achten 65 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren auf nachhaltigere Prozesse beim IT-Betrieb. Das machen auch 60 Prozent der Distributoren und Hersteller. Bei ihnen stehen mit 73 Prozent Reiserichtlinien auf Platz eins der Dinge, die sie bereits in ihrem Unternehmen bezüglich der Nachhaltigkeit umsetzen. Das tun auch schon 42 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren. Ein weiteres Nachhaltigkeitskonzept ist die Kreislaufwirtschaft, was 63 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren und 60 Prozent der Distributoren und Hersteller umsetzen.

Gemeinsam mehr bewegen

Die Zusammenarbeit im ITK-Channel scheint auch in puncto Nachhaltigkeit zu stimmen. ITK-Fachhändler und Systemhäuser benötigen für ihre Arbeit vor allem Informations- und Marketingmaterial (53 %). Das stellen auch 50 Prozent der Distributoren und Hersteller zur Verfügung. Außerdem wünschen sich 44 Prozent der Partner dezidierte Experten als Ansprechpartner, die 65 Prozent der Distributoren / Hersteller bereitstellen. 42 Prozent der Partner finden Beratung und Schulungen hilfreich. Das haben 57 Prozent der Distributoren / Hersteller im Portfolio.

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