Hybride Clouds dominieren die Unternehmens-IT Nur einen einzigen Cloud-Anbieter nutzen? Oldschool!

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Das Hybrid-Cloud-Modell hat sich in Unternehmen als dominierende IT-Architektur etabliert. Nur drei Prozent der Befragten einer aktuellen IBM-Studie gaben an, 2021 eine einzige private oder öffentliche Cloud zu nutzen.

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Viele frühe, fragmentierte Cloud-Architekturen ähneln „Frankensteins Monster“, das jederzeit außer Kontrolle geraten und große Sicherheitsbedrohungen schaffen kann.
Viele frühe, fragmentierte Cloud-Architekturen ähneln „Frankensteins Monster“, das jederzeit außer Kontrolle geraten und große Sicherheitsbedrohungen schaffen kann.
(Bild: gemeinfrei© Etienne Marais / Pixabay )

Das IBM Institute for Business Value (IBV) hat die weltweite Studie zur Cloud-Transformation in Zusammenarbeit mit Oxford Economics durchgeführt. Befragt wurden dafür fast 7.200 C-Suite Führungskräfte aus 28 Branchen und 47 Ländern. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Cloud-Markt in die Ära der hybriden Multi Cloud eingetreten ist und dass nach wie vor Bedenken hinsichtlich Anbieterbindung, Sicherheit, Compliance und Interoperabilität überwiegen.

Vor zwei Jahren nutzten noch 29 Prozent der Umfrageteilnehmer nur ein einziges Cloud-Modell. In Deutschland weichen die Zahlen nur geringfügig ab. Hier waren es 2021 ebenfalls nur noch 2 Prozent, die mit nur einem Provider in der Cloud sind, gegenüber 28 Prozent im Jahr 2019. Im Zuge der Cloud-Transformation hat sich für viele Unternehmen der Bedarf also drastisch verändert. Dabei hat, trotz eskalierender Cyberangriffen, die Sicherheit für ein Drittel der Befragten nicht die höchste Priorität.

„Zu Beginn ihrer Cloud-Reise haben die meisten Unternehmen verschiedene Clouds für weniger kritische Dinge oder Innovations-Projekte ausprobiert, ohne jegliche Kontrollen oder integrierte Security-Konzepte. Diese fragmentierte Architektur kann ein Frankenstein-Monster hervorbringen, das mit Komplexität und unzusammenhängenden Teilen gespickt ist, was außer Kontrolle geraten und das Unternehmen für große Sicherheitsbedrohungen öffnen kann.“ erläutert David Faller, Technical Executive, IBM Cloud DACH. Die Sicherheit eines Unternehmens müsse mit einem einzigen Kontrollpunkt konzipiert werden, der einen ganzheitlichen Überblick über Bedrohungen biete und die Komplexität verringere.

Die Studie zeigt im Einzelnen, dass die Cyber-Bedrohungen noch nie so hoch waren wie heute. So führt die Komplexität bei der Infrastruktur zu Schwachstellen, die Cyberkriminelle ausnutzen. Überraschenderweise gab aber ein Drittel der Befragten an, dass die Verbesserung der Cybersicherheit und die Verringerung von Sicherheitsrisiken nicht zu ihren größten Geschäfts- und IT-Investitionen gehören. Dabei sind sie sich eigentlich der Dringlichkeit bewusst: 80 Prozent der Befragten (in Deutschland 73 %) erkennen, dass die Einbettung der Datensicherheit in die Cloud-Architektur in den meisten Fällen wichtig oder äußerst wichtig für erfolgreiche digitale Initiativen ist.

IBM-Experte Faller empfiehlt daher: „Sicherheits-, Governance- und Compliance-Tools müssen über mehrere Clouds hinweg eingesetzt werden, und die Datensicherheit muss in die gesamte Cloud-Architektur eingebettet sein, damit digitale Initiativen erfolgreich sein können.“

Unternehmen prangern Anbieterbindung an

Für fast 79 Prozent der Befragten (in Deutschland 77 %) ist es wichtig oder äußerst wichtig für den Erfolg ihrer digitalen Initiativen, dass die Workloads vollständig portabel sind und keine Anbieterbindung besteht. Fast 69 Prozent (in Deutschland 77 %) sehen die Anbieterbindung als ein wesentliches Hindernis für die Verbesserung der Business Performance in den meisten oder allen Bereichen ihrer Cloud-Infrastruktur.

Doch auch die Einhaltung branchenbezogener gesetzlicher Vorschriften ist für 70 Prozent der Befragten insbesondere aus den Bereichen Behörden und Finanzdienstleistungen ein großes Hindernis für die Business Performance ihrer Cloud-Infrastruktur. Insofern bewerten viele Befragte dieser regulierten Branchen, etwa bei Behörden (85 %) und bei Finanzdienstleistern (80 %) sogenannte Governance- und Compliance-Tools, welche über mehrere Clouds hinweg eingesetzt werden können, als wichtig für den Erfolg einer digitalen Initiative.

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