AMD Epyc Serie 9000 Noch mehr Kerne für AMDs Server-CPU

Von Klaus Länger

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AMD bringt die Xen-4-Epyc-Prozessoren der Serie 9000 (Genoa) den Markt. Bis zu 96 Cores sorgen für einen mächtigen Leistungsschub gegenüber dem Vorgänger Milan. Zudem unterstützen die neuen CPUs massig DDR5-Speicher, PCIe Gen5 und CXL 1.1(+).

Mit bis zu 96 Cores verfügt Genoa über 50 Prozent mehr Prozessorkerne als sein Vorgänger Milan. Da die neuen CPUs nun auch DDR5 und PCIe Gen5 unterstützen, sind neue Mainboards notwendig.(Bild:  AMD)
Mit bis zu 96 Cores verfügt Genoa über 50 Prozent mehr Prozessorkerne als sein Vorgänger Milan. Da die neuen CPUs nun auch DDR5 und PCIe Gen5 unterstützen, sind neue Mainboards notwendig.
(Bild: AMD)

Mit den Epyc-Prozessoren erlebt AMD gerade einen echten Höhenflug, während die Server-Sparte bei Intel das Sorgenkind ist. Auf 17,5 Prozent ist der Marktanteil von AMD bei den Server-Prozessoren laut den Analysten von Mecury Research geklettert. Vor einem Jahr lag er noch bei 10,2 Prozent.

Die Serie 9000 der Epyc-Prozessoren, die AMD unter dem Codenamen Genoa entwickelt hat, soll den Aufwärtstrend vorantreiben. Am 10. November hat die AMD-Chefin Dr. Lisa Su die neuen CPUs offiziell vorgestellt. Während bereits die letzte Epyc-Generation mit bis zu 64 Zen-3-Cores gegenüber bis zu 40 Kernen bei Intels ­Xeon Platinum die Nase vorn hatte, baut AMD mit Genoa den Vorsprung weiter aus. Bis zu 96 Cores mit jeweils zwei Threads, verteilt auf 12 im TSMCs N5-Prozess gefertigten Chiplets, sitzen auf dem Prozessor und machen ihn laut Hersteller zur schnellsten ­General-Purpose-CPU für das Datacenter.

AMD-CEO Dr. Lisa Su präsentiert den Epyc 9000 mit 96 Cores.(Bild:  PaulSakuma.com Photography)
AMD-CEO Dr. Lisa Su präsentiert den Epyc 9000 mit 96 Cores.
(Bild: PaulSakuma.com Photography)

Die einzelnen Compute-Chiplets haben laut AMD mit der Zen-4-Mikroarchitektur gegenüber Zen 3 ebenfalls an Leistung zugelegt, so dass auch die kleineren Genoa-Modelle mit 16 bis 64 Cores schneller arbeiten. Bis zu 14 Prozent mehr Performance bei gleichzeitig reduzierter Latenz sollen die Verbesserungen in der Architektur bringen, zu denen etwa ein auf 1 MB pro Core verdoppelter L2-Cache, ein vergrößerter Micro-Op-Cache sowie zusätzliche AVX-512-Instruktionen wie BFloat16 und VNNI zählen. Zusätzlich bietet Zen 4 zusätzliche Funktionen für eine sichere verschlüsselte Virtualisierung.

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Bis zu 6 TB DDR5-Speicher

Das I/O-Chiplet bei Genoa unterstützt nun DDR5, PCI-Express Gen5 sowie CXL (Compute Express Link) 1.1+. Maximal 12 Speicherkanäle ermöglichen bis zu 6 TB DDR5-4800 mit bis zu 480 GB/s theoretischer Bandbreite. In der Single-Socket-Konfiguration stehen bis zu 128 PCIe-Gen5-Lanes zur Verfügung, bei Dual-CPU-Nodes sogar bis zu 160 Lanes. Die CXL-Unterstützung umfasst nun bereits einige Funktionen des neuen 2.0-Standards für die Anbindung von Typ-3-Devices wie RAM-Erweiterungen und Persistent Memory, mit denen sich etwa sehr große In-Memory-Datenbanken betreiben lassen. 64 der PCIe-5.0-Lanes sind für CXL nutzbar.

CPUs mit 16 bis 96 Kernen

Das Portfolio der Epyc-9000-Prozessoren besteht aus Modellen zwischen 16 und 96 Cores, die sich durch die Anzahl der Compute-Chiplets (CCD) unterscheiden. Das I/O-Chiplet ist bei allen Modellen identisch. Daher unterstützen auch die Modelle mit weniger Cores bis zu 6 TB RAM und verfügen über 128 PCIe-Gen5-Lanes. Fast alle Epyc-9000-CPUs gibt es als etwas günstigere P-Varianten, die sich nur in Single-Socket-Mainboards nutzen lassen. Ansonsten werden wie bisher maximal zwei Sockel unterstützt. Die Infinity-Fabric der dritten Generation, als Verbindung zwischen den CPUs, besteht nun aus drei oder vier Links, die in Single-Socket-Systemen als PCIe-Gen-5-Schnittstellen zur Verfügung stehen. Die Bandbreite der Infinity-Fabric-Links wächst bei Genoa auf bis zu 32 Gbps.

Wie bisher gibt es auch F-Varianten mit höherem Basis- sowie Boost-Takt. Allerdings sind diese CPUs nur mit 16, 24, 32 oder 48 Cores verfügbar, da sonst die Leistungsaufnahme zu hoch wäre. Denn die TDP des 9474F mit 48 Cores liegt mit 360 Watt auf dem Niveau des 9654 mit 96 Cores.

Die verschiedenen Epyc-9000-Modelle im Überblick.(Bild:  AMD)
Die verschiedenen Epyc-9000-Modelle im Überblick.
(Bild: AMD)

Strom sparen durch weniger Server

Bei einer Leistungsaufnahme von maximal 400 Watt für die Modelle Epyc 9654 und 9654P mit 96 Cores und bis zu 300 Watt für das 84-Core-Modell Epyc 9654 verspricht AMD eine nachhaltigeres Datacenter, da sich so Workloads auf deutlich weniger Systeme konsolidieren lassen, was den Stromverbrauch und auch den Platzbedarf erheblich vermindert.

Im kommenden Jahr folgen noch Bergamo mit bis zu 128 Cores und reduziertem Cache für Cloud-Anbieter, Genoa-X mit 3D-V-Cache für eine höhere Leistung und Siena für Telco- und Edge-Anwendungen.

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