Statements von Software-Herstellern, Anwälten und Gebrauchtsoftware-Händlern

Nach EuGH-Urteil: Oracle ist enttäuscht, Gebrauchtsoftware-Anbieter jubeln

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Firmen zum Thema

UsedSoft-Inhaber: „Fairer Wettbewerb ermöglicht“

Peter Schneider, Geschäftsführer und Inhaber von usedSoft
Peter Schneider, Geschäftsführer und Inhaber von usedSoft
„Diese Entscheidung ist ein Meilenstein für den freien Handel in Europa“, betonte Peter Schneider, Geschäftsführer und Inhaber von usedSoft. „Der EuGH ermöglicht damit endlich einen freien und fairen Wettbewerb im Software-Handel. Das ist vor allem eine gute Nachricht für die Kunden, die nun endlich ohne Einschränkungen von niedrigeren Software-Preisen profitieren können.“ Langfristig nutze dies aber auch den Herstellern, die sich nun nicht mehr auf ihrer Monopolstellung ausruhen könnten, ergänzte Schneider. Denn der EuGH habe lediglich eingeschränkt, dass Client-Server-Lizenzen nicht aufgespalten werden dürfen. Bei diesen Lizenzen handle es sich um einzelne Computerprogramme, die auf einem Server liegen und auf die eine bestimmte Anzahl von Nutzern zugreifen können. Hier wäre eine Aufspaltung in der Tat widersinnig. Die Ausführungen des EuGH zum Aufspaltungsverbot beziehen sich aus Sicht von usedSoft aber nicht auf Volumenlizenzen, wo mehrere einzelne Programme lediglich in einem Paket zusammen verkauft und auch einzeln auf den jeweiligen Arbeitsplatz-Computern abgespeichert werden.

preo Software: „Ein Paukenschlag“

Boris Vöge, Vorstand der preo Software AG
Boris Vöge, Vorstand der preo Software AG
Von einem „Paukenschlag“ spricht der Software-Remarketing-Spezialist preo Software. So habe dieses lange erwartete Urteil weitreichende Konsequenzen für alle Software-Hersteller. Ein jahrelanger Streit um den Weiterverkauf von gebrauchten Softwarelizenzen finde zu einem deutlichen Ende zugunsten der Gebrauchtsoftware-Branche. Da in der Zukunft vermehrt Software direkt beim Hersteller aus dem Internet geladen wird, habe das Urteil enormen Einfluss auf den Gebrauchtsoftware-Markt. „Es bestätigt unsere Philosophie des freien Warenverkehrs von Gebrauchtsoftware“ äußerte sich Boris Vöge, Vorstand der preo Software AG. Diese solle „wie jedes andere Produkt auch, weiter zu verkaufen sein.“ Im Hinblick auf elektronisch vertriebene Software zeige das Urteil eine „deutliche Anpassung des Urheberrechts an die Parameter der digitalen Gesellschaft“.

Was der BITKOM und ein Rechtsanwalt dazu sagen, erfahren Sie auf den nächste Seite.

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