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Mut zur Lohntransparenz

| Autor / Redakteur: Timo Lehne * / Annika Lutz

Ein faires Gehalt ist Ausdruck der Wertschätzung von Mitarbeitern. Gleiche Positionen sollten gleich bezahlt und die Löhne transparent sein.
Ein faires Gehalt ist Ausdruck der Wertschätzung von Mitarbeitern. Gleiche Positionen sollten gleich bezahlt und die Löhne transparent sein. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Über Geld spricht man nicht: Vor allem in Deutschland ist gerade das Gehalt noch immer ein Tabuthema. Ein Fehler, findet Timo Lehne, Geschäftsführer von SThree, und empfiehlt stattdessen ein offenes Vergütungssystem. Wie das in der Praxis gelingt und welche Gehaltskriterien (potenzielle) Mitarbeiter überzeugen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Geld ist nicht alles! Stimmt – doch nach wie vor bleibt es bei der Wahl des Arbeitgebers und Zufriedenheit im Job ein entscheidendes Kriterium. Und wer die besten Köpfe für das Unternehmen gewinnen und langfristig binden möchte, sollte (auch) mit einer attraktiven Bezahlung überzeugen. Doch was neben der Höhe auf dem Lohnzettel ebenso entscheidend ist: Fairness. Denn Mitarbeiter wünschen sich Wertschätzung – ein faires Gehalt ist dafür Grundvoraussetzung.

How-to: Lohntransparenz in der Praxis

Für Gerechtigkeit bei der Bezahlung sorgt Lohntransparenz. Damit dies in der Praxis gelingt, müssen Positionen klar definiert, sowie die Anforderungen und Aufgaben in unterschiedlichen Karrierestufen nachvollziehbar festgelegt werden. Dieses System bildet dann die Basis für das Gehalt: Innerhalb der gleichen Position bekommt jeder das gleiche Geld für seine Leistung, unabhängig zum Beispiel von dem Geschlecht.

Lohntransparenz wirkt somit auch dem Gender Pay Gap entgegen. Denn dieser Wert, der den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttoverdienst von Männern und Frauen beschreibt, liegt erschreckenderweise in Deutschland immer noch bei 21 Prozent. Fairness und Wertschätzung sehen anders aus. Das finden auch rund 1.500 befragte Mitarbeiter und Freelancer unserer repräsentativen So arbeitet Deutschland-Studie: 73 Prozent fordern, die Lohnlücke sollte in Zukunft kleiner werden! Damit wir dem gerecht werden, setzen wir bei SThree auf hundertprozentige Entgeldgleichheit zwischen Mann und Frau – jeder steigt mit dem gleichen Grundgehalt ein und hat die Möglichkeit sein Potenzial zu entfalten.

Gerechtigkeit beim Gehalt lohnt sich

Mit Lohntransparenz verbinden viele Unternehmer nach wie vor eher Nach- als Vorteile. Eine häufige Befürchtung: Vor allem beim Recruiting bedeutet es einen Wettbewerbsnachteil. Schließlich kann ich einen Wunschkandidaten nicht flexibel zu besseren Konditionen einstellen, so der Gedanke vieler Geschäftsführer. Meine Erfahrung, seit wir die Lohntransparenz bei SThree eingeführt haben, ist allerdings eine andere: Bewerber reagieren positiv und finden Transparenz beim Gehalt attraktiv und fair.

Doch nicht nur beim Recruiting, sondern auch hinsichtlich der Mitarbeiterbindung zahlt sich ein offenes Vergütungsmodell langfristig aus. Denn Fairness ist ein zentraler Aspekt einer wertschätzenden Unternehmenskultur – und wird durch gerechte Bezahlung täglich gelebt. Zudem verhindert es das Worst-Case-Szenario: Kollegen tauschen sich über ihr Gehalt aus und es kommt heraus, dass ungerecht bezahlt wird. In solch einem Fall ist der Frust groß – und das wirkt sich letztlich auf den Geschäftserfolg aus, denn unzufriedene Mitarbeiter sind oft unmotiviert, wenig produktiv und verlassen das Unternehmen.

Klare Mitarbeiter-Forderung: Leistung muss sich auszahlen!

Ein Projekt effizient abgeschlossen, einen neuen Kunden gewonnen oder das Team zur Höchstleistung gebracht: Erfolge machen Fach- und Führungskräfte stolz und sollten belohnt werden. Das bestätigen auch die 'So arbeitet Deutschland'-Ergebnisse. So wünschen sich 66 Prozent der Befragten ein Gehalt nach Leistung/Erfolg – in der Realität ist dies aber selten der Fall. Denn die Studie zeigt: Momentan werden 36 Prozent der Befragten nach Tarifeinstufung bezahlt, 29 Prozent nach Berufserfahrung und 25 Prozent nach Position. Gehalt orientiert an Leistung/Erfolg (23 Prozent) spielt in der deutschen Arbeitswelt aktuell eine eher untergeordnete Rolle. Meine Empfehlung: Mit jedem Einzelnen im Team leistungsabhängige Bonuszahlungen vereinbaren. Grundlage hierfür bildet ein Karrieregespräch, in dem mit dem Mitarbeiter individuelle Ziele vereinbart werden. Natürlich gilt – ebenso wie beim Grundgehalt – auch bei den Sonderzahlungen ein faires Bezahlungsprinzip. So sollte jeder auf der gleichen Karrierestufe die Chance haben, einen Bonus in gleicher Höhe zu erhalten wie sein Kollege in gleicher Position – vorausgesetzt die vereinbarten Ziele werden erreicht.

Ob der monatliche Lohn oder der jährliche Bonus: Ich bin überzeugt, Fairness bei der Bezahlung zahlt sich sowohl bei der Gewinnung neuer als auch der Bindung langjähriger Mitarbeiter langfristig aus. Meine Erfahrung nach wird Mut zur Lohntransparenz mit einem motivierten Team und Bestleistungen belohnt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Marconomy.

* Timo Lehne ist Geschäftsführer der SThree GmbH und Managing Director der DACH-Region mit über 800 Mitarbeitern.

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