Teil 4: Unbezahlbare Zahlen Mit diesen Kosten haben Systemhäuser zu kämpfen

Von Heidi Schuster

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Welche Kosten sind gestiegen und welche gesunken? Der vierte Teil des Betriebsvergleichs der Ascon Business Akademie zeigt die Entwicklung der Kosten bei Systemhäusern. Das Schöne dabei: es gibt auch eine gute Nachricht.

Auch bei den ITK-Systemhäusern steigen die Kosten.(©  fotomek – stock.adobe.com)
Auch bei den ITK-Systemhäusern steigen die Kosten.
(© fotomek – stock.adobe.com)

Zunächst fällt auf, dass die Kosten in 2021 um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Zum Vergleich: der Umsatz stieg 2021 nur um 4,8 Prozent und der Rohertrag um 6,9 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der EBIT 2021 zwar leicht rückläufig war, mit knapp 8 Prozent jedoch immer noch sehr hoch im Vergleich zu anderen Branchen.

Tabelle 1: Die Kostenverteilung 2021.(Bild:  Ascon)
Tabelle 1: Die Kostenverteilung 2021.
(Bild: Ascon)

Klassischerweise werden die Kosten in der Datev-BWA immer in Prozent vom Umsatz dargestellt. Aufgrund der unterschiedlichen Umsatzstrukturen weisen die Systemhäuser aber unterschiedliche Gesamthandelsspannen aus. Dies macht einen Vergleich der Kosten in Prozent vom Umsatz unbrauchbar. Aus diesem Grund betrachtet wir im Ascon-Betriebsvergleich immer schon die Kosten in Prozent vom Rohertrag. Durch diesen rechnerischen Kunstgriff werden Betriebe unterschiedlicher Struktur nun vergleichbar.

Die Personalkosten

Wie für einen Dienstleistungsbetrieb üblich, stellen die Personalkosten den größten Kostenblock dar. Gemessen am Umsatz beträgt er 32,9 Prozent und gemessen am Rohertrag 62,4 Prozent (incl. Geschäftsführer-Gehälter). Vereinfacht kann man sagen, dass rund zwei Drittel des gesamten Rohertrages für Personal ausgegeben wird. Der restliche Kostenblock ist eher unerheblich, verglichen mit den Personalkosten, was aber bei Dienstleistern nicht weiter verwunderlich ist.

Die Personalkosten der vergangenen Jahre.(Bild:  Ascon)
Die Personalkosten der vergangenen Jahre.
(Bild: Ascon)

Es ist auch wenig überraschend, dass die Personalkosten in 2021 wieder deutlich gestiegen sind, nämlich um 9,4 Prozent. Allerdings ist dabei auch zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Mitarbeiter in 2021 auch um 6,3 Prozent zugenommen hat. Saldiert bedeutet dies nur eine Steigerung der Gehälter um etwa 3 Prozent bis 4 Prozent.

Neben dem allgemeinen Sammelbecken der „sonstigen Kosten“ sind der zweitgrößte Kostenblock die Raumkosten. Hier wurde in den vergangenen Jahren sehr viel investiert, um beim „modern Workplace“ Vorbild zu sein und um den Mitarbeitenden einen möglichst angenehmen Arbeitsplatz zu bieten. Dementsprechend sind die Raumkosten in 2021 erwartungsgemäß um 13,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Fahrzeugkosten, Werbe-/Reise- und Instandhaltungskosten sind 2021 ebenfalls zwischen 7 Prozent und 11 Prozent gestiegen.

Die Kostenverteilung

Im ersten Halbjahr 2022 hat sich an der Kostenverteilung wenig geändert. Die Personalkosten nehmen immer noch rund 33 Prozent vom Umsatz, beziehungsweise 63 Prozent vom Rohertrag ein und Raumkosten sind (nach den sonstigen Kosten) ebenfalls noch auf Platz 2. Auffallend ist allerdings, dass die Kostenbelastungen im ersten Halbjahr massiv angestiegen sind. Die Kostensteigerungsraten betrugen bei Personal- und Raumkosten rund 13 Prozent bis 14 Prozent. Die Bilanzen unserer Benchmark-Teilnehmer weisen in 2021 durchschnittliche Personalkosten von 56.500 Euro (incl. Arbeitgeber-Anteil-Sozialversicherung) aus. Bei den Technikern sind es ziemlich genau 51.000 Euro, also umgerechnet ca. 3.460 Euro Brutto-Gehalt pro Monat. Allerdings ist hierbei ein deutliches West-Ost- und Süd-Nord-Gefälle zu verzeichnen.

Besonders deutlich sind die Kosten im Bereich der KFZ- und Reisekosten gestiegen, wo Steigerungsraten von 25 Prozent bis 50 Prozent zu verzeichnen sind. In Summe sind die Kosten im ersten Halbjahr 2022 um satte 14 Prozent gestiegen

Tabelle 2: Die Kostenverteilung im ersten Halbjahr 2022.(Bild:  Ascon)
Tabelle 2: Die Kostenverteilung im ersten Halbjahr 2022.
(Bild: Ascon)

Im nächsten Teil werden wir die Kennzahlen der Personalwirtschaft (Dienstleistungsumsatz pro Techniker, Fakturaquote, etc.) noch weiter vertiefen.

Details zum „Betriebsvergleich“ der Ascon Business Akademie

An diesem seit 20 Jahren existierenden Benchmark nehmen fast 150 IT-Systemhäuser kontinuierlich teil und tauschen offen ihre Zahlen und Erfolgsrezepte aus. Sie liefern damit einen Vergleichsmaßstab für kleine und mittelständische Systemhäuser.

Schnupperteilnahme

Wer an detaillierten Zahlen interessiert ist, kann sich bei Ascon Business Akademie kostenlos und unverbindlich zu einer „Schnupperteilnahme“ an einem BWA bei Stefan Auer, Geschäftsführer von Ascon Business Akademie, melden.

Zur Ascon Business Akademie

Stefan Auer

Inhaber und Geschäftsführer von Ascon
Tel. 0911/14 89 86 86
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