Alle Aktivitäten der OEM-Partner lösen weitere Spekulationen aus

Microsofts Surface-Ankündigung wirbelt weiter Staub auf

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Punkt 3: Spionage-Vorwürfe gegen Microsoft

Auf Nachfragen von IT-BUSINESS hatten die großen OEM-Hersteller überraschend moderate Reaktionen gezeigt, obwohl ihnen der Technologie-Lieferant und langjährige Partner Microsoft nun im Hardware-Geschäft Konkurrenz machen wird.

Doch nach und nach sickern aus den Unternehmen auch andere Stellungnahmen nach draußen. Demnach soll HP zwar der erste, aber nicht der letzte OEM sein, der Microsoft nun an der ein oder anderen Stelle die kalte Schulter zeigt.

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In verschiedenen US-amerikanischen Medien wurden Aussagen bekannt, dass sich die OEM-Partner hintergangen fühlen. Microsoft habe bis wenige Wochen vor der Surface-Präsentation Fragen zum Hardware-Design, zur technischen Ausstattung, dem Pricing und geplanten Vertriebskonzepten gestellt. Die dadurch gewonnenen Informationen habe der Konzern genutzt, um die Positionierung von Surface auszuarbeiten, so die Vorwürfe. Erst drei Tage vor der öffentlichen Veranstaltung wurden die OEM-Partner darüber informiert, dass Microsoft künftig auch Wettbewerber bei der Hardware sei.

Lange Vorbereitungszeit

Nicht vergessen werden sollte bei solchen Geschichten, dass auch Microsoft ein Tablet nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann. Mindestens seit 2010 arbeitete der Redmonder Konzern an diesem Projekt.

Wie die New York Times berichtet, soll das HP Slate 500 mit ausschlaggebend gewesen sein. Dieses Tablet, das Steve Ballmer auf der CES 2010 kurz präsentierte, ging letztendlich niemals in Produktion. Denn das ursprüngliche Design sei durch den Versuch, bestimmte Preispunkte einzuhalten „völlig verdorben worden“, zitiert der NYT-Journalist Nick Wingfiled einen ehemaligen HP-Mitarbeiter, der an dem Projekt beteiligt war.

Von einem ehemaligen Microsoft-Manager hatte Wingfield zudem erfahren, dass die Beschaffung und Verarbeitung von Materialien, wie der Aluminium-Unibody bei den Macbooks, Microsoft inspiriert hatte, ähnlich tief in die Fertigungskette einzusteigen. Allerdings entschied man sich hier für eine Magnesium-Legierung.

Erfolg von Windows 8 durch Fremd-Hardware gefährdet?

Lange Zeit hatte man bei Microsoft möglicherweise selbst nicht gewusst, wie mit den gewonnenen Erkenntnissen und den erarbeiteten Konzepten umzugehen ist:

  • Soll man nur eine Referenz-Plattform bereitstellen, so wie es Intel jüngst mit den Ultrabooks vorgemacht hat?
  • Oder doch das Wagnis eingehen, die OEM-Partner zu Konkurrenten zu machen, um die Chancen für ein schnelles Wachstum der Windows-Plattform im Mobile-Markt zu verbessern?

Nachdem Windows Vista gefloppt war und Windows 7 nicht für Tablets geeignet ist, besteht für Windows 8 nun ein hoher Erfolgsdruck, um den Anschluss im Markt der mobilen Gadgets nicht endgültig zu verpassen.

Vielleicht hatten die Konsultationen der vergangenen Monate bei den OEMs tatsächlich in Redmond den Eindruck verfestigt, dass die Konzepte der Partner nicht dazu beitragen, den gewünschten Erfolg zu garantieren. Der Entschluss, nun selbst als Hardware-Anbieter aufzutreten, könnte sogar relativ kurzfristig gefallen sein. Dafür spricht unter anderem, dass Microsoft viele Fragen nicht beantworten kann, beispielsweise nach dem Pricing und nach dem langfristigen Vertriebskonzept.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, was von den Gerüchten um ein Microsoft-Smartphone zu halten ist.

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