Mit den zur Ignite 2020 präsentierten Ankündigungen konnte Microsoft ein komplettes „Book of News“ füllen. CEO Satya Nadella hob derweil ab und fügte die Details aus virtueller Vogelperspektive zu einem globalen Gesamtbild zusammen.
Der Microsoft Flight Simulator 2020 weist auch im übertragenen Sinn den Weg zu den Wolken und darüber hinaus.
(Bild: Microsoft/ YouTube)
Satya Nadella ist nicht nur Microsoft-CEO, sondern auch bekennender Fan des Flight Simulator aus eigenem Hause. Das verriet der Manager Ende September auf der virtuell veranstalteten Konferenz Ignite 2020. Nadella begeisterte sich dabei nicht nur für das Modell eines digitalen Zwillings, das der echten Erde mittlerweile näher kommt als je zuvor. Vielmehr beschrieb der CEO das Computerspiel als Ergebnis eines vollständigen Technologie-Stacks, über den Microsoft verfüge. Konkret in das Spiel eingeflossen seien daraus Technologien und Erfahrungen mit Azure AI, Bing Maps, Spatial sowie XBox.
Azure Communications Services
Die Komponenten seines Stacks verwendet Anbieter Microsoft jedoch nicht nur in eigenen Anwendungen, sondern stellt diese auch Entwicklern zu Verfügung. Illustrieren lässt sich das etwa an den neuen Azure Communications Services. Mit denen sollen Entwickler unternehmenstaugliche Kommunikationslösungen über unterschiedliche Geräte und Plattformen hinweg bereitstellen. Die Azure Communications Services nutzen dabei die gleiche Plattform wie die Kommunikations- und Kollaborationslösung Microsoft Teams.
Microsoft selbst hat mit den Azure Communications Services aktuell einen neuen Sprachservice für Dynamics 365 Customer Service erstellt. Bislang noch in der Private Preview und nur für ausgewählte Kunden verfügbar, soll das Angebot die Integration von Sprache erleichtern. Kundendienst-Teams in Unternehmen könnten so einen konsistenten Support über alle Kommunikationskanäle hinweg leisten.
Azure für Prozesse, Zeit und Raum
Auch die 3D-Time-of-Flight-Technologie will Microsoft künftig vermarkten. Die entsprechenden Verfahren nutzen Lichtimpulse, um Entfernungen zu messen und treiben laut Hersteller bereits Azure Kinect an – ein Entwicklerkit für Spatial Computing. Geplant sei nun, dass auch Partner – wie Sick AG oder Analog Devices – die Technik nutzen und damit kommerzielle 3D-Kameras entwickeln.
Microsoft selbst liefert mit Spatial Analysis eine neue Funktion zur räumlichen Bildanalyse. Die leitet aus Bildern 3D-Rauminformationen ab und versieht diese mit sogenannten „Spatials“; hierüber sollen sich Abstände leicht berechnen lassen. Azure Mixed Reality wurde derweil um Azure Object Anchors erweitert; damit sollen Entwickler Objekte in der realen Welt automatisch erkennen, ausrichten oder verfolgen.
Als weiteres Angebot hat Microsoft eine Preview von Angebot Azure Orbital vorgestellt. Microsofts Ground Station as a Service (GaaS) folgt dabei übrigens einer ganz ähnlichen AWS-Offerte, über die wir an dieser Stelle schon im Juli berichteten. Weniger weltallspezifisch aber ebenfalls als Preview verfügbar ist der Metrics Advisor. Die Lösung solle das Process Mining erleichtern – Unternehmen könnten so Wachstumstreiber überwachen, Probleme schneller als bisher identifizieren.
Edge, Cloud-Management und Hardware
Insbesondere für Kunden mit komplexen und verteilten lokalen sowie Edge- und Multi-Cloud-Umgebungen bringt Microsoft Updates für Server, Services und Geräte. Damit würden unter anderem die Funktionen von Azure Arc sowie der Appliance Azure Stack Edge erweitert.
Apropos Hardware: Ab Anfang 2021 will Microsoft das Surface Hub 2S auch als 85-Zoll-Gerät ausliefern. Die bereits seit 2019 in Deutschland verfügbare HoloLens 2 werde künftig in weiteren Märkten verfügbar sein – hierzu zählen dann auch Österreich und Schweiz.
Details im „Book of News“
Weitere Verbesserungen hat Microsoft für die Unternehmens- und Kollaborations-Anwendungen aus eigenem Hause angekündigt. Für Dynamics 365 Supply Chain Management gebe es etwa zwei neue Add-Ins mit denen Unternehmen rasch auf veränderte Marktsituationen reagieren könnten: Über die Cloud and Edge Scale Unit können sie kritische Workloads in Fertigung und Lagerhaltung auf Geräten mit Azure Stack ausführen. Per Inventory Visibility könnten Einzelhändler und Hersteller mit großen Produktmengen problemlos Millionen von Transaktionen pro Minute abwickeln und kanalübergreifend in Echtzeit den Bestand genau ermitteln.
Für Microsoft Teams gebe es zusätzliche Sicherheits- und Compliance-Funktionen, um Daten zu schützen, Risiken zu minimieren und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Zudem wurde Integration der Power Platform in Teams verbessert: Nutzer sollen so leichter als bisher No-Code-Anwendungen erstellen und nutzen – hierzu zählen Bots und automatisierte Workflows. Auch Datenvisualisierungen aus Power BI ließen sich in Teams einbinden.
Stand: 08.12.2025
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Mit drei neuen Kategorien des Microsoft Productivity Score ermögliche man schließlich einen besseren Einblick in die Produktivität eines Unternehmens. So könnten Maßnahmen wie die Aktualisierung von Systemen getroffen werden, um die Produktivität aller zu verbessern.
Wer noch tiefer in die Ankündigungen der Ignite 2020 eintauchen will, findet das im Vorspann erwähnte „Book of News“ übrigens hier verlinkt und direkt bei Microsoft.