Trends 2021 Micro Focus setzt die Segel in Richtung neues Jahr

Redakteur: Ira Zahorsky

Das Jahr 2020 war für die Business-Welt in Sachen Digitalisierung ein zweischneidiges Schwert: Einerseits beschleunigten die Entwicklungen im Zuge der Covid-19-Pandemie die digitalen Transformationsprozesse vieler Betriebe. Andererseits bleibt die Stimmung geprägt von Unsicherheit bezüglich der Zukunft.

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Auch die Software-Branche hofft für das kommende Jahr auf ruhigere Gewässer.
Auch die Software-Branche hofft für das kommende Jahr auf ruhigere Gewässer.
(Bild: aerial-drone - stock.adobe.com)

Drei Experten von Micro Focus wollen mit einem Ausblick auf die Entwicklungen des kommenden Jahres den Unternehmen helfen, die Digitalisierung zu meistern.

Resilient zum digitalen Unternehmen

Joe Garber, Vice President of Strategy, Micro Fokus
Joe Garber, Vice President of Strategy, Micro Fokus
(Bild: Micro Fokus)

„Unter all den Branchen, die während der Covid-19-Pandemie mit Herausforderungen zu kämpfen haben, bleibt auch die Software-Sparte nicht verschont: In den letzten zwölf Monaten sind zahllose Anbieter entweder vollständig vom Markt verschwunden oder mussten ihr F&E-Konzept überdenken, da sie finanziell nicht in der Lage waren, den Makroveränderungen auf dem Markt standzuhalten. Dadurch mussten Unternehmen nicht nur interne Herausforderungen meistern, sondern sahen sich ebenso auf Seiten ihrer Tech-Anbieter mit sich plötzlich verändernden Herausforderungen konfrontiert – diese Auswirkungen werden noch lange spürbar bleiben. Software-Anbieter, die früh in eine solide Resilienz-Strategie investiert haben, werden gestärkt in das neue Jahr treten können“, ist Joe Garber, Vice President of Strategy, überzeugt.

Das Ende des traditionellen Software Engineerings?

Julian Fish, Director of Product Management, Micro Fokus
Julian Fish, Director of Product Management, Micro Fokus
(Bild: Micro Fokus)

„Während sich die standardisierte Hardware durchsetzte, traten immer mehr Software Engineers anstelle ihrer Hardware-Kollegen ins Rampenlicht. Im kommenden Jahr werden wir eine ähnliche Veränderung beobachten können: „Laienentwickler“ oder „Citizen Developer“ könnten hochspezialisierten Fachkräften den Rang ablaufen, da sie keine spezifische Programmiersprache mehr nutzen, sondern vielmehr geschäftskritische Datenflüsse verstehen und nachvollziehen müssen“, meint Julian Fish, Director of Product Management. „Zukünftige Anwendungen werden auf Services aufbauen, die über Prozessabläufe, Orchestrierung und standardisierte APIs miteinander verbunden sind. Wie sich das auf die traditionellen Bereiche des Konfigurations-, Qualitäts- und Release-Managements auswirken wird, werden wir beobachten können.“

Predictive Analytics – Data Lakes werden zu Ozeanen

Lars Rossen, Ph.D. MBA, Fellow und Chief Architect, Micro Fokus
Lars Rossen, Ph.D. MBA, Fellow und Chief Architect, Micro Fokus
(Bild: Micro Fokus)

„Viele Lösungen verfügen bereits über einen integrierten Data Lake und damit verbundene Analytics-Fähigkeiten – wie es im Rahmen von AIOps-, SecOps-, IDM- und ESM-Systemen der Fall ist. Im kommenden Jahr wird die Verbindung dieser Data Lakes immer mehr an Bedeutung gewinnen, da dies sowohl die Optimierung als auch Automatisierung verschiedener Unternehmensprozesse begünstigt. Zum Beispiel sollten AIOps und SecOps Data Lakes für fortschrittliche Anweisungsmuster in Beziehung miteinander gebracht werden. Um Datenmissbrauch oder Governance-Probleme aufdecken zu können, sollten Identity Management und Enterprise Service Management Data Lakes verbunden werden“, rät Lars Rossen, Ph.D. MBA, Fellow und Chief Architect. „Zukünftig werden mehr Unternehmen planen, Lösungen für einen 360-Grad-Rundum-Einblick in ihre Unternehmensdaten zu implementieren – gleichzeitig werden sie jedoch auch erkennen, dass traditionelle Ansätze dafür nicht mehr ausreichen.“

COBOL goes Cloud

„Nachdem im vergangenen Jahr die Hürden beseitigt wurden, um Legacy-Anwendungen erfolgreich in die Cloud zu übertragen, wird die Mainframe-Modernisierung im kommenden Jahr weiter fortschreiten und eine beträchtliche Menge MIPS (Millions of Instructions Per Second) in Public-Cloud-Umgebungen ausgeführt werden“, fährt Rossen fort. „Ein Grund: Die niedrigen Betriebskosten privater Mainframe-Rechenzentren bei der gleichzeitigen Schaffung von mehr Flexibilität in Sachen Skalierung. Darüber hinaus ergibt die Verlagerung von Legacy-Anwendungen in die Cloud umso mehr Sinn, da die moderneren Anwendungen der Hybrid-Lösungen, von denen Legacy-Anwendungen einen Bestandteil bilden, bereits in der Cloud liegen.“

Entdeckte Sicherheitslücken schließen

Neil Correa, Cyber Strategist, Micro Fokus
Neil Correa, Cyber Strategist, Micro Fokus
(Bild: Micro Fokus)

„Durch Covid-19 hat sich der Vorgang der digitalen Transformation signifikant beschleunigt. Allerdings wurde der Sicherheitsaspekt dabei oftmals hinten angestellt, wodurch Hackern die Tür zu den angreifbaren Netzwerken geöffnet wurde. Unternehmen haben sich primär darauf fokussiert, das Tagesgeschäft am Laufen zu halten. Häufig wurden Sicherheitskontrollen in der Eile bei der Umstellung auf das neue Modell entweder umgangen oder nicht berücksichtigt. Angesichts der anhaltenden Volatilität und Ungewissheit haben Sicherheitskontrollen nach wie vor keine Priorität und werden möglicherweise erst dann in Angriff genommen, wenn es zu einem Sicherheitsverstoß kommt“, weiß Neil Correa, Cyber Strategist. „Ein weiteres gefundenes Fressen für Hacker ist Orphaned Data. Das Entfernen und Löschen von Daten steht sehr weit unten auf der Prioritätenliste für Unternehmen, die in Konkurs geraten sind. Diese nicht verwalteten Systeme und Datenbanken, ob On-Premise oder in einer Third Party/Cloud Location, können entweder online bleiben oder werden nicht gelöscht, bevor sie von Hackern aufgegriffen oder verkauft werden.“

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