IT-Trends 2021 Malware-as-a-Service und Polyglotts sind im Kommen

Autor: Dr. Stefan Riedl

Mit Malware-as-a-Service und Polyglotts führen Cyberkriminelle komplexe Angriffe durch, die für Sicherheitslösungen nur schwer zu verteidigen sind, führt G Data aus. Die Attacken werden demnach aggressiver, gezielter und intelligenter.

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Cyberattacken werden laut G Data aggressiver, gezielter und intelligenter.
Cyberattacken werden laut G Data aggressiver, gezielter und intelligenter.
(Bild: ©Rawf8 - stock.adobe.com)

Unternehmen müssen sich auf immer raffiniertere Attacken einstellen, sagt G Data voraus. „Die Coronakrise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass eine sichere IT-Infrastruktur so existenziell ist wie die Versorgung mit Strom oder Wasser“, sagt Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand von G Data CyberDefense. „Leider nutzen auch Cyberkriminelle den aktuellen Digitalisierungsschub für sich aus und werden in Zukunft ihre Angriffsbemühungen verstärken. Dabei setzten sie auch auf automatisierte Attacken, um Netzwerke zu infiltrieren. Wer jetzt nicht in IT-Sicherheit investiert, der verspielt seine Digitalisierungsdividende leichtfertig.“

Smarte Schadsoftware

Kriminelle Hacker suchen demnach immer neue Tricks, um Netzwerke, PCs oder mobile Endgeräte zu kapern. Dabei setzen sie vermehrt Malware-Suiten ein, die verschiedene Arten von Schadsoftware wie etwa Keylogger, Information-Stealer und Ransomware miteinander kombinieren. Dafür müssen die Angreifer noch nicht einmal selbst die Software entwickeln, sondern bauen die Einzelteile lediglich zusammen, heißt es aus dem Unternehmen. Die Bausteine erwerben sie dafür als Malware-as-a-Service in Untergrundforen. In diesem Vorgehen findet ein bestehender Trend seine logische Fortsetzung. Anwender, die Opfer einer solchen Attacke werden, verlieren auf einen Schlag ihre digitale Identität. Die Angreifer nutzen dabei die Logindaten weiter oder verkaufen sie selbst im Darknet. Und selbst wenn Opfer ein Lösegeld gezahlt haben, um die Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten zu verhindern, ist dies kein Garant dafür, dass die Daten nicht trotzdem veröffentlicht werden.

Polyglott-Angriffe

Ein weiterer Trend ist laut G Data folgender: Cyberkriminelle kombinieren harmlose Dateien mit einer Malware, um Sicherheitslösungen auszuhebeln. Bei diesen so genannten Polyglott-Angriffen verknüpfen die Angreifer beispielsweise eine ungefährliche exe-Datei mit einer bösartigen jar-Datei. Gleichzeitig wird auch Malware smarter. Mit einfachen mathematischen Verfahren ermittelt die Schadsoftware den Finanzstatus des Opfers und passt die Lösegeldforderungen für verschlüsselte Daten individuell an. Als Indikatoren dienen etwa Bitcoin-Wallets oder die PC-Spielesammlung, die einen möglichen Aufschluss über die Finanzkraft des Opfers gibt.

Smartphone-Abzocke

Auch Smartphones bleiben laut G Data ein attraktives Ziel von Cyberkriminellen. Steigen wird in diesem Umfeld die Gefahr durch sogenannte Fleeceware-Apps: Bei diesen Apps summieren sich nach kurzen kostenlosen Tests anschließende Monatsabonnements und In-App-Käufe auf Hunderte von Euros pro Jahr. Gerade diese In-App-Käufe sind dabei unerlässlich, um bestimmte App-Funktionen, optionale Erweiterungen oder Extras benutzen zu können. Besonders perfide: Durch aggressive Online-Werbung und gefälschte Fünf-Sterne-Bewertungen werden ahnungslose Nutzer überzeugt, die Apps zu installieren.

Das Diensthandy im Fokus

Im Bereich Mobile Security sei ein Umdenken erforderlich. Unternehmen werden im kommenden Jahr Angriffe auf die Smartphones der Mitarbeiter erleben, denn diese werden nicht mehr nur zur Kommunikation genutzt. Dank Homeoffice hat das Diensthandy eine größere Bedeutung gewonnen – über das reine Kommunikationsmittel hinaus: Als Teil der Sicherheitsarchitektur mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Allerdings haben viele Firmen die Strategie noch nicht zu Ende gedacht. So müssen viele Verantwortliche noch klären, was passiert, wenn sich Mitarbeiter vom Zwei-Faktor-Verfahren aussperren, beispielsweise bei Diebstahl oder Verlust des Geräts. Grundsätzlich müssen sie neue Wege für das On- und Offboarding in Corona-Zeiten und darüber hinaus finden. Hier gilt es eine gute Mischung aus Sicherheit und Usability zu finden. Nur dann bringen moderne Sicherheitsverfahren für Firmen und Mitarbeiter einen Mehrwert.

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Leitender Redakteur