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Umfragebericht 2018

Mainframes – von wegen anachronistisch

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Mainframes haben auch nach der Lochkarten-Ära eine glänzende Zukunft.
Mainframes haben auch nach der Lochkarten-Ära eine glänzende Zukunft. (Bild: © zionbalkon - stock.adobe.com)

Bevor in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts PCs aufkamen, beherrschten Mainframes die IT-Architekturen. An vielen Stellen in der Fachliteratur wird der Mainframe als Anachronismus beschrieben. Das stimmt aber nicht: Mainframe-Umgebungen sind modern.

Der Mainframe-Umfragebericht 2018 von BMC, legt nahe, dass der Mainframe im Langzeitausblick eine zentrale Rolle in der IT spielen wird. Demnach sehen 93 Prozent der Führungskräfte und 92 Prozent aller Befragten den Mainframe als starke langfristige Plattform an – dies ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Insgesamt wurden 1.122 Umfragebögen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni 2018 ausgefüllt. Die Umfrage wurde in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Portugiesisch versendet. 66 Prozent der Befragten waren Technikexperten und Vorgesetzte, 31 Prozent Führungskräfte und 3 Prozent „Andere“.

„Starke langfristige Plattform“

Dass der Mainframe als „starke langfristige Plattform“ gewertet wird, zeigt sich zudem daran, dass die Unternehmen und Organisationen in die Modernisierung und Optimierung ihrer Mainframe-Anwendungen und -Abläufe investieren. Unter den Schlagwörtern „Automatisierung“ und „Digitalisierung“ werden vor diesem Hintergrund neue Vorgehensweisen und Technologien eingeführt, die dem Mainframe konzeptionell zugute kommen:

  • 82 Prozent nutzen Java auf dem Mainframe.
  • 48 Prozent nutzen Agile-/DevOps-Vorgehensweisen in ihrer Mainframe-Umgebung.
  • 42 Prozent bezeichneten die Modernisierung von Anwendungen als eine ihrer vier wichtigsten Prioritäten.
  • 20 Prozent bezeichneten AIOps und Ablaufanalysen als eine ihrer vier wichtigsten Prioritäten.

Mainframe-Experten sind oft ältere Mitarbeiter

In vielen Unternehmen liegt das größte Mainframe-Know-how bei älteren Mitarbeitern, die bald in Ruhestand gehen, so der Mainframe-Umfragebericht 2018. Unternehmen versuchen daher auf dem Arbeitsmarkt in die nächste Generation von Arbeitnehmern zu investieren, was teilweise nicht so einfach ist. Die Umfrage spiegelt diese Tendenzen folgendermaßen wieder:

  • 63 Prozent der Befragten gaben an, unter 50 Jahre alt zu sein, während es im Vorjahr 53 Prozent waren.
  • 95 Prozent der Generation Y (im Zeitraum der 1980er bis 2000er geborene Bevölkerungsteil) sind in Bezug auf die langfristigen Aussichten des Mainframes optimistisch.

Cloud Computing

Die Gründe für den (Wieder-)Aufstieg des Mainframes sind mannigfaltig. Im Umfragebericht fallen die Begriffe „Automatisierung“ und „Digitalisierung“, die wiederum für weitere Technologie-Trends stehen. Cloud Computing sei an dieser Stelle als Innovationstreiber ergänzt. Hierunter fällt beispielsweise wenn im IoT-Umfeld Services wie Wetterdienste oder Sensorik zum Auslösen von zentral gehaltenem Programmcode eine Rolle spielen. Die Logik hinter Chatbots muss nicht mehrfach entwickelt werden und kann beispielsweise als Dienst aus dem Amazon-, IBM- oder Microsoft-Rechenzentrum bezogen werden.

Selbst jene Zielgruppe, die über die Jahre hinweg stets ohne zu Zögern dazu bereit war, teilweise mehrere tausend Euro, für ihre „Clients“ auszugeben – die Gamer – bekommen mit dem Streaming-Abo inzwischen eine Alternativ-Offerte aus dem Mainframe-Universum: Der französische Anbieter Shadow geht mit einem Angebot auf den Markt, bei dem Gamer statt in einen Rechenboliden in ein 30-Euro-Monatsabo investieren. Die Rechenarbeit findet dabei im Datacenter statt, während die Endgeräte keine großen technischen Raffinessen aufweisen müssen.

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